Aufgrund der aktuellen Ausweitung von politischen Gefahrenlagen – vor allem mit dem Hintergrund der verstärkten Terrorismusgefahr und drohender Naturkatastrophen, dazu zählt u.a. auch der nicht mehr negierbare Klimawandel – ist der Bedarf an Sicherheit und Beherrschung aktueller kritischer Ereignisse erheblich angestiegen.

In diesem Zusammenhang steht auch der Wunsch, erkannten Gefährdungen mit der bestmöglichen technischen Ausstattung entgegen zu treten. Dazu zählen, neben vielen anderen einsatztaktischen Fahrzeugen, in erster Linie Einsatzleitfahrzeuge. Kommunizieren, planen, führen – viele Einsatzszenarien erfordern eine kompetente Koordination. Hier kommen die Einsatzleitwagen ins Spiel und bieten dafür optimale Voraussetzungen. Für Deutschland sind die Anforderungen an diese Einsatzmittel in der DIN SPEC 14507 formuliert und dienen als Grundlage für Beschaffung, Herstellung und Einsatztaktik. Spezielle Anforderungen an die Nutzung der Fahrzeuge erfordern eine weitere detaillierte Differenzierung der Ausstattung; hier wäre z.B. der ELW 1,5 zu nennen.

Darüber hinaus fordern europäische und außereuropäische Länder eine Vielzahl von weiteren Ausbaustufen, die in den jeweiligen Regionen Verwendung finden. Grundsätzlich ist zu erwähnen, dass bei Herstellung bzw. Ausstattung dieser Einsatzleitfahrzeuge (ELW) eine hohe Flexibilität des Herstellers erforderlich ist, um auch spezielle Kundenwünsche realisieren zu können.

Der Beschaffungsprozess von Einsatzleitfahrzeugen ist nicht nur verwaltungstechnisch komplex und sehr vielschichtig, sondern auch mit hohem Investitionsaufwand verbunden. So können die Beschaffungskosten für einen ELW, je nach Größe und Ausstattung, schnell im sechsstelligen Bereich liegen. Ein Nachweis der Wirtschaftlichkeit eines derartigen Systems ist nicht auf den ersten Blick offensichtlich; das Beherrschen und Lösen einer aktuellen Gefahrenlage hat hier absolute Priorität.

Im Notfall muss die Kommunikation zwischen allen Beteiligten, vor allem mit den Rettern vor Ort, reibungslos funktionieren und die Sicherheit für alle Einsatzkräfte gewährleistet sein. Mit Hilfe modernster Technik wird dieses Ziel erreicht.

Wie eingangs erwähnt, ist eine erhöhte Nachfrage vor allem auch im Ausland zu verzeichnen. Z.B. weiß auch das Kuwait Fire Service Directorate um den Wert und den Nutzen dieser Hightech-Fahrzeuge und ist für modernste Ausstattung und Hilfsmittel, die die Arbeit erleichtern und optimieren, dankbar. BINZ hat als weltweit führender Hersteller von Sonderfahrzeugen erst vor kurzem ein weiteres Fahrzeug nach Kuwait ausliefern können.

Nach Ausschreibung und Auftragsvergabe folgen intensive Baubesprechungen, in denen alle Anforderungen und Wünsche technisch verifiziert und mit dem Kunden abgestimmt werden, um dann als interner Bauauftrag den Baubeginn zu starten. Vor allem vertrauen die Kunden hierbei auf das technische und handwerkliche Know-how des Partners.

1Ein ELW verfügt unter anderem über einen Kommunikations- u. Besprechungsraum, in dem sich vollwertige gleichberechtigte Funkarbeitsplätze mit computergestützter Einsatzleittechnik befinden. Der Geräteraum ist im Heckbereich separat angeordnet und dient zur Aufnahme des Einsatz-Equipment wie z.B. einem 10KVA / 230V Diesel-Generator und einem Schnelleinsatzzelt. All diese Räumlichkeiten sind in einen Kofferaufbau integriert. Die Kofferaufbauten werden nach der im Flugzeugbau bewährten Aluminium-Sandwich- Bauweise gefertigt. Dabei verwendet BINZ eine besondere innovative Bauart aus selbsttragenden Sandwich-Elementen. Die Vorteile ergeben sich aus der extremen Langlebigkeit, geringem Eigengewicht und einer hervorragenden Isolation. Zudem erlaubt die Konzipierung dieser Kofferaufbauten einen zeitsparenden und einfachen Wechsel auf ein anderes Fahrgestell.

Das Kernstück eines ELW 1.5 ist ein 19-Zoll-Technikschrank mit der gesamten IuK-Technik. Der Technikschrank ist u.a. mit einem Antennenpatchfeld, GSM-Gateways, LTE-Router, Digitalfunkgeräten, IP-TK-Anlage, Netzwerk, Steuereinheit SAT-Anlage, PC-Arbeitsplätzen, USV, Handsprechfunkgeräten, DECT-Telefonen und mit der Steuerung der Wetterstation ausgestattet. Die Funkarbeitsplätze verfügen über acht Funkkanäle, zwei Mobilfunknetze, optional lassen sich per Kabel zwei weitere Sprachkanäle von außen zufügen. Die Funkarbeitsplätze sind ausgestattet mit Mehrkreisbesprechungen Major BOS 8, vier Monitoren, IP-Telefonie, USB- und Netzwerkanschlüssen, PC-basierendem Kommunikations- und Einsatzmanagementsystem für zeitgleiche Bearbeitung von Funkrufen und Telefonaten, Dokumentation jeder Kommunikation während des Einsatzes und Abrufen zu einem späteren Zeitpunkt, elektronischer Protokollierung des Einsatzes inkl. angehängter Dateien wie Bildmaterial, Sprachaufnahme und Texten mit dem Systemmodul „Einsatzbuch“. Dem Einsatzleiter stehen Medien zur Verfügung (TV, Radio), wahlweise über Satellit oder digital terrestrisch. Der Kommunikationsweg ist über UMTS-Mobilfunknetz oder VoIP wählbar. Eine USV ermöglicht einen Kurzzeitbetrieb und gesichertes Abschalten der Computer. Die externe Stromversorgung erfolgt über eine ISV 230 V Rettbox. Die installierte Ausrüstung ermöglicht der Besatzung zusätzlich Videos aufzunehmen, mit modernster Schnitttechnik zu bearbeiten und via Satellit oder 4G Router an die entsprechenden Empfänger zu streamen. Der speziell für den robusten Feuerwehreinsatz entwickelte 4G Router ermöglicht die Verbindung zum Internet und stellt gleichzeitig ein verschlüsseltes lokales W-lan im Umkreis des Fahrzeugs zur Verfügung. Der vollkommen autarke Einsatz wird durch einen Generator ermöglicht.

2Der pneumatische ausfahrbare Antennenmast mit Kompressor und Fernsteuerung verbessert die Empfangsbedingungen auch bei überlasteten Netzen. Des Weiteren verfügt der ELW 1.5 über eine selbstausrichtende SAT-Anlage für Daten-Austausch, IP-Telefonie und SAT-TV (auch für DVB T-Empfang). Die auf einem Dachroboter implantierte Schwenk- Neige-Kamera liefert brillante scharfe Bilder in Full HD Qualität. Dazu verfügt die Besatzung über eine semiprofessionelle Schulterkamera,die für Außeneinsätze genutzt werden kann. Via Funkübertragungssystem gelangen die Bilder live zur Weiterverarbeitung ins Fahrzeug. Im vorderen Dachbereich ergänzt eine schwenkbare Thermalkamera das Trio.

Alle Informationen können mit Hilfe der neuesten Präsentationstechnik wie interaktiver Wand, Beamer, TV oder Mithöranlage an dem großzügig dimensionierten Konferenztisch dargestellt und besprochen werden.

Welches Fazit ergibt sich daraus? Unabhängig von der jeweiligen Schaden- oder Gefährdungslage – mit sinnvoller und überlegter Hightech-Ausstattung tragen Einsatzleitfahrzeuge zu einer schnellen und reibungslosen Steuerung aller notwendigen Hilfemaßnahmen bei.

Für Feuerwehren, Behörden und Organisationen ist die mobile Kommandozentrale ein unverzichtbares Instrument, um komplexe Einsatzsituationen kontrolliert, überschaubar und geordnet zu meistern.