DLR und Seenotretter an Nord- und Ostsee kooperieren im Projekt TRAGVIS

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DLR/Die Seenotretter - DGzRS

Im TRAGVIS-Projekt wird ein aktiver optischer Sensor entwickelt, der eine gezielte visuelle Detektion bei Dunkelheit und eine gleichzeitige Verminderung des atmosphärischen Rückstreusignals ermöglicht. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) werden im Projekt TRAGVIS (Realisierung eines Tragbaren Range-Gated Viewing Systems zur Verbesserung der Sichtbedingungen im maritimen Umfeld) kooperieren.

Am 21. August 2019 unterzeichneten Kapitän Udo Helge Fox, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, und Dr. Dennis Göge, Gründungsdirektor des DLR-Instituts für den Schutz maritimer Infrastrukturen, das Kooperationsabkommen in der Zentrale der Seenotretter in Bremen.

Forschung am DLR-Institut für den Schutz maritimer Infrastrukturen in Bremerhaven

Das Thema maritime Sicherheit ist im DLR seit langem durch seinen Forschungsverbund verankert und erfuhr durch die Neugründung des Instituts für den Schutz maritimer Infrastrukturen in Bremerhaven im Oktober 2018 eine prominente Stärkung. Neben der Erforschung der Resilienz komplexer maritimer Infrastruktursysteme werden am neuen Institut Sensoren und Methoden entwickelt, die ein erweitertes maritimes Lagebild ermöglichen.

Kamera und Beleuchtungseinheit werden im DLR-Institut umfangreich getestet.
Die Entwicklung des Sensorsystems findet in den Laboren des DLR-Instituts für den Schutz maritimer Infrastrukturen in Bremerhaven statt. Hier werden Kamera und Beleuchtungseinheit umfangreichen Tests unterzogen. Die Einzelkomponenten werden in ein kompaktes Gesamtsystem integriert.
Quelle: DLR

Ein Schwerpunkt ist die Entwicklung optischer Sensoren zur Sichtverbesserung insbesondere bei Nacht und Nebel.

Mit diesen Systemen sollen Schiffbrüchige oder auch Treibgut selbst bei eingeschränkten Sichtverhältnissen detektiert werden, bei denen dies bislang unmöglich war. 

"Gerade die Suche Schiffbrüchiger stellt die Seenotretter seit mehr als 150 Jahren immer wieder vor große Herausforderungen", sagt DGzRS-Geschäftsführer Kapitän Udo Helge Fox. "Neue technische Mittel, die unsere Besatzungen unterstützen und entlasten, können dazu beitragen, dass wir noch effizienter und schneller Menschen aus Seenot retten." "Wir hoffen sehr, dass wir mit unseren innovativen Forschungsarbeiten einen Beitrag für die Sicherheit von Menschen auf See leisten können", kommentierte Dr. Dennis Göge die Kooperation mit der DGzRS.

Das TRAGVIS-Projekt

Im TRAGVIS-Projekt wird ein aktiver optischer Sensor entwickelt, der nach dem Gated-Viewing-Prinzip arbeitet. Dies ermöglicht eine gezielte visuelle Detektion bei Dunkelheit und eine gleichzeitige Verminderung des atmosphärischen Rückstreusignals, wodurch insbesondere eine Verbesserung bei Nebel gegenüber herkömmlichen Systemen ermöglicht wird. Die Seenotretter unterstützen die Sensorentwicklung durch wertvollen Input aus ihrer jahrzehntelangen Erfahrung. Zusätzlich begleitet die DGzRS die Erprobung des Sensors auf See. Ein erster Feldversuch des Systems im Experimentalstadium fand bereits bei Dunkelheit in einem Hafenbecken in Bremerhaven statt.


Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)

Die DGzRS ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hält sie rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote auf 55 Stationen zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten ständig einsatzbereit. 180 fest angestellte und rund 800 freiwillige Seenotretter fahren Jahr für Jahr mehr als 2000 Einsätze – rund um die Uhr, bei jedem Wetter. Die gesamte unabhängige und eigenverantwortliche Arbeit der Seenotretter wird ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert, ohne jegliche staatlich-öffentliche Mittel. Seit Gründung der DGzRS 1865 haben ihre Besatzungen rund 85.000 Menschen aus Seenot gerettet oder drohenden Gefahren befreit. Schirmherr des Rettungswerkes ist der Bundespräsident.


Sicherheitsforschung am DLR

In der DLR-Sicherheitsforschung werden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten mit verteidigungs- und sicherheitsrelevantem Bezug in Abstimmung mit den Partnern in Staat, Wissenschaft, Industrie und internationalen Organisationen geplant und gesteuert. Der Querschnittsbereich Sicherheitsforschung verknüpft dabei die Kernkompetenzen aus den etablierten DLR-Programmen Luftfahrt, Raumfahrt, Energie und Verkehr. Insgesamt mehr als 20 DLR-Institute und -Einrichtungen liefern im Rahmen ihrer Arbeiten Beiträge zur Entwicklung, Erprobung und Bewertung von Technologien, Systemen und Konzepten sowie zur Analyse- und Bewertungsfähigkeit hinsichtlich sicherheitsrelevanter Anwendungen.


Kapitän Udo Helge Fox und Dr. Dennis Göge auf einem Schiff.
Kapitän Udo Helge Fox (rechts im Bild), Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, und Dr. Dennis Göge (links), Gründungsdirektor des DLR-Instituts für den Schutz maritimer Infrastrukturen, unterzeichneten das Kooperationsabkommen zuvor in der Zentrale der Seenotretter in Bremen.
Quelle: DLR

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