Mit Innovationen die Sicherheit weiter erhöhen

Verkehrsstatistik 2019: Weniger Menschen im Straßenverkehr getötet / Sicherheitsapp hessenWARN erhält PKW-Wildwarner

Hessisches Ministerium des Innern und für Sport
  • Anzahl der im Straßenverkehr Getöteten gesunken
  • Unfallzahlen auf Zweirädern rückläufig
  • Polizei erhält zusätzliche Motorräder mit Videoaufzeichnungsfunktion
  • Update für hessenWARN: Wildwarner ab Mitte 2020
  • Mobile Geschwindigkeitsmessanhänger in jedem Polizeipräsidium im Einsatz

Die hessische Polizei hat im vergangenen Jahr 149.440 Verkehrsunfälle auf Hessens Straßen registriert, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2018 einen Anstieg von 1,7 Prozent bedeutet (146.941 Fälle). Dabei kamen insgesamt 224 Verkehrsteilnehmer ums Leben, 15 Menschen weniger als im Jahr 2018.

"Der Rückgang der Unfalltoten in Hessen zeigt, wie wichtig die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen der hessischen Polizei auf unseren Straßen ist. Gute Verkehrssicherheitsarbeit rettet Leben. Ich danke allen Polizeibeamtinnen und -beamten für ihre engagierte und erfolgreiche Arbeit im vergangenen Jahr. Mit moderner technischer Ausstattung und digitalen Innovationen werden wir auch künftig weiter daran arbeiten, die Sicherheit im Straßenverkehr kontinuierlich zu verbessern", so Innenminister Peter Beuth.

Getötete bei Verkehrsunfällen rückgängig

Zwar konnte das historische Tief der im Straßenverkehr getöteten Verkehrsteilnehmer 2019 (224 Verkehrsteilnehmer) nicht erreicht werden (Anm.: 2017 lag dieser Wert bei 2013), allerdings konnte der Durchschnitt der letzten zehn Jahre um 14 Fälle unterschritten werden. Bedauerlicherweise kamen auf Hessens Straßen im vergangenen Jahr drei Kinder zu Tode (2018: 4). Die Anzahl schwer verletzter Kinder sank ebenso (2019: 235, 2018: 250), wie die Anzahl leicht verletzter Kinder (2019: 1.239, 2018: 1.411). 

Bei den Senioren ist ein leichter Rückgang der Gesamtzahl der Verunglückten registriert worden. In beiden Altersgruppen der Senioren (65-74 Jahre / 75+ Jahre) sind die Zahlen der Getöteten deutlich (2019: 24, 2018: 34) und die der Leichtverletzten (2019: 1.286, 2018: 1.302) leicht zurückgegangen. Während die Zahl der Schwerverletzten in der Altersgruppe 75 Jahre und älter im Vergleich zum Vorjahreszeitrum um 31 Fälle abgenommen hat, ist bei den 65 bis 74-Jährigen eine Zunahme von sieben Fällen zu verzeichnen. Eine positive Entwicklung zeigt sich bei der Gruppe der Fußgänger: die Zahl der Getöteten hat sich hier von 2018 auf 2019 um 4 auf 27 reduziert.

Verkehrsunfalltote im 5-Jahres-Vergleich
Verkehrsunfalltote im 5-Jahres-Vergleich
Quelle: Hessisches Ministerium des Innern und für Sport

Mit hessenWARN die Gefahr für Wildunfälle reduzieren

Im Jahr 2019 wurden 1.155 Wildunfälle mehr als im Vorjahr gemeldet, das entspricht einer Steigerung von knapp sechs Prozent. Auch wenn die Zahl der insgesamt verletzten Personen zurückgegangen ist, zeigt einer der jüngsten Fälle im Jahr 2020, bei dem ein 56-jähriger Mann zwischen Grebenstein und Hofgeismar nach einer Kollision mit einem Reh von der Fahrbahn abkam und in Folge des Unfalls verstarb, wie wichtig es ist, Verkehrssicherheitsarbeit in all ihren Facetten zu betrachten und – wo möglich – auch mit digitalen Innovationen gegenzusteuern.

Die bundesweit einmalige Sicherheits-App hessenWARN, mit der sich Hessinnen und Hessen seit Ende November nach dem Baukastenprinzip individuelle Alarmmeldungen auf dem Handy einstellen können, wird Mitte 2019 ein weiteres Update erhalten, welches dazu beitragen soll die Zahl der Wildunfälle weiter zu reduzieren. Via Bluetooth kann die App über die Lautsprechereinrichtung des Fahrzeugs einen Hinweis geben, wenn Wildwechsel auf dem bevorstehenden Streckenabschnitt aufgrund verschiedener Parameter - beispielsweise der Jahreszeit, Uhrzeit und der zuletzt gemeldeten Unfälle der Vergangenheit - wahrscheinlich sind. „Das Bedürfnis der Bürgerinnen und Bürger nach Informationen zu ihrer persönlichen Sicherheit ist so groß, wie schon lange nicht mehr. Mittlerweile erreichen wir mit hessenWARN fast eine Million Bürgerinnen und Bürger in Hessen. Mit dem innovativen Wildwarner wollen wir dazu beitragen, die Verkehrssicherheit in Hessen weiter zu erhöhen“, so Peter Beuth.

Wildunfälle im 5-Jahres-Vergleich
Wildunfälle im 5-Jahres-Vergleich
Quelle: Hessisches Ministerium des Innern und für Sport

Mobile Geschwindigkeitsmessanhänger hessenweit im Einsatz

Die Ursachen für Unfälle mit Personenschäden sind nach wie vor ungenügender Sicherheitsabstand (16 % der Gesamtunfälle), Verstöße gegen die Vorfahrtsregeln (14 % der Gesamtunfälle) und nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit (12 % der Gesamtunfälle). Nach dem leichten Rückgang der Unfälle mit der Ursache „nicht angepasste Geschwindigkeit" im Jahr 2018, sind diese in 2019 mit einem Plus von 15,2 Prozent wieder deutlich angestiegen. In diesem Zusammenhang ist eine signifikante Zunahme der geschwindigkeitsbedingten Verkehrsunfälle mit schwerverletzten Personen zu verzeichnen (+ 184 Fälle). Zur Reduzierung der Hauptunfallursache Geschwindigkeit setzt die hessische Polizei modernste Technik ein. So steht jedem Polizeipräsidium ein Geschwindigkeitsmessanhänger des Typs „Enforcement-Trailer“ zur Verfügung. 

"Wer mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit und ungenügendem Sicherheitsabstand unterwegs ist, stellt eine Gefahr für sich und alle anderen Verkehrsteilnehmer dar. Mit den Geschwindigkeitsmessanhängern und zivilen Einsatzfahrzeugen, die mit gerichtsfester Messtechnik ausgestattet sind, wird die hessische Polizei auch weiterhin einen Schwerpunkt ihrer verkehrspolizeilichen Kontrollmaßnahmen auf den Bereichen der überhöhten Geschwindigkeiten sowie des Sicherheitsabstandes legen", betonte Peter Beuth.

Corona-Virus-Pandemie 2020: Geringeres Verkehrsaufkommen

Mit Einführung der durch die Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen im März 2020 wurde ein deutlich geringeres Verkehrsaufkommen auf hessischen Straßen durch die Polizei festgestellt. Auf den Bundesautobahnen kommt es beispielsweise zu weniger Staubildungen im Berufsverkehr. Auch die notwendig gewordenen Schulschließungen führten zu weniger Verkehrsaufkommen. Die ersten vorsichtigen statistischen Erhebungen deuten auch auf einen Rückgang der Unfallzahlen, insbesondere mit Verletzten und Verkehrsunfallfluchten, hin. Aufgrund des für Verkehrsstatistiken sehr kurzen Zeitraums sind diese Feststellungen jedoch derzeit nicht valide mit den Maßnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus in Zusammenhang zu bringen.

"Es sind aktuell deutlich weniger Fahrzeuge auf Hessens Straßen unterwegs und die meisten Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer nehmen merkbar Rücksicht auf ihre Mitmenschen. Raser und Drängler, die meinen sich auf leereren und freien Straßen nicht an die Verkehrsregeln insbesondere die Geschwindigkeit halten zu müssen, werden von der Polizei deshalb aktuell mit erhöhter Aufmerksamkeit bedacht", sagte der Hessische Innenminister Peter Beuth anlässlich der Veröffentlichung der Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2019 in Wiesbaden.

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