Im Ahrtal hat das THW bereits mehrere Behelfsbrücken über den Fluss errichtet
Quelle: THW

Mehr als 2 Millionen THW-Einsatzstunden nach Sturmtief Bernd

Seit Sturmtief Bernd im Juli über Deutschland gezogen ist, sind die Helferinnen und Helfer der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) im Einsatz. Sie mindern den entstandenen Schaden, räumen angespülten Schutt aus den Straßen und bauen Behelfsbrücken, um abgeschnittene Ortsteile wieder an die Infrastruktur anzubinden. Auch wenn der Einsatz noch nicht vorbei ist, ist jetzt schon die Marke von zwei Millionen Einsatzstunden geknackt. THW-Präsident Gerd Friedsam zeigt sich zufrieden.

„Die gute Ausbildung macht sich bezahlt und ermöglicht es unseren Einsatzkräften, einen unersetzlichen Beitrag zu leisten, der nicht mit Geld aufzuwiegen wäre.“

Auch zwei Monate nach dem Starkregen, der zu Überschwemmungen geführt und unter anderem im Ahrtal große Schäden hinterlassen hat, ist die Infrastruktur in den betroffenen Gebieten noch stark zerstört. Um diese Lage unter Kontrolle zu bringen, sind täglich bis zu 3.800 THW-Kräfte im Einsatz, um zum Beispiel Straßen zu räumen und Übergangsbrücken zu bauen. Zwei Millionen Stunden haben die knapp 14.000 Helferinnen und Helfer bereits gearbeitet.

Aus dem Flussbett der Ahr entfernen THW-Einsatzkräfte immer noch Bäume und...
Aus dem Flussbett der Ahr entfernen THW-Einsatzkräfte immer noch Bäume und anderes Treibgut.
Quelle: THW/Ralf Kosse

Dass das THW in rund neun Wochen zwei Millionen Einsatzstunden ansammeln konnte, liegt nicht nur an den rund 80.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die deutschlandweit auf 668 Ortsverbände verteilt sind, sondern auch an der Ausbildung, die alle Einsatzkräfte miteinander verbindet. Jede THW-Kraft durchläuft die gleiche Grundausbildung und danach spezielle Fortbildungen, wenn sie einer der 25 Fachgruppen oder Teileinheiten zugeteilt wird. Diese Ausbildungen sind, so wie die Ausrüstung, bundesweit gleich, was eine reibungslose Zusammenarbeit erlaubt. Dadurch, dass die Ehrenamtlichen alle das gleiche Wissen haben und mit den gleichen Geräten ausgebildet werden, können sie im Einsatz direkt miteinander arbeiten und auch Equipment aneinander übergeben, ohne Zeit für Erklärungen zu verlieren.

Diese Einheitlichkeit ermöglicht auch, dass sich alle Interessierten, unabhängig von Vorwissen oder beruflicher Ausbildung, beim THW engagieren können.

„Für eine Mitgliedschaft beim THW ist nur wichtig, dass man sich einbringen möchte sowie Zeit und Lust hat, im Team zu arbeiten. Alles was man für THW-Einsätze können muss, bringen wir hier bei - egal welchen Beruf man ausübt“, sagt Gerd Friedsam.

Jede der 25 Fachfähigkeiten des THW war bereits im Einsatz gefragt und alle acht Landesverbände haben Einsatzkräfte in die betroffenen Regionen entsandt. Zurzeit steht neben dem Brückenbau auch die Vorbereitung von Schulen und öffentlichen Gebäuden für die kalte Jahreszeit im Fokus.

Das THW ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit knapp 80.000 Ehrenamtlichen, davon die Hälfte Einsatzkräfte, ist die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinem Fachwissen und den vielfältigen Erfahrungen ist das THW gefragter Unterstützer für Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und andere. Das THW wird zudem im Auftrag der Bundesregierung weltweit eingesetzt. Dazu gehören unter anderem technische und logistische Hilfeleistungen im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von UN-Organisationen.



Verwandte Artikel

Messe FLORIAN mit Besucherplus, Weltneuheiten und einem Wiedersehen in 2022

Messe FLORIAN mit Besucherplus, Weltneuheiten und einem Wiedersehen in 2022

Endlich wieder Messe“ freuten sich über 13.000 Fachbesucher und strömten vom 7. bis 9. Oktober bei herrlichem Herbstwetter zur Messe FLORIAN 2021 in Dresden.

Erster landesweiter Katastrophenschutztag in NRW

Erster landesweiter Katastrophenschutztag in NRW

Am 2. Oktober veranstaltete das Ministerium des Innern gemeinsam mit der Stadt Bonn auf dem Bonner Münsterplatz den ersten landesweiten Katastrophenschutztag in NRW.

Eröffnung des in Europa einzigartigen Test- und Innovationslabors

Eröffnung des in Europa einzigartigen Test- und Innovationslabors

Auf dem Gelände des ehemaligen Stahlwerks „Phoenix“ im Dortmunder Stadtteil Bodelschwingh weihen wir unser Areal für Forschung, Praxis zur Anwendung, Zertifizierung und Erprobung von neuen Rettungsrobotik-Technologien ein.

:

Photo

Umbenennung der AKNZ

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ist im Frühjahr 2021 mit einem umfangreichen Plan zur Neuausrichtung der Behörde und zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes an…