Bonn, 19. August 2014 Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel besuchte gemeinsam mit Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) in Bonn und dankte stellvertreten allen Freiwilligen für ihren Einsatz und ihr Engagement.

Als Reaktion auf das bundesweite Engagement während des Hochwassers im Sommer vergangenen Jahres traf die Bundeskanzlerin im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) auf Männer und Frauen, die sich für die Bevölkerung einsetzen, informierte sich über die vielfältigen Aufgaben und Leistungen der in Bonn ansässigen Bevölkerungsschutzbehörden BBK und THW sowie der fünf Hilfsorganisationen DRK, ASB, JUH, Malteser und DLRG sowie des Deutschen Feuerwehrverbandes stellvertreten für die Arbeit der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren und tauschte sich mit den Ehrenamtlern aus.

Die Bundeskanzlerin zeigte sich beeindruckt von der Zivilcourage und lobte den unermüdlichen wie vielfältigen Einsatz der Helfer vor Ort in den zahlreichen vom Hochwasser betroffenen Gebieten. Dabei hob sie die Bedeutung des Ehrenamts hervor: “Sie sind die tragenden Säulen des Freiwilligen Engagements der freiwilligen Helferinnen und Helfer – ohne Sie ist kein Staat zu machen!” Anpacken wo Not am Mann ist ganz nach der Devise “Gemeinsam sind wir stark” – das zeichne das Ehrenamt aus, so Angela Merkel weiter. Ihre Bewunderung galt dem Engagement und der Einsatzbereitschaft der freiwilligen Helferinnen und Helfer, denn eine Katastrophe nehme keine Rücksicht auf Arbeits-, Tages- oder Nachtzeiten und fordere ein ums andere Mal, sich Gefahren für Leib und Leben auszusetzen: “Was Sie in und für unsere Gesellschaft leiten, ist im wahrsten Sinne unbezahlbar!” Auch die Menschen hinter den Helfern bedachte die Bundeskanzlerin mit Dank und bescheinigte ihnen ein großen Anteil am erfolgreichen Schutz der Bevölkerung, denn die Unterstützung der Familie, die unter Umständen für lange Zeit auf ihre Lieben verzichten müssen, sein dafür elementar.

Die Werte in der Gesellschaft, die durch das Ehrenamt gelebt werden – Hilfsbereitschaft, Solidarität und soziale Verantwortung – zeigten sich in der vielfältigen Arbeit, so Merkel. Die herausragende Arbeit des deutschen Katastrophenschutzes, der auf den Schultern des Ehrenamtes ruht, genieße national wie international ein hohes Ansehen und gilt als Vorzeigemodell. Damit diese Helfer nicht irgendwann allein da stehen, setzt die Bundesregierung auf die Nachwuchsarbeit. So hob die Bundeskanzlerin die Bedeutung der Jugendarbeit hervor.

Während ihres Rundgangs bei den einzelnen Präsentationsflächen der Bevölkerungsschutzbehörden und Hilfsdienste, an denen über die spezifische und vielfältige Arbeit berichtet wurde, bot sie den Ehrenamtlern ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte getreu dem Motto “Gutes noch besser machen”, beispielsweise bei der Freistellung vom Arbeitgeber im Einsatzfall oder die Anerkennung des Ehrenamtes.

Das BBK präsentierte neben dem Fernmessgerät im ABC-Schutz auch verschiedene Projekte zur Sensibilisierung für das Ehrenamt für Kindergarten- bzw. Schulkinder. Das DRK zeigte seine vielfältigen Einsatzbereiche sowie die jeweiligen Anforderungen neben Material und Einsatzfahrzeugen an den Beispielen Berg- bzw. Wasserwacht und Höhenrettung. Der ASB war (ebenfalls) mit einem Rettungstaucher samt Wasserrettungsboot neben einem Ehrenamtler der Motorradstaffel vor Ort. Zusätzlich schilderten Angehörige des Sanitätsdienstes von den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Die JUH kredenzte in ihrer mobilen Einsatzküche einen Mittagsimbiss, dessen Kostprobe sich die Kanzlerin nicht erwehren konnte. Malteser-Präsident von Brandstein-Zeppelin berichtete über besondere Erlebnisse im Hochwassereinsatz 2013, so z. B. von dem besonderen Engagement “seiner” Malteser bei der Evakuierung eines Altenheims. DFV-Präsident Kröger freute sich über die Anerkennung der Leistung der Feuerwehrkameraden seitens der Bundeskanzlerin doch gleichzeitig plädierte für ein breites Engagement des Bundes in Hinblick auf die Ausrüstung der Feuerwehrkräfte: „Man muss nicht nur ein gutes Klima für die Helferinnen und Helfer schaffen, sondern ihnen auch zeitgemäße Ausrüstung an die Hand geben!“, betonte Kröger. Die DLRG holte die Bundeskanzlerin ins Boot: gemeinsam mit Innenminister de Maizière nahm Angela Merkel Platz im Rettungsboot der DLRG und informierte sich über die unterschiedlichen Fachbereiche. Am Ende des Rundgangs wartete das THW mit Einsatzkräften und -material auf. Vizepräsident Friedsam bedankte sich bei der Kanzlerin für Ihr Kommen.

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Bilder: André Birr; CP-Fotoredaktion