25.08.2021 •

BKA star­tet „Inf­o­por­tal Ex­tre­mis­musprä­ven­ti­on“

Extremismus hat viele Facetten: Er kann religiös oder politisch motiviert sein, er kann Menschen zu extremen Gewalttaten anstiften oder Hass und Hetze im Internet verbreiten. Neben der Strafverfolgung ist die Prävention ein wichtiger Baustein, um Extremismus vorzubeugen, ihm entgegenzuwirken oder Menschen dabei zu helfen, aus ihrem radikalisierten Umfeld auszusteigen.

Für diese Präventionsarbeit setzen sich viele Akteure ein: Neben staatlichen Institutionen engagieren sich auch Vereine oder Nichtregierungs­organisationen. Doch wer bietet welche Angebote an? Wo befindet sich die nächste Anlaufstelle? Diese Fragen beantwortet das neue „Infoportal Extremismusprävention“, das vom Bundeskriminalamt entwickelt wurde. Die Webseite des Portals ist ab sofort online abrufbar.

„Die Extremismusprävention wird in Deutschland sehr engagiert betrieben“, sagt Dr. Uwe Kemmesies, Leiter der Forschungsstelle Terrorismus/Extremismus im Bundeskriminalamt. „Allerdings fehlte bislang ein aktueller und zentraler Überblick über die verschiedenen Angebote“, fügt er hinzu.

Ein vom BKA gestalteter „Präventionsatlas“ erlaubt den Nutzerinnen und Nutzern der neuen Webseite nun, gezielt nach Präventionsprogrammen zu suchen. Es gibt Filterfunktionen – etwa nach dem Alter der Zielgruppe oder nach der Form des Extremismus – und eine anschauliche Karte, auf der die Ergebnisse angezeigt werden. Über 2.000 Präventionsangebote aus ganz Deutschland sind auf der neuen Webseite bereits abrufbar. Und es sollen noch mehr werden, denn die Seite hat eine Kontaktfunktion:

 „Vorschläge zu Präventionsangeboten können darüber im BKA eingehen, werden hier geprüft und dann in die Datenbank eingepflegt“, erläutert Kemmesies.

Auf der neu geschaffenen Webseite bietet das BKA außerdem umfassende Informationen zu verschiedenen Themenbereichen der Extremismusprävention an. So wurde das im vergangenen Jahr veröffentlichte „Handbuch Extremismusprävention“ für das Infoportal so aufbereitet, dass ein leichter Zugang zu dem darin enthaltenen Wissen möglich ist. Hier finden sich sowohl Informationen zu den verschiedenen Phänomenbereichen als auch zu den Prozessen der Radikalisierung. Darüber hinaus werden Ansätze der Präventionsarbeit sowie Praxiserfahrungen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen vorgestellt und beleuchtet.

„Das Handbuch hat erstmals die aktuellen Wissensstände zur Extremismusprävention zusammengeführt und kann auf der neuen Webseite jetzt nutzerfreundlich gelesen und nach speziellen Interessen durchsucht werden“, erläutert Kemmesies.

Bei dem Angebot des Infoportals steht insbesondere der Serviceaspekt im Fokus. So können die Nutzerinnen und Nutzer beispielsweise einen individuellen Newsletter abonnieren oder die Seite in sozialen Netzwerken teilen. Zielgruppe des Infoportals sind sowohl Fachkräfte, zum Beispiel Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Lehrerinnen und Lehrer oder Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, aber auch Betroffene und deren Angehörige, die sich über Präventionsangebote informieren möchten.

Das Infoportal Extremismusprävention ist unter www.handbuchextremismusprävention.de sowie www.extremismuspräventionsatlas.de erreichbar. Die Erstellung der Webseite wurde im Rahmen einer Förderung durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat realisiert.

BKA-Präsident Holger Münch unterstreicht zum Launch der neuen Webseite, dass Präventionsarbeit auch ein unabdingbarer Bestandteil einer ganzheitlichen Terrorismusbekämpfung ist:

„Für diese Präventionsarbeit, an der sich viele verschiedene Akteure beteiligen, bieten wir allen Interessierten ab sofort ein zentrales Informationsangebot an. Unser Ziel ist es, das neue Informationsportal als Anlaufstelle zu etablieren, weshalb wir dieses schrittweise weiter ausbauen werden, um so ein aktuelles und breites Informationsangebot aus der Extremismusprävention bereitzustellen.“

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