Sichtbarkeit bringt Sicherheit mit neuen Einsatzfahrzeugen

Autobahnpolizei erhält 180 neue Fahrzeuge

PantherMedia / heiko119

Reul: Ein größeres Fahrzeug ist ein Sicherheits-Plus. Der Streifenwagen ist für die Autobahnpolizei Arbeits- und Schutzraum in einem. Sichtbarkeit bringt Sicherheit.

Die Autobahnpolizei in Nordrhein-Westfalen erhält 180 neue Einsatzfahrzeuge. Bis Ende dieses Jahres werden 105 Mercedes Benz Vito an die fünf Autobahnpolizeibehörden Köln, Düsseldorf, Dortmund, Münster und Bielefeld ausgeliefert. Die restlichen Fahrzeuge werden bis Ende 2023 geliefert. Damit entspricht das nordrhein-westfälische Innenministerium dem Wunsch der Autobahnpolizei, die den Kleinbus in einer Testphase favorisiert hatte. 

„Kleinbus statt Kombi - das ist ein Paradigmenwechsel für die Autobahnpolizei“, sagte Innenminister Herbert Reul bei der Vorstellung der neuen Einsatzfahrzeuge am Donnerstag. Dank der höheren Karosserie sind die Fahrzeuge im Autobahnverkehr präsenter als der bislang genutzte, niedrigere Kombi. Die LED-Anlage kann Warnhinweise auf eine größere Heckfläche projizieren. Aufgrund seiner Größe bietet der Vito zudem mehr Platz für die neongelbe Warnfolie, die das Fahrzeug ummantelt. 

„Die Sichtbarkeit ist der größte Vorteil der neuen Fahrzeuge. Denn Sichtbarkeit bringt Sicherheit“, so Reul. „Die Arbeit der Autobahnpolizei ist wegen des hohen Tempos extrem gefährlich. Das Einsatzfahrzeug ist Arbeits- und Schutzraum in einem. Ein größeres Fahrzeug ist ein echtes Sicherheits-Plus.“

Die Autobahnpolizei wird mehr im Blick haben können. Neu sind die vier Videokameras, die vorne, hinten und an den Seiten eingebaut sind. Mit ihnen lassen sich insbesondere Verstöße in der Rettungsgasse aufzeichnen. Speziell die Seitenkameras können Fahrer plus Kennzeichen erfassen. 

Einige der Streifenwagen haben auf dem Dach eine aufklappbare Warn-Tafel. Sie kann während eines Einsatzes ausgefahren werden, um Warnhinweise einzublenden - zusätzlich zu der LED-Anlage im Heck. Mit der Klapptafel kommt das Einsatzfahrzeug auf eine Höhe von drei Metern.

In den Städten in Nordrhein-Westfalen wird der Mercedes Vito als normales Einsatzfahrzeug abseits der Autobahnen bereits genutzt. Die Autobahn-Version ist allerdings abgewandelt: Nicht nur durch die Seitenkameras und die Warn-Tafel auf dem Dach ist der Wagen für die Arbeit auf der Autobahn spezialisiert. Mit 239 PS ist das Fahrzeug der Autobahnpolizei auch stärker motorisiert als das Stadt-Modell mit 190 PS. „So können sich die Polizistinnen und Polizisten schneller -  und das heißt in diesem Fall sicherer - in ihren Arbeitsplatz auf der Autobahn einfädeln“, sagte Reul.

Mit dem neuen, größeren Modell entspricht das Innenministerium dem Wunsch der Autobahnpolizei nach mehr Zuladungsmöglichkeiten. Der Vito verfügt über mehr Platz als das Kombi-Vorgängermodell, sodass die Beamtinnen und Beamten der Autobahnpolizei mehr Stauraum für ihre Ausrüstung haben.

„Absperrmaterial ist bei einem Autobahnunfall lebenswichtig“, sagte Herbert Reul und stellte auch eine neue Klappbake zur Verkehrsführung vor, die Pylone und Vorwarnblitzleuchte in einem ist und so die herkömmliche Pylone ersetzt.

Die neuen Fahrzeuge tragen auch der gestiegenen Zahl bei den Neueinstellungen bei der Polizei Rechnung. „Wenn eine Familie Zuwachs bekommt, dann muss ein größeres Auto her. Allein im letzten Jahr haben wir 2.660 Kommissaranwärterinnen und-anwärter eingestellt. Deshalb sitzen regelmäßig drei statt zwei Beamte im Streifenwagen und deshalb bekommt die Polizeifamilie jetzt einen Kleinbus“, sagte Innenminister Herbert Reul.

Die Kosten für die insgesamt 180 neuen Einsatzfahrzeuge belaufen sich auf elf Millionen Euro. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen betreut rund 2.200 Kilometer Autobahnen und autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraßen. Dazu gehören auch eine Vielzahl von Rastplätzen sowie Tank- und Rastanlagen. Die räumliche Zuständigkeit in diesem weit verzweigten Straßennetz, in dem die Polizei zahlreiche Autobahnpolizeiwachen unterhält, liegt bei den Polizeibehörden Köln, Düsseldorf, Dortmund, Münster und Bielefeld, die jeweils eigene Verkehrsinspektion „Autobahnpolizei“ in den Direktionen Verkehr unterhalten. Ein Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit ist die Verkehrsüberwachung, insbesondere hinsichtlich Ablenkung durch Smartphones, zu hoher Geschwindigkeit (Raser), zu geringen Abstands (Drängler) und der Ladungssicherheit.

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