Katastrophenschutzübung: Bundeswehr als Helfer in der Not

Mit TERREX 2016 setzte das Landeskommando Rheinland-Pfalz seine Übungen zum Themenkomplex „Hilfeleistungen der Bundeswehr im Katastrophenfall und bei Großschadensereignissen“ fort. Insgesamt 100 Soldaten und 30 Mitarbeiter ziviler Katastrophenschutzorganisationen waren vom 17. bis 19. November in Mainz dabei, darunter auch Vertreter der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule.

Das Wappen der Joint Cooperation 2017 - Das Wappen vereinigt symbolisch die Zusammenarbeit von Militär und Gesellschaft.

Das Wappen der Joint Cooperation 2017 – Das
Wappen vereinigt symbolisch die Zusammenarbeit von Militär und Gesellschaft.

Das Szenario: Tagelanger Dauerregen im Südwesten Deutschlands führt am Rhein und seinen Zuflüssen zu starkem Hochwasser. Für die betroffenen Landkreise wird die Situation zunehmend kritisch: Deiche brechen, Straßen werden überschwemmt, Krankenhäuser müssen evakuiert werden.

Die zivilen Katastrophenschutzstäbe arbeiten mit Hochdruck, doch die Lage verschärft sich zunehmend. Nun soll die Bundeswehr mit Mensch und Material unterstützen, die entsprechenden Kreisverbindungskommandos werden aktiviert. In Mainz ist das Lagezentrum des Landeskommandos bereits hochgefahren, TERREX 2016 beginnt.

40 Einlagen simulieren den Ernstfall und fordern den Teilnehmer einiges ab. 13:00 Uhr: Die Technische Einsatzleitung der Stadtverwaltung Frankenthal benötigt Hilfe. Die Kläranlage der BASF befindet sich im Überschwemmungsgebiet und ist durch einen Sandsackverbau gesichert. Rund weitere 30.000 Sandsäcke sollen mit watfähigen Fahrzeugen zum Einsatzort zur Erhöhung des Damms transportiert werden. Im weiteren Verlauf der Übung müssen Gebäude evakuiert, Bewohner in Sicherheit gebracht, Notunterkünfte gebaut und Transportmöglichkeiten bereitgestellt werden. Das Bezirksverbindungskommando zur Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier sowie die Kreisverbindungskommandos (KVK) zu den kreisfreien Städten Frankenthal, Landau, Ludwigshafen, Speyer und zu den Landkreisen Altenkirchen, Germersheim, Rhein- Lahn-Kreis und Rhein-Pfalz-Kreis nehmen an der Übung teil. Nach einer ersten Bewertung leiten sie die Hilfeleistungsanträge an das Landeskommando weiter. Im Lagezentrum werden sie abschließend bearbeitet und die daraus resultierenden Unterstützungsleistungen koordiniert.

Über den Übungsverlauf informierten sich vor Ort der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz und ADD-Präsident Thomas Linnertz. Sie besuchten das Lagezentrum des Landeskommandos sowie einige Übungszellen der Teilnehmer. Lewentz bezeichnete die zivil-militärische Zusammenarbeit als wichtiges Gut: „Es ist bemerkenswert, wie sie sich im Land entwickelt hat. Da es immer weniger Bundeswehr-Standorte in Rheinland-Pfalz gibt, brauchen wir die Fähigkeiten der Verbindungskommandos im Landkreis.“ Der besondere Dank des Staatsministers galt dem ehrenamtlichen Engagement der Reservisten. Oberst Erwin Mattes, Kommandeur des Landeskommandos, bewertete die Übung als anspruchsvoll und gelungen. Die Teilnehmer seien motiviert und engagiert gewesen und hätten eine hohe Kompetenz gezeigt. „Ich habe das Gefühl, ich kann mich auf die teilnehmenden Verbindungskommandos voll verlassen“, so der Kommandeur.

Auf großes Interesse stieß die TERREX 2016 auch bei Politikern. So nutzten die Bundestagsabgeordneten Ursula Groden-Kranich und Michael Hartmann aus Mainz sowie Dr. Thomas Gebhart
und Thomas Hitschler aus der Südpfalz die Gelegenheit, bei der Übung in Mainz vorbeizuschauen, ebenso der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger und die Beigeordneten Dieter Feid aus Ludwigshafen und Günter Knautz aus dem Landkreis Altenkirchen.
Autor: Irene Bühler-Rech

Kompetenz in Sachen ZMZ

Das Kommando Territoriale Aufgaben führt den militärischen Anteil in der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit, wie beispielsweise die Unterstützungsleistungen der Bundeswehr bei Unwettern, Großveranstaltungen oder, wie im vergangenen Jahr, in der Flüchtlingshilfe.

Als aktuell anstehende Aufgaben wurden die ressortübergreifende Übung GETEX im März und der G-20-Gipfel im Juli in Hamburg vorgestellt. Die fachliche Unterstützung liegt beim Zentrum Zivil-Militärische Zusammenarbeit. Der Kommandeur, Oberst i.G. Joachim Miller, stellte die Aufgaben des Kompetenzzentrums in Nienburg vor. „Es ist die Ausbildungs- und Weiterentwicklungsstätte für Zivil-Militärische Zusammenarbeit für Hilfseinsätze im Inland und bei Auslandseinsätzen.“

Insgesamt fand die Veranstaltung regen Anklang. Führende Mitglieder des Deutschen Feuerwehrverbandes, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), des Deutschen Roten Kreuzes
sowie der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Malteser Hilfsdienstes waren vertreten. Schnell entwickelte sich die Informationsveranstaltung zu einem Dialog mit Fragen und Diskussionen.

Abschließend zog Generalmajor Knappe eine positive Bilanz und erklärte: „Diese Veranstaltung war Auftakt und Anregung für einen regelmäßigen Austausch mit unseren zivilen Partnern,
und wir werden sie zum festen Termin unserer Agenda machen“.
(Autor: Susanne Lopez)

Anmerkung der Redaktion: Der Abdruck der Beiträge „Neuesaus der ZMZ“ erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Kommandos Streitkräftebasis, Presse-und Informationszentrum.