Intelligente Videolösungen stärken Sicherheitsbehörden

Axel Kukuk, Country Manager, Motorola Solutions Germany GmbH

Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) stehen heute wachsenden Herausforderungen gegenüber. Neben komplexer werdenden Bedrohungen durch Terroristen und globale Kriminalität verzeichnen die Sicherheitsbehörden eine besorgniserregend ansteigende Anzahl von Übergriffen auf Einsatzkräfte. 

Axel Kukuk, Country Manager, Motorola Solutions Germany GmbH
Axel Kukuk, Country Manager, Motorola Solutions Germany GmbH
Quelle: Motorola Solutions Germany GmbH

Allein die Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte stiegen 2018 um 40 Prozent auf über 34.000 Fälle – ein Trend, der in den vergangenen Jahren extrem zugenommen hat. Intelligente Videosicherheitslösungen unterstützen Blaulichtorganisationen dabei, die aktuellen Anforderungen besser zu bewältigen. Insbesondere Bodycams und hochmoderne Videoanalysetechnologie werden die Polizeiarbeit der Zukunft transformieren.

Bodycams sichern Beweise und wirken deeskalierend

Immer mehr Polizeibehörden in Deutschland und anderen Ländern statten ihre Beamten mit modernen Bodycams aus, so beispielsweise auch die Bundespolizei, die bis 2020 allein 2.300 Geräte von Motorola Solutions in Betrieb nimmt. Der Praxistest im Rahmen von Pilotprojekten auf Bund- und Länderebene hatte zuvor gezeigt, dass die am Körper getragenen Kameras die Zahl der Übergriffe auf Polizisten deutlich senken können. Doch nicht nur die Gewalt gegenüber Einsatzkräften nimmt durch die Technologie ab. 

Die Bodycams liefern auch wertvolle Beweise, die dazu beitragen, Straftaten schneller und effizienter aufzuklären. Integriert mit einer intelligenten Software für die digitale Beweissicherung wie CommandCentral Vault von Motorola Solutions lassen sich solche Videobeweise gesetzeskonform und sicher speichern, analysieren und verarbeiten. 

Hierfür versieht die Software die aufgezeichneten Inhalte mit einer digitalen Signatur und authentifiziert die Daten für eine digitale Weiterverarbeitung. Sie können damit im weiteren Verlauf der Fallbearbeitung nicht gefälscht oder missbräuchlich verändert werden. Mittels globalen Navigationssatellitensystemen wie GPS können zudem die Metadaten um Positionsdaten erweitert werden (so genanntes Taggen). Dadurch lässt sich einfacher definieren, wo ein hochgeladenes Video gefilmt wurde, sodass Polizeibeamte weniger Zeit mit der Verwaltung der Beweise auf der Wache verbringen. Stattdessen können sie sich umfassender ihren Fällen widmen.

Zur Fahrzeug- und Personnenerkennung wird die Videoanalyse eingesetzt.
Videoanalyse zur Fahrzeug- und Personenerkennung
Quelle: Motorola Solutions Germany GmbH

Schnelle Auswertung von Videodaten

Videosicherheit ist wichtig, doch keine Sicherheitsbehörde verfügt heute über genug personelle Ressourcen, um alle gesammelten Daten rechtzeitig und vollumfänglich auszuwerten. Man denke nur daran, dass Tausende von Stunden an Videos aus verschiedenen Kameraperspektiven gesichtet werden müssen. Eine automatisierte Software-Unterstützung kann Mitarbeiter hierbei umfassend entlasten, da sie deutlich schneller nach definierten Merkmalen oder Abweichungen von normalen Abläufen suchen kann. 

Lösungen wie die Avigilon Appearance SearchTM-Technologie von Motorola Solutions nutzen hochentwickelte selbstlernende Deep-Learning-Videosuchmaschinen auf Basis von künstlicher Intelligenz. Künstliche neuronale Netze, die dem menschlichen Gehirn nachempfunden sind, leiten dabei Schlussfolgerungen aus Daten und Trends ab.

Mit Hilfe dieser Fähigkeit können Deep-Learning-Videosuchmaschinen beispielsweise mehrere Stunden an Videomaterial innerhalb von Sekunden analysieren, um einen definierten Ort nach einem Kennzeichen, einem Fahrzeug oder einer Person abzusuchen.

Die Polizei kann dafür verschiedene physische Merkmale wie etwa die Farbe der Kleidung oder das Geschlecht auswählen. 

Die KI-basierte Avigilon Unusual Motion Detection-Technologie (UMD) von Motorola Solutions automatisiert die Videoanalyse und die Erkennung von ungewöhnlichen Objektbewegungen auf Videos. Die Technologie lernt selbstständig, welche Situationen eine Reaktion erfordern und meldet diese den Einsatzkräften – beispielsweise, wenn sich eine Person in einer Menschenmenge auffällig schnell oder in eine gegensätzliche Richtung bewegt, etwa wenn ein Areal evakuiert wird.

Smarte Kombination von Daten aus unterschiedlichen Quellen

Mit dem zunehmenden Einsatz von Videolösungen steigt auch das Datenvolumen an, das Sicherheitsbehörden täglich verarbeiten müssen. So muss eine Leitstelle heute tausende Anrufe und SMS-Nachrichten entgegennehmen und Datenströme aus vielfältigen weiteren Kanälen wie etwa Social Media oder Sensoren auswerten. Big-Data-Software-Plattformen können Daten aus unterschiedlichen Quellen integrieren. 

Leitstellenmitarbeiter erhalten dadurch einen Echtzeitüberblick über die Einsatzlage. Indem sie zeitkritische Informationen von der Bevölkerung und Einsatzkräften schneller priorisieren, analysieren und weiterleiten können, sind sie in der Lage, Einsatzleitung und Ersthelfer besser zu koordinieren. Einsatzkräfte agieren dadurch nicht nur wirksamer, sondern auch sicherer, und statt nur zu reagieren, können sie kritische Entwicklungen besser vorhersehen und sogar präventiv verhindern.


Fazit

Der Dreiklang aus Bodycams, intelligenter Videoanalyse und integrierter Datenauswertung ermöglicht Sicherheitsbehörden, bei Vorfällen schneller zu reagieren und forensische Untersuchungen effektiver durchzuführen. Mit dem zunehmenden Einsatz von Breitband-Endgeräten und einer immer stärkeren Vernetzung über verschiedene digitale Kanäle nehmen die Datenströme weiter zu, wodurch die Anforderungen für BOS weiter ansteigen. Zukunftsweisende Technologien wie die hier kurz beschriebenen bieten hierbei umfangreiche Möglichkeiten für die Polizei, um für Herausforderungen langfristig gerüstet zu sein.

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