Deutlicher Rückgang der Kfz-Diebstähle im Jahr 2020

Bundes­kriminal­amt ver­öf­fent­licht Bundes­lage­bild Kfz-Krimi­nalität 2020

Die deutsche Polizei registrierte in 2020 bundesweit deutlich weniger Fälle von Kfz-Diebstählen als noch im Jahr zuvor. Das geht aus dem heute veröffentlichten Bundeslagebild Kfz-Kriminalität des Bundeskriminalamtes (BKA) hervor. Mit 14.025 dauerhaft entwendeten Pkw ist ein Rückgang von 14,6 Prozent gegenüber 2019 zu verzeichnen.

Ebenso nahmen die Diebstähle beziehungsweise Unterschlagungen von Lkw und Mietfahrzeugen im Berichtsjahr 2020 stark ab. Die Anzahl der dauerhaft abhandengekommenen Lkw sank im Vergleich zum Jahr 2019 um 24,1 Prozent auf 637 Fälle (2019: 839), die Zahl der entwendeten Mietfahrzeuge um 15,5 Prozent auf 1.082 (2019: 1.281) registrierte Taten.

Offensichtlich haben sich staatliche Maßnahmen wie Grenzschließungen oder Maßnahmen zur Einschränkung grenzüberschreitender Reisebewegungen anlässlich der COVID-19-Pandemie auch auf das Tatgeschehen in diesem Phänomenbereich ausgewirkt. Während des bundesweiten Lockdowns im April und Mai 2020 wurden jeweils weniger als 1.000 Fahrzeug-Diebstähle registriert– gegenüber 1.600 bis 1.700 Taten in den restlichen Monaten des Jahres 2020.

Im Hinblick auf die Ziel- und Transitregionen kommt Osteuropa, insbesondere Litauen und Polen, nach wie vor eine wichtige Rolle für die Verschiebung von in Deutschland gestohlenen Fahrzeugen oder Fahrzeugteilen zu. Diese werden im Anschluss zumeist über den Landweg nach Zentralasien oder über den Seeweg in den Nahen Osten transportiert und dort weiterverkauft.
Auch die Türkei erweist sich für Tätergruppierungen als wichtiger Transitstaat, da sie von hier aus Absatzmärkte im Mittleren und Nahen Osten bedienen können. In 2020 stellte die Polizei fest, dass Fahrzeugdiebe in dieser Region verstärkt die Vereinigten Arabischen Emirate als Ziel- und Transitland nutzen.

Die Tätergruppierungen beschränken sich nicht nur auf den Diebstahl von kompletten Fahrzeugen, sondern entwenden auch hochwertige Einzelteile. Ein neues Phänomen ist dabei der gezielte Diebstahl von Katalysatoren aus meist älteren Autos. Katalysatoren enthalten oft hochwertiges Metall und sind deshalb für Täter von besonderem Interesse.
Eine weitere neue Tatbegehungsweise ist der Diebstahl von hochpreisigen GPS-Einheiten und Displays aus landwirtschaftlichen Maschinen.

Die erfolgreiche Bekämpfung von zumeist international agierenden Tätergruppierungen setzt ein gemeinsames, eng abgestimmtes Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden auf internationaler Ebene voraus. Deshalb wird auch für dieses Jahr wieder ein EU-weiter gemeinsamer Aktionstag unter Einbindung von Europol geplant. Ähnliche polizeiliche Kooperationsprojekte führten schon in den vergangenen Jahren zu zahlreichen Festnahmen und Fahrzeugsicherstellungen.

Weitere Informationen finden Sie im aktuellen Bundeslagebild unter Bundeslagebild Kfz-Kriminalität 2020 (PDF, 1MB).

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