26.05.2019 •

Blockchain: BSI untersucht Sicherheitseigenschaften

BSI

Spätestens der finanzielle Höhenflug der Kryptowährung Bitcoin im Jahr 2017 hat dazu geführt, dass auch außerhalb der Fachwelt über die Blockchain diskutiert wurde. Diese Technologie zur verteilten Datenhaltung bietet die Möglichkeit, durch eine dezentrale Struktur die Manipulation von Daten rein technisch zu verhindern, größtmögliche Transparenz zu bieten und Intermediäre in Geschäftsprozessen zu ersetzen. 

Nachdem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereits im Februar 2018 in einem Eckpunktepapier grundsätzliche Fragestellungen im Zusammenhang mit der Blockchain untersucht hat, legt die nationale Cyber-Sicherheitsbehörde nun eine umfassende und tiefgehende Analyse der Blockchain-Technologie vor.

Der Schwerpunkt der Analyse des BSI lag auf den IT-Sicherheitseigenschaften der Blockchain, betrachtet wurden aber auch weitere Auswirkungen der technischen Grundkonzeption, etwa auf die Effizienz und die Erfüllbarkeit datenschutzrechtlicher Vorgaben. Zudem hat das BSI analysiert, in welchem Maße die Blockchain-Technologie die mit ihr verbundenen Sicherheitserwartungen erfüllen kann und wie sie sich im aktuellen Rechtsrahmen darstellt.

Grundsätzlich schneiden Blockchains gegenüber klassischen zentralen Datenbanken in den Punkten Verfügbarkeit und Robustheit gegen Missbrauch gut ab. Dem stehen Nachteile im Bereich der Vertraulichkeit und der Effizienz gegenüber.

"Wie bei vielen Themen mit hoher medialer Aufmerksamkeit ist es wichtig, auch bei den Diskussionen um die Blockchain den Bezug zu den technischen Grundlagen zu wahren. Dies gilt insbesondere für den Aspekt der IT-Sicherheit, da durch die Nutzung von Blockchain häufig ein Sicherheitsgewinn erhofft wird. Die Nutzung von Blockchain allein löst keine IT-Sicherheitsprobleme. Zahlreiche Sicherheitsvorfälle mit Schäden in Millionenhöhe zeigen, dass Maßnahmen zur Herstellung von IT-Sicherheit auch durch Nutzung von Blockchain nicht obsolet werden", erklärt BSI-Präsident Arne Schönbohm.

Die Analyse des BSI unterstützt Entwickler und potenzielle Nutzer von Blockchain-Lösungen dabei, Chancen und Risiken fundiert zu bewerten und IT-Sicherheit von Anfang an zu berücksichtigen. Die dynamische Weiterentwicklung der Blockchain-Technologie eröffnet ebenso die Möglichkeit, die Ergebnisse der Analysen als Basis für zukünftige Diskussionen auf nationaler und internationaler Ebene zu verwenden.


Pressekontakt:

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Postfach 200363

53133 Bonn

Telefon: +49 228 99 9582-5777

Telefax: +49 228 99 9582-5455

E-Mail: presse@bsi.bund.de

Mehr zu den Themen:

Verwandte Artikel

Live-Hacking beim Tag der offenen Tür: Online-Betrug erkennen

Live-Hacking beim Tag der offenen Tür: Online-Betrug erkennen

Am 17. und 18. August 2019 wird das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mit einem Stand beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat vertreten sein.

DejaBlue: BSI warnt vor weiteren kritischen Windows-Schwachstellen

DejaBlue: BSI warnt vor weiteren kritischen Windows-Schwachstellen

Nach der im Mai bekanntgewordenen Schwachstelle BlueKeep hat der Software-Hersteller Microsoft am gestrigen Patch-Day weitere schwerwiegende Schwachstellen in den Remote-Desktop-Services (RDS) für sein Betriebssystem Windows veröffentlicht und...

Videoserie: IT-Grundschutz-Profile – von Anwendern für Anwender Datum

Videoserie: IT-Grundschutz-Profile – von Anwendern für Anwender Datum

Seit Anfang 2018 unterstützt das BSI im Rahmen der Allianz für Cyber-Sicherheit und des IT-Grundschutz Dach- und Fachverbände dabei, IT-Grundschutz-Profile für ihre jeweiligen Branchen zu erstellen.

: