BKA ermittelt zu Fi­nanz­da­ten­leaks

Ein­satz­maß­nah­men we­gen des Ver­dachts der Geld­wä­sche und Steu­er­hin­ter­zie­hung

PantherMedia / Ronalds Stikans

Es fanden mehrere Einsatzmaßnahmen wegen des Verdachts der Geldwäsche und der Steuerhinterziehung in mehreren Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main statt.

Ermittlungen gegen einen Geschäftsmann in Brandenburg

Einsatzkräfte des Bundeskriminalamts durchsuchten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main (Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftssachen) heute Räumlichkeiten einer Im- und Exportfirma sowie Wohnräume eines Beschuldigten in Brandenburg wegen des Verdachts der Geldwäsche. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, Gelder, die aus im Ausland begangenen Straftaten herrühren, in den legalen Wirtschaftskreislauf in Deutschland eingebracht zu haben, um so die tatsächliche Herkunft der Taterlöse zu verschleiern. Dies soll unter anderem in der Weise erfolgt sein, dass über die Firmenkonten betriebsfremde Zahlungen für in Russland ansässige Privatpersonen geleitet wurden. Ferner besteht der Verdacht, dass von so genannten Offshore‑Gesellschaften Gelder im Wert von mehr als 7 Millionen EURO transferiert wurden.

Die Verdachtslage für die Aufnahme der Ermittlungen gegen den Beschuldigten ergibt sich aus Daten aus dem Verfahrenskomplex des so genannten "Troika Laundromaten". "Troika Laundromat" bezeichnet ein Geldwäschenetzwerk, in dessen Zentrum die ehemalige russische Investmentbank TROIKA DIALOG steht, die ein Netzwerk von Offshore‑Gesellschaften mit Konten bei baltischen Banken unterhalten haben soll. Das Bundeskriminalamt ist seit Anfang 2019 im Besitz von Datenbeständen zu diesem Netzwerk.

Ermittlungen gegen deutsche Kunden einer Bank in Puerto Rico

In einem weiteren Verfahren ermitteln das Bundeskriminalamt und die Finanzbehörden der Länder Hessen und Nordrhein-Westfalen unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und Geldwäsche gegen deutsche Kunden einer Bank mit Sitz in Puerto Rico. Die Beschuldigten werden verdächtigt, mit Hilfe der Bank Offshore-Gesellschaften gegründet zu haben, um Kapitalerträge vor dem deutschen Fiskus zu verbergen und die dafür anfallenden Steuern zu hinterziehen.

Im Zuge dieser Ermittlungen fanden heute Durchsuchungen in den Wohnräumen von sechs deutschen Beschuldigten in Hessen (Wiesbaden, Frankfurt am Main, Hattersheim, Neu-Anspach, Oberursel, Schwalbach am Taunus) und Nordrhein-Westfalen (Bonn) sowie weitere Maßnahmen bei mehreren Banken im gesamten Bundesgebiet statt. Ziel der Durchsuchungsmaßnahmen war es, Beweismittel über nicht versteuerte Auslandseinkünfte der Beschuldigten zu erlangen und die tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse der Offshore-Gesellschaften in den Steueroasen aufzuklären, insbesondere die wirtschaftlich Berechtigten der jeweiligen Offshore-Gesellschaften festzustellen. Ermittlungen gegen weitere deutsche Kunden der Bank dauern an. Ausgangspunkt der Ermittlungen sind Kundendaten aus so genannten Finanzdatenleaks.

Mehr zu den Themen:

Verwandte Artikel

BKA: Europaweiter Aktionstag gegen Hasspostings

BKA: Europaweiter Aktionstag gegen Hasspostings

Seit den frühen Morgenstunden des 03. November 2020 sind europaweit Polizistinnen und Polizisten im Rahmen eines Aktionstages gegen Hass und Hetze im Internet im Einsatz. 96 Beschuldigte werden zu ihren im Internet veröffentlichten Hasskommentaren...

Feld­start der Bund-Län­der-Dun­kel­feld­be­fra­gung "Sicherheit und Krimi­nalität in Deutsch­land"

Feld­start der Bund-Län­der-Dun­kel­feld­be­fra­gung "Sicherheit und Krimi­nalität in Deutsch­land"

Ab heute erhalten über 120.000 Bürgerinnen und Bürger, die per Zufall ausgewählt wurden, Post im Auftrag des Bundeskriminalamts: Mit einem Ankündigungsschreiben werden sie über das Projekt "Sicherheit und Kriminalität in...

Eu­ro­pa­wei­te Kon­trollak­ti­on der Polizei zeigen Kriminalitätsfeld

Eu­ro­pa­wei­te Kon­trollak­ti­on der Polizei zeigen Kriminalitätsfeld

In der Woche vom 14.09.2020 bis 20.09.2020 haben europaweite Kontrolltage zur Bekämpfung des Menschenhandels und Ausbeutung der Arbeitskraft stattgefunden. Polizei- und Zollbeamte in zwölf Bundesländern haben mit Unterstützung des BKA über...

: