Ob Fußballbundesliga oder Demonstrationsveranstaltung – entzündete Pyrotechnik stellt trotz Verboten immer häufiger eine Gefahr dar und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Doch die bisher als unlöschbar eingestuften pyrotechnischen Stoffe stellen künftig kein Problem für BOS-Einsatzkräfte mehr dar.

Mit dem ursprünglich speziell für den Polizeieinsatz entwickelten Sonderlöscher P 3,5 zur Ablöschung von beispielsweise brennenden Personen lassen sich nun auch bengalische Fackeln und Rauchkörper einfach und effizient löschen. Dank ausgesuchter Komponenten und einer mehrjährigen Versuchsreihe wurde der P 3,5 stetig weiterentwickelt und optimiert, so dass er sich für den Einsatz von BOS-Kräften – auch unter erschwerten Bedingungen – hervorragend eignet.

Seit mehr als fünf Jahren bewährt sich der P 3,5 im Polizeieinsatz. Er bietet neben seiner einfachen und effizienten Handhabe den Vorteil, dass Nachzündungen der PSA von bereits abgelöschten Einsatzkräften aufgrund des verwendeten Löschmittels unterbunden wird.

Abb. 2: Der Gebrauch des P 3,5 bedarf einer speziellen Anwendungsschulung. (Bild: ANB)

Abb. 2: Der Gebrauch des P 3,5 bedarf einer speziellen Anwendungsschulung. (Bild: ANB)

Sofortiges Löschen von Pyrotechnik

Ob im Fußballstadion (ganz gleich welcher Liga), bei Konzertbesuchen, bei Demonstrations- oder Großveranstaltungen: Der handliche Sonderlöscher P 3,5 ist speziell auf die Bedürfnisse von Polizei, Feuerwehr und Sicherheitskräften ausgerichtet. Das Einsatzspektrum reicht dabei vom Ablöschen brennender Personen bis hin zu pyrotechnischen Stoffen.

Durch seine kompakte Bauweise weist er einen hohen Tragekomfort mit geringer Gewichtsbelastung (8,8 kg) auf bei einem Löschmittelvorrat von 3,5 Litern. Die schwer entflammbare Rückentrageeinheit passt sich den unterschiedlichen Anatomien der Einsatzkräfte an.

Die Einsatzzeit des Löschers beträgt 14 Sekunden. In dieser Zeitspanne können eine Person und bis zu sieben pyrotechnische Gegenstände oder ein Molotowcocktail zusätzlich gelöscht werden. Die Konstruktion erlaubt eine schnelle Befüllbarkeit im Einsatz bei geringem Kostenanfall. Der Befüllvorgang ist im Einsatz jederzeit sicher in knapp zwei Minuten von eingewiesenem Personal gänzlich ohne Werkzeug durchzuführen.

Technische Daten

Der Sonderlöscher P 3,5 besteht aus einem Wasserlöscher mit dem brandhygienisch und biologisch geprüften Löschmittelzu­satz FireAde 2000. Zugelassen ist der P 3,5 ist für die Brandklassen A, B und Pyrotechnik.

Befüllt wird der gegen Korro­sion geschützte Edelstahlbehälter mit Druckluft. Der Betriebsdruck liegt bei ca. 20 bar. Dies erlaubt eine Wurfweite von acht bis zwölf Metern. Somit lassen sich beispielsweise in Brand geratene Banner in Stadien aus sicherer Distanz und ohne Zutritt in den entsprechenden Gefahrenbereich sicher und zuverlässig löschen und Gefahren für darunter stehende Personen minimieren.

Abb. 3: Der Sonderlöscher P 3,5 erfüllt alle Anforderungen für den vielfältigen Einsatz der BOS-Kräfte. (Bild: BOS Trainingszentrum)

Abb. 3: Der Sonderlöscher P 3,5 erfüllt alle Anforderungen für den vielfältigen Einsatz der BOS-Kräfte. (Bild: BOS Trainingszentrum)

Einsatzfähig ist der P 3,5 im Temperaturbereich von +60 bis -20 °C. Der Verdrehschutz an der Löschpistole und der besondere Aufbau des Druckschlauches verhindern das Knicken des Druckschlauches. Ein Durchtrennen des Druckschlauches ist aufgrund seiner Konstruktion mit normalen Mitteln fast unmöglich. Natürlich gilt bei der Ablöschung von Pyrotechnik äußerste Vorsicht. Eine spezielle Ausbildung des Einsatzpersonals sowie eine dem Einsatzzweck entsprechende PSA nach dem neuesten Stand der Technik sind Pflicht.

(Sarah Heggen)

Aufmacherbild: Im Bruchteil von Sekunden lassen sich pyrotechnische Stoffe effizient ablöschen. (Bild: BOS Trainingszentrum)