Zur wichtigen ABC-Abwehrkomponente des Katastrophenschutzes zählt die Vorhaltung des Dekontaminationsfuhrparks. Einsatzlagen bei Gefahrstoffunfällen bzw. ABC-Schadenslagen bergen besondere Risiken und bedürfen entsprechenden Materials und speziell geschultes Personal.

Die Fahrzeugbeladung dient der Einrichtung eines Dekontaminationsplatzes zu Dekontaminationszwecken im Falle von Personenkontakt mit atomaren, biologischen oder chemischen Gefahrenstoffen von Einsatzkräften und Betroffenen. Im Zuge des bundesweiten Ausstattungskonzeptes des Bundes für den Katastrophenschutz übergab das BBK neben 28 Gerätewagen Sanität und einem Schlauchwagen für den Katastrophenschutz 14 Gerätewagen Dekontamination Personen an Bayern.

Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Christoph Unger übergab am 02. August symbolisch die Fahrzeugschlüssel für 43 Fahrzeuge des Bundes an den Bayerischen Staatsminister des Innern Joachim Herrmann. Der Gesamtwert aller 43 Fahrzeuge liegt bei 7,5 Mio. €. Im Rahmen eines Festaktes in Manching nahm der Staatsminister des Innern Joachim Herrmann stellvertretend für das Land Bayern die Fahrzeuge entgegen und übergab sie an die Hilfsorganisationen des Bayrischen Roten Kreuzes, des Arbeiter- Samariter-Bundes, der Johanniter Unfall-Hilfe, des Malteser Hilfsdienstes und der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft sowie an die Feuerwehren.

„Der Bund unterstützt die Länder auch bei der Vorbereitung auf und der Bewältigung von Katastrophen jenseits des Verteidigungsfalles. Diese modernen Fahrzeuge mit ihrer effektiven Technik sowie eine fundierte Ausbildung sind wichtige Grundlagen für einen funktionierenden Katastrophenschutz. Doch ohne den engagierten Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die mit ihrem Engagement die Basis und das Rückgrat des Bevölkerungsschutzes sind, nutzt eine noch so gute technische Ausrüstung niemandem,“ sagte der Präsident des BBK.

Gerätewagen Dekontamination Personen (Dekon P)

Zum Einsatz kommt der Gerätewagen Dekon P in Lagen mit Freisetzung von chemischen, biologischen oder radioaktiven (CBRN) Stoffen zur Dekontamination von Einsatzkräften und/ oder betroffene Zivilpersonen. Die Besatzung (sechs Einsatzkräfte) kann mit der Beladung des GW Dekon P einen autarken Dekontaminationsplatz mit einer Kapazität von bis zu 50 Personen pro Stunden einrichten. Zur Ausstattung gehören u. a. ein Zeltsatz (Auskleide-, Dusch- und Ankleidezelt) mit Beleuchtung, voneinander getrennte Zeltheizung und Warmwasserbereitung, eine luftgestützte Einpersonenduschkabine, zwei 1 000 l-Frischwasserbehälter, eine Umfeldbeleuchtung sowie Stromerzeuger. Alle Wasser führenden Teile entsprechen den Vorgaben der Trinkwasserverordnung.

Der LKW ist mit einer Doppelkabine, einer Pritsche mit Plane und Spriegel und einer Ladebordwand ausgestattet. Das Gesamtgewicht beträgt 16 t. Der Stückpreis liegt bei 215 000 Euro. Bundesweit werden 79 Fahrzeuge dieses Typs ausgeliefert.

 

(SH/BBK)