26.04.2022 •

BBK will Versorgung im Zivilschutz ausbauen

„Labor Betreuung 5.000“ im Einsatz in Berlin-Tegel"

Das BBK unterstützt bei der Bewältigung der Folgen des Ukraine-Krieges. Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat am Donnerstag das Ankunftszentrum für Ukraine-Flüchtlinge auf dem früheren Flughafen Berlin-Tegel besucht, gemeinsam mit der Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, Gerda Hasselfeldt, und dem Präsidenten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Armin Schuster.

Sie besichtigten Notunterkünfte für mindestens 1.000 Flüchtlinge auf dem ehemaligen Rollfeld. Das Material stammt aus dem Pilotprojekt „Labor Betreuung 5.000“, das vom BBK konzipiert wurde.

Nancy Faeser, Bundesministerin des Innern und für Heimat:

„Ich bin sehr dankbar, dass das BBK und das DRK hier mit der Zivilschutzreserve des Bundes das Land Berlin so schnell und unkompliziert unterstützt haben. Den Helferinnen und Helfern des THW danke ich sehr herzlich für die Unterstützung beim Aufbau.

Jetzt können die Geflüchteten bestmöglich versorgt werden, auch wenn die Unterkünfte innerhalb der Flughafengebäude zeitweise voll sind. Mit den mobilen Modulen der Betreuungsreserve des Bundes ist es sehr schnell möglich, Menschen in Not unterzubringen und zu versorgen. Wir haben in der Koalition bereits vereinbart, diese Reserve weiter auszubauen. Ein zweites Modul wird bereits beschafft.“

Die Module gleichen einer mobilen, weitgehend autarken Kleinstadt mit Unterkunftsmöglichkeiten für jeweils 5.000 Menschen, mobilen Küchen, Trinkwasseraufbereitung, netzunabhängiger Energieversorgung, Sanitäranlagen und mobiler Arztpraxis bis hin zu Spezialfahrzeugen.

Das Material in Berlin-Tegel hat das Deutsche Rote Kreuz im Auftrag des Landes Berlin aus der Betreuungsreserve des Bundes für den Zivilschutz als Pufferkapazität zur Überbrückung von Engpassressourcen bereitgestellt.

BBK-Präsident Armin Schuster:

„Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir noch vor Ende der Erprobungsphase derart viele reale Einsätze haben werden. Unser Projekt läuft seit 2020 und noch bis Ende 2024.

Weil wir zügig beschafft haben, konnte das Material direkt in den Einsatz gehen und schon jetzt vielfach Hilfe leisten. Das Pilotprojekt ist jedoch nur der Anfang. Für eine wirksame Reserve in der Betreuung benötigen wir mindestens 20 Module, um 100.000 Menschen auf diese Weise kurzfristig unterbringen zu können.

Beteiligt am Pilotprojekt „Labor Betreuung 5.000“ sind neben dem DRK mit Erprobungsstart alle anerkannten Hilfsorganisationen (Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst).

Wir haben hier die geballte Fachexpertise vereinigt, um sinnvolle und praxistaugliche Konzepte zu erarbeiten und entsprechendes Material und Gerätschaften zu beschaffen. Notwendig ist eine Verzahnung aller Akteure. So arbeitet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auch in allen anderen Bereichen des Zivilschutzes mit den entscheidenden Akteuren zusammen.

Die Erarbeitung kluger Konzepte erfordert Personalressourcen und die Umsetzung der Projekte kostet Geld. Die Krisen des letzten Jahres haben gezeigt, dass die kurzfristige menschenwürdige Unterbringung von 100.000 Menschen keine Theorie ist, sondern sehr plötzlich bittere Realität werden kann. Und deshalb hoffen wir, dass die bisher nicht ausreichenden Haushaltsansätze im parlamentarischen Verfahren im Sinne des Zivilschutzes noch einmal nachhaltig gestärkt werden.“

Während des Termins am Flughafen hatte auch die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, eine Zeitenwende im Bevölkerungsschutz angemahnt: „Der Bund darf nicht nur an den militärischen Schutz denken, er muss den Zivilschutz sofort und nachhaltig stärken. Beides wurde seit Ende des Kalten Krieges stark zurückgefahren. Nicht erst der Ukraine-Krieg zeigt, dass hier einiges geschehen muss”.

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