Verschiedene Einsatzsituationen bedürfen entsprechender Löschtaktiken und spezifischer Löschmittel. Oftmals ist die kostengünstigste Variante – Wasser – mit ihrer kühlenden Löschwirkung jedoch nicht die richtige Wahl, so lassen sich bestimmte Brände nur durch Löschschäume und Wasserzusätze ablöschen.

Schaumlöschmittel haben sich in der Vergangenheit im Brandschutz als feste Konstante etabliert und bieten mit ihrer Multifunktionalität und schier unendlichen Vielzahl von differenten und brandspezifischen Schaummitteln ein vielfältiges Anwendungsportfolio. Doch bergen sie ein hohes Risiko für die Umwelt – die in klassischen Schaumlöschmitteln enthaltenen, fluorhaltigen Substanzen belasten die Umwelt, da sie auch Jahrzehnte nach entsprechenden Löscheinsätzen von der Natur nicht abgebaut werden und somit das Grundwasser verunreinigen. Umweltbundesamt und die Trinkwasserkommission des Bundesgesundheitsministeriums haben einen allgemeinen Vorsorgewert für Trinkwasser bei 0,1 Mikrogramm PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) pro Liter Wasser empfohlen. Zur Vermeidung des Eindringens der PFC in die Umwelt rät das Umweltbundesamt dazu, PFC-haltige Löschschäume nur für alternativlose Brandfälle.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Ob in Wohngebäuden oder in Industrieanlagen, bei Großeinsätzen oder im Privatgebrauch – Schaumlöschmittel kommen bei einer Vielzahl von Bränden zum Einsatz, denn diese können die unterschiedlichsten Brandstoffe effizient und schnell löschen. PFC-haltige Löschschäume werden in Feuerlöschzügen, stationären Löschanlagen und Handlöschern genutzt. Fluorhaltige Schaumlöschmittel finden insbesondere bei Bränden der Brandklasse A und B Verwendung, wie z. B. bei Bränden von Chemikalien, Treibstoffen oder schmelzenden Kunststoffen. Brennende Oberflächen werden beim Einsatz von Schaumlöschern durch Nutzung des Stick- und Kühleffektes des Schaumes abgedeckt. Bis zu sechs Prozent PFC-Zusatz sind bei Schaumlöschmitteln erlaubt.

Mehr als 850 verschiedene Chemikalien mit unterschiedlichen Eigenschaften sorgen in PFC-haltigen Schaumlöschmitteln für eine sehr schnelle Verteilung des Löschmittels auf der brennenden Flüssigkeit. Der Schaum dichtet das Brandgut luftdicht ab und wirkt dampfunterdrückend, so dass eine sehr hohe Rückzündsicherheit gegeben ist. Hierdurch eigenen sich Einsätze in Anlagen der chemischen Industrie oder auf Flugplätzen. ­Fluorhaltige Schaumlöschmittel werden aufgrund dieser herausragenden Löschleistungen jedoch oftmals auch für Brände anderer Brandklassen genutzt und verschmutzen infolgedessen die Umwelt unnötig. Doch wegen ihrer einzigartigen Eigenschaften verzichten die Hersteller ungern auf diese Chemikalien.

Umweltfreundliche Alternative

Seit 2008 ist der Einsatz des Tensids PFOS (Perfluorocylsulfonat) in Löschmitteln verboten, die gängigen Ersatzstoffe jedoch nicht frei von fluorhaltigen Substanzen. Langfristiges Ziel: PFC-haltige Löschmittel durch umweltfreundlichere Stoffe oder Verfahren ersetzen.

Einzelne Hersteller begegnen dem mit der Produktion von umweltfreundlichen, fluortensid- und fluorpolymerfreien Schaummittelkonzentraten. So liefern sie mit verschiedenen Löschmittelzusätzen eine effiziente Alternative zum effektiven Löschen von Bränden der Klasse A, B und Teilbereichen der Brandklassen C, D und F und werden dem Appell des Umweltbundesamtes nach der Produktion umweltfreundlicher Alternativen gerecht. Zugleich richtet sich das Umweltbundesamt an die Feuerwehren und ihre Verbände und fordert das Austesten sowie bei Erfolg den Einsatz der fluorfreien Löschmittel.

(Sarah Heggen)

(Aufmacherbild: Feuerwehrmänner löschen einen Brand mit Löschschaum. (Bild: Paul-Georg Meister  / pixelio.de))