von Heiko Gutmann

Videosicherheitssysteme mit intelligenten Bildanalysen sind effizient und kostengünstig. Solche Managementsysteme arbeiten rund um die Uhr ganz ohne menschliches Zutun. Die automatische Detektion ist unbestechlich, reagiert sofort und ermöglicht eine Intervention binnen Sekunden. Die Vorteile liegen auf der Hand; indes rückt dabei auch die Frage des Datenschutzes in den Fokus. Heute kann eine intelligente Videoanalyse dabei helfen, die Privatsphäre von Mitarbeitern zu schützen und Unternehmenswerte zu sichern.

Kamerabilder sind primär Daten. Bewegt sich etwas im Bild, erkennt eine Software dies aufgrund der Pixelveränderungen. Solche Softwarealgorithmen erlauben die unterschiedlichsten Arten von Analysen, wie etwa nach Größe eines Objektes, Bewegungsrichtung oder auch nach dem zurückgelegten Weg. So wird das Sicherheitspersonal schnell und umfassend informiert. Videoüberwachung dient also immer mehr dem frühestmöglichen Eingreifen und damit oftmals der Tatverhinderung anstatt nur der traditionellen Beweissicherung. Videobildanalysen werden zunehmend an öffentlichen Stellen wie Flughäfen und Bahnhöfen, in Unternehmen und privaten Haushalten exponierter Personen eingesetzt – sie verhindern beispielsweise den Metallraub in Außenlagen, Sabotage am Umspannwerk oder schützen Menschen, die in ein Gleisbett stürzen.
Im Sinne des Datenschutzes sollte aber nicht alles, was gefilmt wird, auch erkennbar sein. Denn Videoüberwachung greift in das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Menschen ein, deren Bilder erhoben, aufgezeichnet, übertragen und ausgewertet werden. Es besteht also ein Konflikt zwischen einer Überwachungstechnologie und dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Demgegenüber hat ein Unternehmen ein nicht außer Acht zu lassendes Interesse, Betrieb und Eigentum zu schützen. Die intelligente Technik schlägt eine Brücke: Mit Verschleierung definierter Bildbereiche – oder genauer Verpixelung einzelner Bildinhalte – wird dem persönlichen Schutzanspruch entsprochen, denn die gefilmten Personen können so nicht identifiziert werden.

Was, wer und wann
Bildinhalte werden unkenntlich gemacht, entweder bei sich bewegenden Objekten, also Personen und Fahrzeugen oder auf statischen Flächen wie Gebäudefronten, Parkplätzen oder angrenzenden Flächen, die nicht überwacht werden dürfen. Um die bestmögliche Analysequalität zu erhalten, gibt es Filter. Die Objektgröße wird etwa eingestellt, um Vögel oder Kleintiere zu ignorieren. Zudem wird definiert, wie stark die Verfremdung sein soll: Bei leichter Verschleierung sind noch Rückschlüsse auf Geschlecht, Statur und Kleidung möglich, bei hoher Verpixelung wird eine Person komplett überdeckt und eine Identifikation ist ausgeschlossen. Jede Analyse lässt sich zudem nach einem individuellen Zeitplan konfigurieren.

Bislang war es üblich, Kamerabilder zur Beweissicherung wieder zu entpixeln. Dafür gibt es Auflagen – wie etwa die Genehmigung durch Geschäftsführung und Betriebsrat durch Eingabe unterschiedlicher Passwörter. In der Praxis sind sich die Instanzen jedoch oft uneins. Daher erlauben fortschrittliche Videosicherheitssysteme nun auch in vordefinierten Bereichen die dauerhafte Verfremdung: Verpixelte Inhalte oder Flächen bleiben unkenntlich und können nicht wiederhergestellt werden. Das bietet auch der Unternehmensführung Vorteile: Denn nicht die betroffenen Personen oder Datenschützer haben die Unzulässigkeit einer Videoüberwachungsmaßnahme nachzuweisen, sondern die Betreiber sind in der Pflicht und müssen vorsorgen. Mit der permanenten Verpixelung haben sie nun ein Instrument zur Hand, die Erforderlichkeit einer Überwachung mit den Interessen ihrer Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und Anrainer in Einklang zu bringen.

SmartSearch: vordefinierte Zonen werden binnen Sekunden analysiert um relevante Ereignisse anzuzeigen (siehe rote Markierungen). (Bild: Securiton GmbH)

SmartSearch: vordefinierte Zonen werden binnen Sekunden analysiert um relevante Ereignisse anzuzeigen (siehe rote Markierungen). (Bild: Securiton GmbH)

Daten effizient managen
Videosicherheitssysteme mit intelligenten Bildanalysen speichern erhebliche Datenmengen. Um Engpässe zu vermeiden, muss auf eine geeignete Serverarchitektur geachtet werden. Außerdem werden Videobilder automatisch gelöscht, um Platz für neue zu schaffen: Der Ringspeicher wird in einem individuell festgelegten Modus regelmäßig überschrieben – ganz nach den Vorgaben des zuständigen Datenschutzbeauftragten. Außerdem wird bei der Einrichtung bestimmt, wer sich die Aufnahmen ansehen darf. Der Betreiber kann sich entscheiden, ob ständig gefilmt wird oder die Kamera bei einer bestimmten Aktivität, beziehungsweise einer Auslösung der Videoanalyse, starten soll. In diesem Fall wird zusätzlich noch ein individuell festgelegter Zeitraum vor und nach dem Alarm gefilmt, um eine lückenlose Beweissicherung zu gewährleisten.

Zeitvorsprung nutzen
Schnell an relevante Informationen zu gelangen, selbst, wenn hohe Datenvolumen anfallen, ist eine weitere Herausforderung für technisch überlegene Videosysteme. Hier kommt eine intelligente Suchfunktion zur Anwendung. Denn wer will sich schon die Aufzeichnungen eines ganzen Wochenendes in Echtzeit oder im Schnelldurchlauf ansehen? Mit der smarten Suche geht das innerhalb weniger Sekunden. Aktivitäten oder Bewegungen hat das Videosicherheitssystem registriert, verschiedene Videoanalysemodule haben diese als Metadaten gesammelt und in der Datenbank abgelegt. In der Suche werden nun ein oder mehrere Bereiche mithilfe von frei wählbaren Zonen definiert, die Software durchsucht in kürzester Zeit die komplette Bilderflut und stellt die relevanten Aufnahmen bereit. Der Nutzer springt einfach von Aufzeichnung zu Aufzeichnung, bis er nach nur ein paar Klicks das gesuchte Ereignis findet.

Beispiele aus der Praxis
Über das Wochenende ist in einem Unternehmen eingebrochen worden: Die zuständige Kamera hat mehrere Fenster und eine Tür aufgezeichnet. Durch den Eingang kommen und gehen Arbeiter der Wochenendschicht. Sie wurden mittels Videoanalyse aktivitätsgesteuert aufgezeichnet. Irgendwann wurde ein Fenster aufgebrochen und Unbefugte drangen in das Gebäude ein. Am Montagmorgen wird der Diebstahl bemerkt. Mit einer intelligenten Suchfunktion markiert der Nutzer das aufgebrochene Fenster im Videobild und wählt den Zeitraum: Ereignisse, die neben dem Fenster zu sehen sind, werden herausgefiltert. Nur die sehenswerten Daten bleiben übrig. Und schnell ist klar, was geschehen ist und wie. Die Polizei wird direkt nach ihrem Eintreffen umfassend informiert und kann sogleich die Ermittlungen aufnehmen.

Will aber ein Firmenchef wissen, ob ein parkendes Auto bewegt wurde, wird ein Reifen markiert. Die Software sucht die Kamerabilder heraus, auf denen eine Aktion – hier die Fahrzeugbewegung – zu sehen ist. Das ist Aufklärung in Highspeed, sie spart wertvolle Zeit und somit auch Kosten. Dies sind nur einige Beispiele dafür, was ein hochklassiges Videosystem heute leisten kann.

 

Aufmacherbild: IPS Privacy Protection: Personen und Objekte können verpixelt oder gänzlich ausgeschnitten werden. (Bild: Securiton GmbH)

Anschrift des Verfassers:
Heiko Gutmann
Produktmanager national für Videosicherheitssysteme
Securiton GmbH
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