Matthias Rekowski

Nach den verheerenden Terroranschlägen in Madrid 2004 und London 2005, erlebt Europa erneut einen Anstieg der Bedrohung durch Terroranschläge und –angriffe. Wieder wurden westeuropäische Hauptstädte zum tragischen Ziel, weitere französische Städte folgten. Die Angriffe in München, Würzburg und Ansbach 2016 verdeutlichen, dass sich Deutschland spätestens jetzt mit dieser Thematik umfassend und gleichzeitig praxisnah auseinandersetzen muss. Das Bewusstsein im Hinblick auf diese Gefährdungen steigt in den Organisationen der Gefahrenabwehr. Es werden Antworten in den Bereichen Prävention, Schutz, Verfolgung und Reaktion gesucht. Dieser Artikel fokussiert die Reaktion der Gefahrenabwehr nach einem Terroranschlag.

In den verschiedenen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) wird segmental an Vorbereitungen gearbeitet und so beispielsweise die Behandlung spezifischer Verletzungsmuster gelehrt oder zusätzliche Polizeieinheiten, wie zum Beispiel die „BFE+“, ein Spezialverband der „Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit der Bundespolizei“, gebildet. Häufig wird aber auch ein Bedarf an neuen, angepassten Konzepten für die Bewältigung von Terroranschlägen geäußert, für die ein zielführender Prozess in Gang gebracht werden muss. Solche Konzepte müssen insbesondere die Behörden und Organisationen der Gefahrenabwehr einschließen, aber auch weitere relevante Akteure sollten miteinbezogen werden, zum Beispiel die des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) oder der Tourismusbranche. Eine umfassende Kenntnis aller Akteure über die möglichen Gefährdungen ist notwendig. Dies kann mitunter durch die Analyse bereits bekannter Anschlagsszenarien und der so gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse erreicht werden.
Zielfördernde Prinzipien (s. u.), die dazu dienen, den Einsatzerfolg zu erhöhen, müssen während der gesamten Einsatzbewältigung bedacht werden. Es gilt die Kooperation und Koordina­tion zwischen den Beteiligten der Gefahrenabwehr zu stärken, Synergien zu nutzen und ein gemeinsames, nach Prioritäten geordnetes, interdisziplinäres, lokales Bewältigungskonzept zu implementieren. Da nicht in jedem Einsatzbereich auf Experten des jeweiligen Gebietes zurückgegriffen werden kann, ist es notwendig, auf nationaler Ebene ein interdisziplinäres Forum zu etablieren, das mit der Ausarbeitung von Leitlinien betraut ist. Dieses Vorgehen könnte flächendeckend zu einer Optimierung der Einsatzbewältigung beitragen und somit Leib und Leben von Einsatzkräften und Betroffenen schützen und deren Behandlungserfolg steigern. Die praktische Umsetzung des Konzepts liegt notwendigerweise auf lokaler Ebene. Hierzu sollten Implementierungshilfen die Leitlinien zur Bewältigung terroristischer Anschläge in Deutschland flankieren. Die Erstellung dieser Implementierungshilfen sollte Aufgabe des interdisziplinären Forums sein. (Siehe Grafik).
Anhand der nachfolgend beispielhaft beschriebenen Anschlagsszenarien wird deutlich, warum sowohl die genannten Prinzi­pien als auch ein interdisziplinäres Forum förderlich sind, um auf zukünftige Ereignisse mit terroristischem Hintergrund reagieren zu können.

Abb. 1: Vom nationalen Forum zur lokalen Anwendung

Abb. 1: Vom nationalen Forum zur lokalen Anwendung

Mögliche Anschlagsszenarien

Bombenanschläge mit Explosivstoffen wie die Anschläge auf die Nahverkehrszüge in Madrid 2004 und London 2005 verursachen eine plötzlich auftretende, große Anzahl von Toten und Verletzten. Die Rettungsdienste und Kliniken sehen sich mit einer großen Anzahl von Patienten konfrontiert – man spricht von einem Massenanfall von Verletzten oder Erkrankten (MANV).
Es müssen Patientenablagen gebildet und Transportkapazitäten aktiviert werden. Die Gefahr von Zweitanschlägen oder –angriffen ist realistisch und stellt die Gefahrenabwehr vor eine zusätzliche Herausforderung. Auch die Rettung, zum Beispiel aus verrauchten dunklen und unwegsamen U-Bahnschächten, in denen teils hohe Temperaturen vorherrschen, stellen die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen. Die üblichen Kommunikationssysteme können überlastet sein und versagen.
Eine im Vorfeld festgelegte Patientenzuweisung auf die umliegenden Krankenhäuser, beispielsweise durch das „Ticket-System“, ein elektronisches Zuweisungssystem wie IVENA oder ein „Wellenplan“, sind sinnvoll und sparen wertvolle Zeit. Ebenso muss die überörtliche Hilfe der Rettungsdienste und Katastrophenschutzorganisationen aktiviert werden. Die zügige Patientensichtung ist konsequent durchzuführen, da sie als ein wichtiger Baustein signifikant dazu beiträgt die kritische Mortalitätsrate so gering wie möglich zu halten und das Überleben möglichst vieler Patienten zu gewährleisten. Erfahrungsgemäß wird auch zu einer schnellen Lageerkundung und Rettung, in erster Priorität der vital bedrohten Verletzten, geraten. Weniger dringliche Aufgaben sollten zurückgestellt werden um wertvolle Ressourcen effektiv einsetzen zu können.
Diese statischen, meist mehrfachen und simultanen Anschläge, lassen mehrere Anschlagorte und somit fast zeitgleich mehrere Einsatzorte entstehen. Das führt zu einem hohen Bedarf an Führungskräften bei allen BOS und deren Einsatzabschnitten.
Beispielhaft kann hier nur ein kleiner Einblick in die komplexen Herausforderungen gegeben werden, die es zu bewältigen gilt. Manche der genannten Eigenschaften finden sich gleichermaßen in anderen Anschlagsszenarien wieder.
Ein weiteres relevantes Anschlagsszenario wird als „Hybrid ­Targeted Violence“ (HTV) bezeichnet. Dabei werden unterschiedliche Waffen und Taktiken verwendet, um eine definierte Zielgruppe zu töten oder zu verletzen. Eines der bekanntesten Beispiele hierfür sind die Angriffe auf die indische Metropole Mumbai im Jahr 2008 oder, aktueller, die Anschläge im November 2015 in Paris.

tabelle1

In Mumbai führte am 26. November 2008 ein zehnköpfiges Angriffsteam, aufgeteilt in vier Angriffsteams, im Zentrum der Metropole zeitgleich an sechs Orten terroristische Angriffe aus, bei denen mindestens 172 Menschen getötet und 293 Menschen verletzt wurden. Die Angriffe wurden über ein Jahr lang präzise geplant. Die Angreifer waren fähig, ihre operative Einsatzbereitschaft über mehrere Tage aufrechtzuerhalten. Der Angriff dauerte 60 Stunden.
Die Angriffsteams setzten militärische Waffen und diverse Taktiken ein, wie bewaffnete Überfälle, Autoentführungen, „drive-by shootings“, gezielte Tötungen, Gebäudebesetzung, Barrikaden und „Geiselnahmen“. Diese Taktiken wurden eigens für diese Angriffe in einem 12- bis 18-monatigen Training ausgebildet. Es wurden Kriegswaffen (AK-56) und unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV) eingesetzt, zudem Granaten (pro Terrorist acht bis zehn Stück) und Brandstiftung. Feuer ist eine unkonventionelle Waffe, die Berücksichtigung in der Bewältigung von Terroranschlägen finden sollte. Die Angriffe wurden präzise geplant und koordiniert ausgeführt. Dazu wurden Erkundungen durchgeführt und Waffen in Zielobjekten deponiert. Die Angreifer erhielten Anweisungen und Informationen, die den Medien entnommen wurden und waren so über die Maßnahmen der Polizei informiert und darüber, zu welchem Zeitpunkt mit einem Eintreffen der Spezialkräfte zu rechnen ist. Dieser Informationsvorteil konnte von den Angreifern genutzt werden. Die zwei- bis vierköpfigen mit Schusswaffen ausgerüsteten Teams bewegten sich von Zielobjekt zu Zielobjekt – es handelte sich um eine sogenannte „mobile Lage“. Die überwiegend leicht verwundbaren Ziele („Soft Targets“) wurden nach den Kriterien der Medienwirksamkeit oder der spezifischen Zielgruppen ausgewählt, teilweise wurden Gelegenheitsziele ausgewählt, bei denen es ebenfalls Opfer zu verzeichnen gab. In den circa zweieinhalb Tagen des Angriffs wurden auch Geiseln genommen. Ob man von einer Geiselnahme sprechen kann ist fraglich, denn als Unterpfand einer ernstgemeinten Forderung kann diese Aktion nicht bezeichnen werden. Eine mögliche Verhandlungsbereitschaft oder ein Verhandlungsziel waren nur vorgetäuscht. Die Angreifer nahmen in Kauf, selbst getötet zu werden oder hatten dies sogar zum Ziel. Unter derartigen Umständen hat eine Verhandlung wenig Aussicht auf Erfolg. Lediglich eine verlängerte Ereignisdauer und erhöhte Medienaufmerksamkeit, verstärkt durch die Beteiligung von Familien und Kindern, wurde erreicht – ein wichtiges Ziel von Terroristen.
Feuer hat sich als eine kosteneffiziente und effektive Waffe erwiesen. Am Beispiel Mumbai führte der Einsatz von Feuer zu etlichen Todesfällen. Es kann davon ausgegangen werden, dass Terroristen auch in Zukunft Gebrauch davon machen werden. Feuerwehr und Rettungsdienst sind für den Einsatz in solch einer Lage nicht ausgebildet und ausgerüstet. Es könnte über die Bildung spezieller Einheiten nachgedacht werden, die diese ­Lücke schließen.
Ein ähnliches HTV-Ereignis ereignete sich am Abend des 13. November 2015 in Paris. Die Stadt wurde von acht Terroristen angegriffen. Mindestens 130 Menschen wurden getötet und 352 verletzt, 99 von ihnen schwer. Die Angreifer bildeten drei Gruppen und griffen sechs Zielorte an. Eingesetzt wurden Sturmgewehre und Sprengstoffgürtel, möglicherweise auch Granaten. Die eingesetzten Taktiken waren Überfälle, Geiselnahmen und Selbstmordanschläge.
HTV-Anschlagsszenarien gehen meist mit einer hohen Opferzahl einher. Die militärisch-taktische Vorgehensweise und die Waffen der Angreifer sind für die regelhaften Einsatzkräfte der Gefahrenabwehr weitestgehend unbekannt. Ein erhebliches Defizit in Ausbildung und Equipment der Einsatzkräfte ist wahrscheinlich und sollte umfassend, einheitlich und flächendeckend ausgeglichen werden.
Vorangegangene HTV-Ereignisse müssen genau betrachtet werden, um adäquat auf mögliche zukünftige Ereignisse vorbereitet zu sein. Die daraus resultierenden Erkenntnisse müssen Eingang in die Bewältigungskonzepte finden, da HTV-Ereignisse auch in Zukunft als sehr wahrscheinlich einzuschätzen sind.
Ein schwer voraussehbarer Anschlagstyp ist der sogenannte „Lone-Actor“-Terrorismus. Dabei handelt es sich um Einzeltäter oder Kleinstgruppen, die ohne erkennbare Kommunikation im Vorfeld, teils kurzfristig Anschläge ausführen.
Beispielhaft seien genannt:
• Fort Hood/Texas, Schusswaffe (2009)
• Frankfurt/Flughafen, Schusswaffe (2011)
• Oslo und Utøya, USBV und Schusswaffe (2011)
• London, Messerangriff (2015)
• Israel, Messer- und Schusswaffenangriffe, Angriffe mit Fahrzeugen (seit September 2014 bis zum aktuellen Zeitpunkt/August 2016)
• Hannover, Messerangriff (2016)
• Nizza, Angriff mit einem Fahrzeug/LKW (2016)
• Würzburg, Axt-/Messerangriff (2016)

Die Unberechenbarkeit dieser Angriffe stellt die Gefahrenabwehr vor eine große Herausforderung. Der „Lone-Actor“-Terrorismus sollte aufgrund seiner Aktualität mit berücksichtigt werden.
Die vorgestellten Anschlagsszenarien stellen nur einen verkürzten Überblick über aktuell mögliche Bedrohungen dar. Sie beschreiben lediglich Anschlagsszenarien im konventionellen Bereich, welche derzeit als am wahrscheinlichsten einzustufen sind. Ihre Bewältigung sollte als Grundlage für weitere Bewältigungsstrategien mit CBRN-Beteiligung dienen. Aktuell kann mit einer steigenden Gefahr durch CBRN-Angriffe gerechnet werden.

Gemeinsame Strategie und Vorgehensweise

Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr und weitere BOS haben in einem Anschlagszenario spezielle Aufgaben zu erfüllen. Um ­Synergien zu gewinnen und koordiniert vorgehen zu können, ist die Festlegung gemeinsamer Ziele und deren Priorisierung notwendig. Zudem sind die organisationsinterne sowie die interorganisationale Kommunikation ausschlaggebend. Dieses Vorgehen kann als interoperationale Zusammenarbeit bezeichnet werden. Leider sind in der Praxis oft Barrieren unterschiedlichster Natur zwischen den BOS existent. Um eine möglichst erfolgreiche Bewältigung zu gewährleisten, muss die Konzeptionierung auf eine interoperationale Vorgehensweise abzielen. Allen voran müssen interdisziplinäre, lokal verankerte Bewältigungskonzepte entwickelt und implementiert werden. Durch die veränderte Bedrohung ist es notwendig, bestehende MANV-Konzepte zu überprüfen und entsprechend anzupassen. So muss zum Beispiel geprüft werden, ob Sicherheitsaspekte und zeitkritische Abläufe zielführend berücksichtigt wurden. Des Weiteren sind die Anforderungen an die Raumordnung in einem Anschlagsszenario andere als in einer „zivilen“ Schadenslage. Auch muss berücksichtigt werden, dass durchaus eine Vielzahl von Einsatzorten abzuarbeiten ist. Dadurch entsteht ein erhöhter Bedarf an Führungspersonal. Ebenso sollte regelmäßig der aktuelle Stand der Technik und der (Behandlungs-) Strategien und Prinzipien (wie Schadensbegrenzung/“Damage Control Resuscitation“) Eingang in die Leitlinien und das lokale Bewältigungskonzept finden. Auch die gemeinsame Fokussierung auf eine schnelle Rettung und Sichtung der Betroffenen und den schnellen Abtransport der vital bedrohten Patienten ist von enormer Bedeutung, um die kritische Mortalitätsrate zu senken. Im Allgemeinen können zudem die Berücksichtigung von „Crisis Ressource Management“ (CRM)- und „Human Factor“-Prinzipien und organisatorischen Verbesserungen die Einsatzbewältigung optimieren. Neben der Kooperation in den BOS ist es ratsam, die relevanten Akteure wie zum Beispiel die des ÖPNV, der Tourismusindustrie und der Energieversorger zu integrieren.
Sinnvoll ist ein sogenannter „All-Hazard Approach“, ein Ansatz, der möglichst viele Schadenslagen gleichzeitig abdeckt. Durch die prinzipiell ähnlichen Vorgehensweisen bei vielen Gefahrenlagen ist dieser Ansatz durchaus möglich. Vorteile ergeben sich aus der Vereinfachung in der Multiplikation, gerade wenn man bedenkt wie viele Einsatzkräfte und Mitarbeiter erreicht werden müssen. Zudem ergibt sich durch eine häufigere Anwendung des Konzepts ein Routinevorteil. In komplexen Einsätzen kann bestenfalls auf eine geübte und verinnerlichte Vorgehensweise zurückgegriffen werden. Dennoch muss es Modifikationsmöglichkeiten geben, und ein Konzept sollte so flexibel sein, dass es an eine Einsatzlage angepasst werden kann.

Prinzipien und Anforderungskriterien

Gemeinsame Prinzipien und Anforderungskriterien an denen sich das Bewältigungskonzept ausrichtet, können hilfreich sein, um die Prioritäten richtig zu setzen und eine Optimierung der einzelnen Aufgaben und Schnittstellen zu erreichen.
Genannt wurden bereits die interoperationale Zusammenarbeit und ein Ansatz, der möglichst viele Schadenslagen einbezieht (All-Hazard Approach).
Daneben sollten folgende Anforderungskriterien Berücksichtigung finden:

tabelle2

 

 

Mögliche Realisierung

Die Entwicklung isolierter, BOS- und fachdienstspezifischer Bewältigungskonzepte ist nicht zielführend, da keine gemeinsamen Ziele definiert, Prinzipien berücksichtigt, Synergien genutzt oder Kommunikationsstrukturen entwickelt werden können. Eine interoperationale Zusammenarbeit ist notwendig. Ein angepasstes Bewältigungskonzept muss interdisziplinär ent­wickelt werden. Deshalb basiert eine mögliche Realisierung auf der Entwicklung interdisziplinärer Leitlinien auf nationaler Ebene, welche dann auf die lokale Ebene transportiert und in einem Bewältigungskonzept implementiert werden. Damit kann flächendeckend die Kooperation zwischen den BOS, ebenso aber auch die Kooperation über einzelne Zuständigkeitsbereiche hinaus, optimiert werden. Zur Leitlinienerstellung kann auf nationaler Ebene ein interdisziplinäres Forum, bestehend aus Experten der einzelnen Fachgebiete, gebildet werden. Die Leitlinien sollten, nach Anpassung auf Länderebene, Eingang in ein regionales beziehungsweise lokales interdisziplinäres Gremium ­finden, welches verantwortliche Entscheidungsträger der BOS und weitere Akteure zusammenfasst. Ähnliche internationale Konsortien sind die „Fusion Centers“ (USA) oder die „Local ­Resilience Forums“ (UK). Aus den Leitlinien kann nun ein regionales Bewältigungskonzept erarbeitet werden, das die Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt und dann, in einem nächsten Schritt, innerhalb der BOS und den Organisationsstrukturen der weiteren Akteure kommuniziert und multipliziert wird. Die Implementierung sollte durch regionale interdisziplinäre Trainings und Übungen unterstützt und im Anschluss evaluiert und optimiert werden.

Vom nationalen Forum zur lokalen Anwendung

Zur nachhaltigen Umsetzung bedarf es der aktiven Beteiligung aller BOS und weiteren Akteuren sowie einer Langzeitfinanzierung. Auch sollten die Leitlinien vor der Verabschiedung getestet und evaluiert werden.

Fazit

Sicher gibt es bereits zahlreiche Bemühungen, die sich mit der Vorbereitung auf derartige Einsatzlagen beschäftigen. Wünschenswert wäre, diese zu bündeln und in eine Leitlinienentwicklung einfließen zu lassen. Mit dem Ziel ein einheitliches interdisziplinäres Konzept zu entwickeln, können diese Inhalte dann den Akteuren auf lokaler Ebene zur Verfügung gestellt werden.

Die Leitlinien und das lokale Bewältigungskonzept müssen regelmäßig evaluiert werden. Neue Bedrohungen oder Taktiken sowie technische Neuerungen müssen eingearbeitet werden und wiederum Eingang in die lokalen Bewältigungskonzepte finden und auf der lokalen Ebene kommuniziert werden. Nur so sind eine hohe Qualität, ein einheitliches Vorgehen und eine optimale Vorbereitung und Bewältigung deutschlandweit möglich.

matthias-rekowski_2016

Autor:

Matthias Rekowski
Leiter Forschung & Entwicklung
Deutsches Institut für Katastrophenmedizin
Tel.: 0163-8469617
E-Mail: matthias.rekowski@disaster-medicine.com

Bildunterschrift Titelbild

Abb. 1: Vom nationalen Forum zur lokalen Anwendung