Zukunftsfähiges, skalierbares Einsatzmanagement-System von Tyco vernetzt fünf Regionalleitstellen und die Landesfeuerwehrschule in Brandenburg

Zur Harmonisierung der Leitstelleninfrastruktur erhielt die Tyco Tochtergesellschaft CKS Systeme GmbH den Auftrag, in Brandenburgs fünf Regionalleitstellen sowie in der Landesfeuerwehrschule die Einsatzmanagementsoftware CELIOS® zu implementieren. Verantwortliche Disponenten der vernetzten Leitstellen können über ein Webportal auf landesweit einheitliche einsatzrelevante Daten zugreifen und so im intelligenten Verbund effizienter und schneller agieren und bei Großschadenslagen besser koordiniert zusammenarbeiten.

Schutz kritischer Infrastrukturen im Fokus
landkarteDurch seine Gesamtfläche von 29.476 km2 zählt Brandenburg mit seinen 2,49 Millionen Einwohnern zu den flächenreichsten Ländern Deutschlands. Politisch gliedert sich die Region in 14 Landkreise und vier kreisfreie Städte. Seit einer Neustrukturierung im Jahr 2008 gibt es in Brandenburg fünf Regionalleitstellen für Brand- und Katastrophenschutz sowie für den Rettungsdienst; dazu zählen die Gebiete Lausitz, Nord-West, Nord-Ost, Oderland und Brandenburg. Jede von ihnen ist gleichermaßen für die Sicherheit zuständig. In ihrem Einzugsgebiet liegen eine Reihe potenzieller Gefahrenpunkte, zum Beispiel der neue Flughafen „Willy Brandt“ sowie große Industrieanlagen. So verarbeitet zum Beispiel die PCK Raffinerie GmbH in Schwedt an der Oder jährlich rund zwölf Millionen Tonnen Rohöl und unterhält ein umfangreiches Tanklager. In der Region Schwarzheide betreibt die BASF ein großes Chemie-Werk, aber auch der bekannte Industriekomplex „Schwarze Pumpe“ oder der Tagebau Jänschwalde liegen im Sicherungsbereich der Brandenburger Leitstellen. Hinzu kommen hohe Waldbrand- und Hochwassergefahr. Gefährlich bleiben zudem zahlreiche Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg.

Mehr Ausfallsicherheit durch vernetzte Redundanzsysteme
112Bereits im Jahr 2007 wurde von der Landesregierung ein Projekt zur Leitstellenharmonisierung initiiert. Aufgrund jahrzehntelanger Expertisen im Rettungswesen und einem konsequent anwenderorientierten Lösungsportfolio erhielt die CKS Systeme GmbH Ende 2012 den Auftrag, in den fünf Regionalleitstellen in Brandenburg sowie in der Landesfeuerwehrschule am Standort Eisenhüttenstadt die Software CELIOS® zu implementieren. „Ziele des Projektes waren, eine effektive technische Grundlage für eine verbesserte Koordination gemeinsamer Aufgaben und Einsätze zu schaffen, auch bei Großschadenslagen“, erklärt Robert Richter, Geschäftsstelle der kommunalen Arbeitsgemeinschaft der Regionalleitstellen des Landes Brandenburg (Netzwerk 112). „Wichtig für uns waren außerdem integrierte Redundanzfunktionen bei technischen oder organisatorischen Ausfällen der Regionalleitstellen. Auch die Qualität der Feuerwehr- und Rettungsdienst-Ausbildung sollte durch die neue Infrastruktur und Integration der Landesfeuerwehrschule verbessert werden.“

Vernetzt gegen Extremwetterlagen und Terrorismus

Bereits die Jahrhundertflut 2013 hatte gezeigt, dass effektives Katastrophen-Management nicht zuletzt eine Frage des Informationsflusses ist. Dazu Robert Richter: „Die Gefahr von Großschäden wird zunehmen, zum Beispiel durch Extremwetterlagen, aber auch durch den Terrorismus.“ Daher setzt man in Brandenburg schon heute auf Vernetzung über ein zentrales Web-Portal. Es stellt allen Disponenten dieselben Einsatzdaten zur Verfügung. Außerdem können sich die Leitstellen bei Systemausfällen gegenseitig unterstützen.

Zug um Zug wurde das übergreifende Einsatzmanagementsystem CELIOS® an allen sechs Standorten eingesetzt; Projektabschluss war 2015. Heute profitieren Disponenten wie auch der mobile Rettungsdienst von dem modularen und zukunftsfähigen System. So müssen Disponenten bei der Notrufannahme schnell und präzise Daten erfassen und aufgabenspezifisch an die Einsatzkräfte weiterleiten. Hierzu liefert CELIOS® klar aufbereitete Informationen und eine verbesserte Navigation: Orte lassen sich durch Schnelleingabe von Suchkriterien rascher wie eindeutiger erfassen. Über umfangreiche Dispositions- und Alarmierungslogiken kann die Software beispielsweise Qualifikationen und Beladungen oder wachenbezogene Alarmierung berücksichtigen und Qualifikationen bei rückmeldefähigen Pagern bewerten. Hinzu kommt die Anbindung an das Digitalfunksystem TETRA. Robert Richter fügt hinzu: „Aufgrund der Beschaffenheit des Landkreises ist es auch wichtig, dass unsere mobilen Einsatzkräfte spezielle Daten mobil abrufen können.“ So lassen sich mit der CKS Software CELIOS® direkt vom Einsatzleitwagen aus aktuelle Informationen und verfügbare, bereits eingesetzte Ressourcen abzurufen.

„Mit dem Leitstellensystem von CKS können wir schneller, sicherer und effektiver arbeiten“ gibt sich Robert Richter zufrieden. „Auch die Ausbildung ist nun realistischer, weil wir – selbstverständlich in anonymisierter Form – echte Orts- und Alarmierungsdaten aus dem System an den Lehrleitstellen einsetzen. Damit sind wir auch für Bedrohungsszenarios der Zukunft gut gerüstet.“

Beitragsgrafik: Leitstellen-Vernetzung am Beispiel Brandenburg: Kreisverwaltung, Aufgabenträger und Leitstellen greifen auf denselben Datenbestand zu. Die Stammdaten werden in anonymisierter Form auch für die Ausbildung verwendet. Grafik: Ingolf Zellmann

 

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