Das Themenfeld Sicherheit ist breit, heterogen und hat sich in den letzten Jahren verändert, wenn nicht gar neu erfunden. Das Gebiet der zivilen Sicherheitsforschung und die Anzahl der Akteure, die dieses mitgestalten, wachsen beständig. Zahlreiche Veranstaltungen, eine steigende Zahl geförderter Forschungsprojekte und auch ein in der öffentlichen Diskussion bislang weniger zutage getretenes, aber breites und vielfältiges Studienangebot sind Ausdruck der Aktivität der Sicherheitsakteure. So werden die Curricula bestehender, traditioneller Studiengänge um Aspekte der Sicherheit erweitert, aber auch gänzlich neue Fachrichtungen und Angebote entstehen als Reaktion auf eine neue Nachfrage, resultierend aus neuen Herausforderungen, neuen Möglichkeiten, aber auch aus der Etablierung des Sicherheitsthemas in der deutschen Gesellschaft.

Erstmalig gibt nun der Studienführer „Sicherheit studieren. Studienangebote in Deutschland“ auf 109 Seiten und mit über 80 vorgestellten Studienangeboten eine Orientierung zu Studienmöglichkeiten rund um das Themenfeld „Sicherheit“ und unterstützt damit das Bundesministerium für Bildung und Forschung in der Umsetzung des Rahmenprogramms „Forschung für die zivile Sicherheit“.

Im Studienführer werden 28 grundständige Studienangebote (Bachelor) sowie 54 weiterführende Studienangebote (Master) portraitiert. Da Sicherheit ein Querschnittsthema ist, welches durch verschiedenste Blickwinkel betrachtet werden kann, finden sich Studienangebote in allen Wissenschaftsbereichen: Geistes- und Sozialwissenschaften, Lebenswissenschaften, Natur- und Ingenieurswissenschaften. Betrachtet man die Verteilung der Studiengänge auf die einzelnen Wissenschaftsbereiche, so zeigt sich zunächst ein erfreulicher hoher Anteil sozial- und geisteswissenschaftlicher ausgerichteter Studiengänge (26 von insgesamt 82 Studiengängen). Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass diese durch Managementstudiengänge dominiert werden, deren Beschreibungen weit gefasst sind und mehrheitlich betriebswirtschaftliche, psychologische, soziologische und bisweilen kriminal-und rechtswissenschaftliche Aspekte des Sicherheits- und Krisenmanagements umfassen. Neben 24 ingenieurswissenschaftlichen Studiengängen, welche in Mehrzahl auf IT-Sicherheit fokussieren, werden auch 24 interdisziplinär ausgerichtete Studiengänge vorgestellt. Grundgedanke der interdisziplinären Studiengänge ist eine stärker problemorientierte und damit fächerübergreifende Ausbildung der Studierenden z. B. im Bereich Katastrophenvorsorge und -management).

Betrachtet man den vorliegenden Studienführer als Ausgangspunkt und eine erste systematische Erfassung von Studienangeboten im Themenfeld Sicherheit, so verspricht die Zukunft in mehrfacher Hinsicht spannend zu werden. Die Angebotspalette der Studiengänge wird sich verändern, vermutlich eher erweitern. Inwieweit hiermit eine weitere Spezifizierung des Themenfeldes Sicherheit bzw. ein Beitrag zu begrifflicher Diskussion einhergeht, bleibt abzuwarten. Es wäre jedoch durchaus wünschenswert, wenn sich mit dem Studienführer eine stärkere Vernetzung der jeweiligen Anbieter ergeben würde. Hierdurch könnten Kompetenzen konzentriert und einem quantitativen Wildwuchs durch qualitative Verbesserung bestehender Angebote vorgebeugt werden. Darüber hinaus bedarf es aus wissenschaftlicher Sicht einer kritischen Reflexion dessen, was die veränderte Landschaft der Bildungsangebote für die Sicherheitskultur in Deutschland bedeutet. Der Studienführer soll einen ersten Beitrag dazu liefern und die Akteure der Bildungslandschaft – Studierende, Lehrende, Forschende und die Institutionen, denen sie angehören – über die vielfältigen Angebote informieren sowie zu einer Auseinandersetzung mit der Zukunft der Bildung in der Sicherheitsforschung einladen.

Der Studienführer ist als kostenlose Printausgabe sowie als Onlinefassung unter www.studienfuehrer-sicherheit.de erhältlich. Zu jedem Studienangebot werden neben einer inhaltlichen Beschreibung alle wichtigen Informationen zur Kontaktaufnahme sowie Fakten zum Studium (Abschluss, Dauer, Beginn, Unterrichtssprache und Gebühren) bereitgestellt.

Zudem ist er über die Forschungslandkarte „SecurityResearchMap“ des Bundes (www.securityresearchmap.de) verfügbar. Durch die beständige Aktualisierung der Informationen durch die Anbieter der Studiengänge selbst soll hier langfristig ein aktueller Überblick zum Studienangebot in Deutschland zur Verfügung stehen.

CoverLars Gerhold, Jochen Schiller, Saskia Steiger (Hrsg.):
Sicherheit studieren. Studienangebote in Deutschland
Forschungsforum Öffentliche Sicherheit
Schriftenreihe Sicherheit Nr. 15. Berlin, 2014.
Text: Lars Gerhold
Vorworte: Thomas Rachel, MdB (Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung), Clemens Binninger, MdB (CDU), Frank Tempel, MdB (DIE LINKE)
Broschur, 17 x 24cm, 109 Seiten
ISBN: 978-3-929619-85-0
ISBN: 978-3-929619-86-7

(Online-Version verfügbar unter www.studienfuehrer-sicherheit.de)

Dr. Lars Gerhold

Lars Gerhold_kleinAnschrift des Verfassers:
Dr. Lars Gerhold
Forschungsforum Öffentliche Sicherheit
Freie Universität Berlin
Carl-Heinrich-Becker-Weg 6-10, 12165 Berlin
Tel: 030/838-51693
Fax: 030/838-457367
URL: www.sicherheit-forschung.de

geb. am 27. Juli 1976 in Kassel
1997 – 2002: Studium der Politikwissenschaften, Psychologie und Soziologie an der Universität Kassel
2003 – 2005: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychologie der Universität Kassel
2008: Promotion zum Umgang mit makrosozialer Unsicherheit
2005 – 2009: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Futur der Freien Universität Berlin
Seit 2009: Leiter der Koordinierungsstelle des Forschungsforums Öffentliche Sicherheit an der Freien Universität Berlin
Verantwortlich für die fachliche Strukturierung sowie die Konzeption und Koordination der angesiedelten wissenschaftlichen Projekte.
Forschungsschwerpunkte: Sozialwissenschaftliche Risiko- und Sicherheitsforschung, wissenschaftliche Zukunftsforschung, gesellschaftlicher Wandel und Sicherheitskultur.