THW: Mit leistungsstarken Stromerzeugern für Blackout gerüstet

Bonn. Sturmtief „Ylenia“ rief heute Nacht mehr als 100 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) aus sechs der acht THW-Landesverbände auf den Plan. Sie beseitigten vor allem Sturmschäden. Denn Stürme oder Orkane wie „Ylenia“ können zahlreiche Folgen für die Infrastruktur haben. Neben abgedeckten Dächern oder entwurzelten Bäumen führen sie auch immer wieder zu regionalen Stromausfällen. In solchen Situationen steht das THW mit seiner Expertise im Bereich Notstromversorgung bereit. „Mit unseren bundesweit 120 Fachgruppen Elektroversorgung sind wir in der Lage, Stromausfälle zu überbrücken und Strom in Netze einzuspeisen“, erklärt THW-Präsident Gerd Friedsam.

Bei größeren Einsätzen können THW-Kräfte mehrere Stromerzeuger, so genannte Netzersatzanlagen (NEA), miteinander koppeln. Diese leiten die erzeugte Energie dann direkt in Netze, die vom öffentlichen Stromnetz getrennt wurden. Aber auch Krankenhäusern oder öffentlichen Einrichtungen kann das THW im Notfall mit Strom versorgen.  

„Bundesweit stehen dem THW rund 4.900 Stromaggregate und mehr als 600 Netzersatzanlagen mit einem breiten Leistungsspektrum zur Verfügung“

führt THW-Präsident Gerd Friedsam aus. Neben den Fachgruppen Elektroversorgung verfügt das THW bundesweit in fast allen Ortsverbänden über sogenannte Fachgruppen Notversorgung und Notinstandsetzung. Diese sind in der Lage, provisorisch Kritische Infrastrukturen zu unterstützen und ihre Aufstellung ist ein Resultat der Neuausrichtung des THW seit dem Jahr 2016.

Im Falle eines Blackouts ist das THW jedoch nicht nur in der Lage, andere mit Elektrizität zu versorgen. Auch wenn an der Einsatzstelle kein direkter Stromanschluss vorhanden ist, ist das THW gewappnet. In diesen Fällen greift das THW auf kleinere Stromaggregate zurück, mit denen es Rettungs- und Bergungsgeräte mit elektrischem Antrieb, Pumpen oder notwendige Beleuchtungsgeräte selbst betreibt.

Das THW ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit mehr als 80.000 Freiwilligen, davon die Hälfte Einsatzkräfte, ist die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinem Fachwissen und den vielfältigen Erfahrungen ist das THW gefragter Unterstützer für Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und anderen. Das THW wird zudem im Auftrag der Bundesregierung weltweit eingesetzt. Dazu gehören unter anderem technische und logistische Hilfeleistungen im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von UN-Organisationen.


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