Von der Überwachung von Großveranstaltungen bis hin zum Medikamententransport –Drohnen eröffnen Behörden mit Sicherheitsaufgaben (BOS) vollkommen neue Möglichkeiten. Ein intelligentes Tool verbindet die Luftroboter mit den Systemen von Polizei, Feuerwehr und Co.

Immer häufiger werden sie gesichtet: unbemannte Flugsysteme – landläufig als Drohnen bekannt. Während sie sich offenkundig im Freizeitbereich seit geraumer Zeit wachsender Beliebtheit erfreuen, erobern sie – Amazon lässt grüßen – nun auch den gewerblichen Sektor. Als Multifunktionstool werden sie für viele kommerzielle Zwecke in den verschiedensten Branchen eingesetzt. Prominenteste Beispiele liefert der Versandhandel, der seine traditionellen Zustellsysteme künftig um den Drohneneinsatz erweitern und die Fluggeräte für die Paketzustellung einsetzen will. Aber auch in Industrie, Landwirtschaft und zunehmend auch im öffentlichen Sicherheitssektor stellen Quadro- und Oktokopter ihr großes Nutzenpotenzial unter Beweis.

Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) wie Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz profitieren besonders von der Anfang 2017 durchgeführten Anpassung der auf Bundesebene geltenden „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“. Durch die Überarbeitung dieser gesetzlichen Grundlage wurden die Auflagen für den BOS-Bereich gelockert, sodass der grundsätzliche Flugbetrieb von Drohnen rechtlich abgesichert ist und die Vorteile des Drohneneinsatzes BOS zugutekommen können.

Bereits aus finanzieller Sicht punkten die kleinen fliegenden Helfer, da Drohnen eine kostengünstige Alternative zu Hubschrauber und Überwachungsflugzeug darstellen. Ein weiterer Vorteil ist die damit einhergehende verringerte Gefährdung von Personen während eines Einsatzes. Denn gefährliche Situationen lassen sich mit ausreichendem Sicherheitsabstand für alle Beteiligten vorab aus der Luft einschätzen.

Risikominimierung: Sondierung der Lage „von oben“

Über Drone2Map lassen sich hochauflösende Orthofotos von Gebäuden generieren. (Bild: Esri eutschland)

Über Drone2Map lassen sich hochauflösende Orthofotos von Gebäuden generieren. (Bild: Esri eutschland)

Drohnen können in Bereiche vordringen, die für Menschen zu gefährlich oder unerreichbar sind und bieten so risikoarme Möglichkeiten bei Aufklärungs-, Such- oder Rettungsmissionen: zum Beispiel bei der Innenerkundung von Gebäuden nach oder während eines Ereignisses oder bei der Überwachung von Großveranstaltungen.

Die Sondierung der Lage „von oben“ ist aktueller denn je und zentraler Bestandteil der täglichen Polizei- und Feuerwehrarbeit. Potentielle Gefährdungen in Menschenansammlungen lassen sich dank Drohnen direkt in der Lagekarte frühzeitig erkennen und darstellen. Die Einsatzoptionen können damit entsprechend optimiert werden.

Je nach technischer Ausstattung der fliegenden Helfer können zusätzliche, für die Lage wichtige Parameter aufgenommen werden. So ermöglichen Wärmebildkameras die zielgerichtete Suche nach Verletzten im Umkreis eines Unfallortes oder Sensoren führen Gefahrstoffmessungen in der Luft während einer Brandsituation oder eines ABC-Vorfalles durch. Selbst den Transport von Hilfsgütern und Medikamenten in abgeschnittene Gebiete, beispielsweise nach Naturkatastrophen, können Drohnen übernehmen.

Schnelle Datenanalyse dank innovativer Technik

Lange Akkulaufzeiten, hochauflösende Kameras und eine robuste Bauweise prädestinieren die aktuelle Generation der fliegenden Roboter für den Einsatz bei BOS. Für die Nutzung während einer aktiven Lage ist insbesondere die Live-Übertragung von Bildern und Videos sowie die Aufzeichnung des Materials für spätere Analysen für Feuerwehren und Polizei interessant. Bilder aus der Vogelperspektive verschaffen Einsatzleitern einen Gesamtüberblick über die Einsatzstelle.

Für optimale Befliegungsergebnisse und deren anschließende Einbindung und Nutzung in bestehende Leit- und Kommunikationssysteme ist eine flexible Schnittstelle notwendig. Über diese Softwarekomponente wird eine anwenderfreundliche und schnelle Verarbeitung und eine zeitnahe Bereitstellung des aufgenommenen Bildmaterials realisiert.

Drone2Map – die Brücke zur Lagekarte

3D-Ansichten können mit Drone2Map in verschiedenen Ausführungen erstellt werden. (Bild: Kreisverwaltung Soest)

3D-Ansichten können mit Drone2Map in verschiedenen Ausführungen erstellt werden. (Bild: Kreisverwaltung Soest)

Mit Drone2Map for ArcGIS bietet der Software-Hersteller Esri ein Werkzeug, das diese Anforderungen erfüllt. Die übersichtliche Benutzeroberfläche ermöglicht auch Bildverarbeitungs-­laien einen einfachen Einstieg ohne langes Einarbeiten. Die Photogrammetrie-Engine zur optischen mehrdimensionalen Vermessung in Drone2Map for ArcGIS wird vom Bildverarbeitungsexperten Pix4D bereitgestellt. Sie liefert qualitativ hochwertige 2D- und 3D-GIS-Bildprodukte zur Visualisierung und Auswertung in ArcGIS.

Orthofotos, Punktwolken, Geländemodelle und 3D-Meshes lassen sich einfach erstellen und als Kachel-, Imageservice oder WebSzene in ArcGIS Online freigeben und in die bestehende ArcGIS Infrastruktur integrieren. Die Einbindung in Webkarten und deren zentrale Bereitstellung ermöglicht einem vordefinierten Anwenderkreis den Zugriff auf Bilder sowohl über eine Desktop-GIS-Anwendung als auch auf mobilen Endgeräten, damit auch die Einsatzkräfte am Ort des Geschehens sofort auf die für sie wertvollen Informationen zugreifen können.

Verschiedene Verarbeitungsmodi ermöglichen eine schnelle Bereitstellung – auch von größeren Bilddaten, um zeitnahe Ergebnisse zu generieren. Durch die Freigabe in ArcGIS Online können die Live-Bilder aus der Lage mit zahlreichen GIS-Werkzeugen analysiert und ausgewertet werden.

Stephanie Fröhlich
Solution Engineer Öffentliche Sicherheit
Esri Deutschland GmbH