13.12.2021 •

Aufbau und Informationsdistribution im Digitalfunk für BOS

Rainer Schönfisch

Kommando Feldjäger der Bundeswehr

Die aktuelle Pandemielage führt uns einmal mehr vor Augen, wie wichtig eine einheitliche, behördenübergreifende Funkkommunikation bei Großschadensereignissen und Katastrophen ist. Dies trifft insbesondere für mehrere am Ereignis beteiligte Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) zu, für die der digitale Funk in einem deutschlandweiten gemeinsamen Funknetz aufgebaut wurde und weiter in die Netzhärtung investiert wird.

Technologische Notwendigkeit im behördlichen Funk – Digitalfunk BOS

Der Digitalfunk BOS (DigFu-BOS) ist ein nichtöffentlicher, mobiler UKW-Landfunkdienst (nömL). Er ermöglicht es allen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben miteinander in einem verschlüsselten Funknetz zu kommunizieren – dies bringt gerade enorme Vorteile bei Katastrophen und Großschadensereignissen, da Informationen direkt an die beteiligten Einsatzkräfte unterschiedlicher Institutionen weitergegeben werden können. Dies vermeidet timelags bei wichtigen Informationen, Sachlagen, Alarmierungen etc., übermittelt schnelle Entscheidungen, informiert weitere Helfer.

Die Vorteile lassen sich an einem Szenario z. B. einem Absturz eines Luftfahrzeugs verdeutlichen. Die über die Notrufnummer alarmierten Feldjäger fahren zur Absturzstelle. Gleichzeitig werden Behörden wie Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr ggf. Katastrophenschutz ebenfalls über den Absturz und erste Sachlage informiert. Innerhalb der weiteren Entwicklung der Lage kann es sein, dass Verletzte in die Krankenhäuser gefahren werden müssen, hier kann der Rettungsdienst bereits die Anzahl der Verletzten, den Verletzungsgrad etc. übermitteln und ggf. auch die Verteilung auf andere Krankenhäuser vorgenommen werden.

Wer nutzt den Digitalfunk BOS und wer ist berechtigter Teilnehmer?

Der DigFu-BOS wurde für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) entwickelt und implementiert. Dies gilt sowohl für staatliche und nicht staatliche Teilnehmer, welche mit dem Erhalt oder Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung betraut sind. Zunächst war die Teilnahme am BOS Funk auf wenige Bereiche der Bundeswehr beschränkt, so waren Feldjäger, Bw-Krankenhäuser, Bw-Feuerwehren die Vorreiter in der Nutzung des BOS Funks in der Bundeswehr.

Mit dem Beschluss der Bundesregierung zur Änderung des Gesetzes für die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) vom 21.02.2019 und der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt am 02.12.2019 ist die Bundeswehr gleichberechtigter Teilnehmer im Digitalfunknetz BOS.

Zu den berechtigten Teilnehmern Dig-Fu-BOS gehören:

  • Länderpolizei der 16 Bundesländer
  • Bundespolizei
  • Feuerwehren
  • Bundeszollverwaltung
  • Technisches Hilfswerk (THW)
  • Rettungsdienste
  • Verfassungsschutzbehörden Bund/Länder
  • Katastrophen- und Zivilschutzbehörden des Bundes und der Bundesländer
  • Weitere Mitwirkende z. B. priv. Hilfsorganisationen
  • Bundeswehr (seit 21.02.2019 vollwertiger Teilnehmer mit bis zu 40.000 Teilnehmenden)1

Was macht den digitalen BOS so attraktiv gegenüber dem kommerziellen Mobilfunk?

Entgegen dem kommerziellen Mobilfunk basiert der Digitalfunk BOS auf den besonderen und ereignisbezogenen Anforderungen, die an Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben aufgrund ihres Aufgabenbereichs gestellt werden. In seiner Ausrichtung ist es einem privaten Mobilfunknetz vergleichbar, jedoch harmonisiert und führt es die behördliche Funk-Kommunikation aller BOS in der gemeinsamen Aufgabenstellung zusammen. Dies bedeutet, dass Rettungsdienste, Feuerwehren, Ordnungsämter, THW oder Länder- und Bundespolizeien sowie auch die Bundeswehr als Teilnehmer und BOS Funkberechtigte miteinander in einem Funknetz kommunizieren können. Dies erleichtert und beschleunigt die Arbeit gerade bei Großveranstaltungen oder Großschadensereignissen.

Die so ermöglichte Gruppenkommunikation trägt dazu bei, dass man bei einem ausgewählten und definierten Teilnehmerkreis einen Funkspruch an alle zeitgleich übermitteln kann. Bei entsprechender Lageentwicklung können bei einem laufenden Einsatz nicht involvierte – aber benötigte Kräfte auch aus anderen BOS übergreifend in einem Funkkreis zusammengeschaltet werden. In unübersichtlichen und komplexen Einsatzszenarien wie Hochwasserkatastrophen können so z. B. Pioniereinheiten, Feuerwehren, Katastrophenschutz und andere Kräfte bei Bedarf in Funkrufgruppen zugeschaltet werden. Es ist jedoch auch die Einzelkommunikation als direkte Sprechverbindung zu einem einzelnen Teilnehmer möglich.

Gerade im Bereich sicherheitsrelevanter Zusammenarbeit ist die verschlüsselte Kommunikation eminent wichtig, um Desinformationen oder Manipulation behördlicher Maßnahmen zu vermeiden. Hier bietet der DigFu-BOS einen besonderen Vorteil gegenüber herkömmlichen Mobilfunknetzen. Eine Luftschnittstellenverschlüsselung und eine zusätzliche Ende-zu-Ende Verschlüsselung gewährleisten, dass vom Sende- bis zum Endgerät ein unbefugtes Abhören oder die Manipulation des Funkverkehrs ausgeschlossen werden kann.

Wer kennt sie nicht – extreme Funkstörungen im analogen Funk oder mangelnde Reichweiten – dies sind die Bürden, denen man sich in Einsatzlagen in der Vergangenheit hat stellen müssen. Führen ohne Führungsmittel in einem Katastropheneinsatz ist schwierig – jedoch ermöglicht der DigFu-BOS aufgrund der speziellen Anlage des Netzes eine bessere und höhere Netzverfügbarkeit als analoge Systeme.

Das ringförmig angelegte System der Basisstationen ist um die Vermittlungsstellen herum gruppiert, wobei diese an die Transitvermittlungsstellen angebunden sind. Sollte in einer Groß­ereignislage die Anbindung der Basisstation an die Vermittlungsstelle gestört sein, so kann von der Basisstation trotzdem im sogenannten Rückfallbetrieb der Funkverkehr im direkten Umkreis aufrechterhalten werden. Darüber hinaus ist es möglich, im Direktmodus (DMO) unabhängig vom Netz wie mit einem Handfunkgerät zu funken.

Alle Digitalfunkgeräte BOS sind grundsätzlich mit einer Notruffunktion ausgestattet. Wird die Notruftaste betätigt, hat diese Notruffunktion Vorrang vor allen anderen Funkteilnehmer. Der Notruf wird dann an die dafür vorgesehene Stelle oder die entsprechende Gruppe übermittelt und die letzte GPS-Position des Notrufabsetzenden ist feststellbar.

Dies ist ein erheblicher Vorteil, z. B. bei einem Waldbrand. Wenn eine Gruppe z. B. vom Feuer eingeschlossen ist, kann ohne großen Zeitverzug unmittelbar Hilfe an den letzten übermittelten Standort gesandt werden.

Ferner gibt es die sogenannten Kurzdatendienste des DigFu-Bos. Mit ihm können Kurznachrichten oder Basisinformationen übermittelt werden, aber auch Ortungen von Personen und Fahrzeugen vorgenommen werden. Bei Großereignissen, Großschadensfällen aber auch Manövern können durch die Ortungsfunktion von der Führung die Einsatzkräfte ggf. umgelenkt oder bei der Annäherung gezielter und effektiver an Verkehrsstaus oder Hindernissen vorbeigeführt werden.

Wie ist das Digitalfunknetz BOS aufgebaut?

Die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben kurz BDBOS gehört zum Wirtschaftsbereich des Ministeriums für Inneres und hat die Aufgabe, den DigFu-BOS aufzubauen, zu betreiben und weiterzuentwickeln. Das Betreiben des DigFu-Bos wird in enger Zusammenarbeit mit den 16 Bundesländern und dem Bund vom BDBOS koordiniert. Bund und Bundesländer unterhalten sogenannte Koordinierungsstellen und autorisierte Stellen (je Bundesland 1 Koordinierungs- und 1 autorisierte Stelle), die für die Aufrechterhaltung, Weiterentwicklung sowie für die Betriebsorganisation des Funknetzes zuständig sind.

Im Wesentlichen sind die autorisierten Stellen für den operativen und taktischen Betrieb des DigFu-BOS verantwortlich und beraten und unterstützen die teilnehmenden Behörden in ihren Einsätzen. Im Rahmen dessen helfen sie bei der Vorbereitung, Begleitung und Auswertung der Einsatzlagen. Dabei kommunizieren die autorisierten Stellen eng mit den Einsatzleitungen. Bei komplexen Einsatzlagen wie z. B. Hochwassereinsätzen, wird es so ermöglicht, Bundeswehr, Feuerwehr, THW, Rettungsdienste und Polizei in ihren Einsatzräumen zu koordinieren und Maßnahmen und Vorgehensweisen untereinander abzusprechen.

Ferner sind die autorisierten Stellen Anlauf- und Servicepunkt für die DigFu-BOS Teilnehmer, welche sich im Bereich des DigFu-BOS hier beraten lassen können. Hierzu zählen u.a. die Hilfe bei der Beschaffung von Endgeräten, logistische Fragen zu Funknetzstandorten, Zuweisung von Kommunikationsgruppen, Nutzerservice u.v.m.

Im Funk- und Zugangsnetz sind alle Basisstationen untereinander und mit den Vermittlungsstellen verbunden. Ferner gibt es drahtgebundene Sprechplätze zur Koordinierung und Teilnahme an dem gruppenbasierten Funkverkehr. Schlussendlich sind die Funkendgeräte zu nennen, die für Personen und Fahrzeuge (HRT/MRT) – Alarmempfänger (APRT) sowie festverbaute Sprechfunksätze (FRT = Fixed Radio Terminal) vorgesehen sind. HRT (Handheld Radio Terminal) sind einer Person oder Personengruppe zugeteilte, mobile Digitalhandsprechfunkgeräte. Bei den MRT (Mobile Radio Terminal) handelt es sich hingegen um in einem Einsatzfahrzeug verbaute Digitalsprechfunkgeräte.

Es gibt eine autorisierte Stelle (AS) in Zuständigkeit für den Bund und die 16 Bundesländer, welche die aufgebaute Koordination des DigFu-BOS übernimmt.

Quelle: AR A1-950/0-4523 S. 20
Quelle: AR A1-950/0-4523 S. 20

Einordnung der VSD-Bw im Netzwerk ­„DigFu-BOS“

Die AS-Bund ist für die zentrale Betriebsleitung, -aufsicht und als Servicestelle für den DigFu-BOS eingerichtet, wobei die VSD Bw (Verbindungsstelle Digitalfunk Bundeswehr) bei der AS Bund BPolPräs Ref 57 der autorisierten Stelle zugeordnet ist. Die Aufgabe der VSD-Bw ist es u.a. die Interessen der Bundeswehr in den Gremien des DigFu-BOS auf Bundesebene und die operativ-taktischen und betrieblichen Interessen gegenüber der AS Bund zu vertreten. Dabei steuert und überwacht sie die technischen und betrieblichen Aufgaben und betreibt die Netzüberwachung im Digitalfunk BOS der Bw.

Das DigFu-BOS besteht aus hierarchisch aufgebauten vernetzten Ebenen. Im sogenannten Kernnetz werden alle Funkteilnehmer und Teilnehmergruppen in einem behördenübergreifenden System verwaltet. Das gesamte Netz wird hier zentral gesteuert und überwacht. Das Bindeglied zu den Basisstationen bilden die Vermittlungsstellen, die wiederum mit den übergeordneten Transitvermittlungsstellen vernetzt sind. Somit ist gewährleistet, dass Informationen, die nicht nur für Basisstationen der Einsatzstellen bestimmt sind, auch überregional an andere Einsatzstellen Informationen bis zu den Basisstellen der Einsatzstelle gelangen. Am Beispiel einer Hochwasserkatastrohe lässt sich dies gut verdeutlichen.

Verschiedene Hilfskräfte wie Feuerwehr, Bundeswehr, THW, DLRG, Rettungsdienste und Polizei sind an einem besonders bedrohten Abschnitt im Schwerpunkt eingesetzt (Rhein/Mosel Koblenz). Im Normalbetrieb sind im DigFu-BOS diese Teilnehmer miteinander in diesem Abschnitt Koblenz vernetzt.

Über die Transitvermittlungsstelle und die Vermittlungsstellen können weitere Informationen und Meldungen zum Hochwasserstand und der Lagebericht z. B. aus einem weiteren Einsatzgebiet (hier: Trier) gesandt und für Einsatzkräfte in Koblenz genutzt werden. Auch ein schnelles Verschieben von Kräften und Material zu anderen Schwerpunkten wäre hier möglich. Die Anforderung von Hubschraubern für beispielsweise Luftrettung oder Evakuierungsmaßnahmen könnte über die jeweiligen Behördenstränge zeitnah angeordnet und vorgenommen werden.

Das sogenannte Kernnetz beinhaltet die Netzverwaltungszentren (NBC), welche das gesamte digitale Funknetz BOS zentral steuern und auch überwachen. Die NBC sind mit den Transitebenen (DXTT= Digital Exchange TETRA Transit) vernetzt, diese stellen die Bindeglieder zu den Vermittlungsstellen (DXT Digital Exchange Tetra) dar. Die Vermittlungsstellen vermitteln Kommunikation oder auch Steuerdaten zu den Basisstationen einer Region. Die Transitvermittlungsstellen übermitteln wiederum Daten und Kommunikation von den Basisstationen überregional weiter an andere Funkkreise.

Wie kann man sich den Aufbau eines Funkgespräches im DigFu-BOS vorstellen?

Zunächst einmal weist das DigFu-BOS eine wabenförmige oder zellartige Struktur auf. Jede Zelle des Funknetzes ist mit anderen Zellen bienenwabenartig vernetzt und verfügt über eine Sende- und Empfangsfunkvorrichtung (Basisstation). In ihr laufen ein- und ausgehende Funksprüche innerhalb dieser Funkzelle zusammen. Bei Inbetriebnahme eines DigFu Sprechfunkgerätes stellt dieses eine Verbindung zu einer geeigneten Basisstation her. Durch Funkwellen ausgehend vom Sender werden Informationen und Daten vom Endgerät zur Basisstation geleitet und dort mittels Richtfunks oder per Kabel zur Vermittlungsstelle geleitet. Diese leitet wiederum die Nachricht an die jeweilige Basisstation und dann zum Endgerät des Nachrichtenempfängers.

Man kann auch im sogenannten Direktbetrieb Informationen direkt von einem Endgerät zum Endgerät des Empfängers verschicken, ohne dabei über die Basisstationen zu gehen – dies ist aber nur für Funkteilnehmer in unmittelbarer Nähe möglich, da für den Direktbetrieb die Reichweite sehr eingeschränkt ist.

Was ist beim Betreiben des DigFu-BOS an Besonderheiten zu beachten?

Vor Nutzung des DigFu-BOS ist eine fundierte Ausbildung aller Nutzer zwingend vorzunehmen – hier reicht nicht eine Einweisung am Gerät. Dabei werden von der VSD-Bw die Koordination sowie der Inhaltsumfang der Ausbildung festgelegt.

Auch neue Rufgruppen sind über die VSD-Bw zu beantragen, die wiederum die Anträge an die zuständige AS Bund in Berlin (BPolPräs Ref 57) weiterleitet. Nach Genehmigung durch die BDBOS AS Bund dürfen die Funkgeräte dann durch die TTB-BW oder die Patchbeauftragten programmiert werden.

Wie groß ist das DigFu-BOS?

Laut BDBOS umfasst das Digitalfunknetz (Stand Januar 2021) 4.790 Basisstation verteilt auf das gesamte Bundesgebiet mit einer Netzabdeckung von 99,2 %, dabei sind nahezu 959.000 Teilnehmer im Netz registriert.

Bedeutung DigFu-BOS für das FJgWesBw

Für die militärpolizeilichen Aufgaben bundesweit verantwortlich und damit als potenzieller Teilnehmer an Krisenstäben bei Katastrophen oder Großschadensereignissen ist der Aufgabenbereich Feldjägerwesen Bundeswehr (AufgBer FJgWesBw) der kompetente Ansprechpartner. Aufgrund der dislozierten Struktur der Feldjägerkompanien in der Fläche der Bundesrepublik Deutschland können die gesamten Aufgaben und Intensitätsspektren der Bundeswehr wahrgenommen werden. Die Verfügbarkeit von Feldjägerkräften (FJgKr) im Großschadensereignisfall, einer Katastrophe o. ä. ist sehr hoch und ermöglicht schnelle Zugriffsmöglichkeiten sowie eine gute Führungsfähigkeit, auch aufgrund des vorhandenen DigFu-BOS.

Auf taktischer Ebene zwischen Bundeswehr und anderen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) stellt der AufgBer FJgWesBw zur Gewährleistung des Feldjägerdiensts (FJgDst) und Feldjägereinsatz (FJgEins) Inland eine wesentliche Schnittstelle dar und kann aufgrund seiner Ausstattung und Kommunikationsfähigkeiten ein wichtiges Bindeglied in der Krisenbewältigung darstellen.

Die Umsetzung der Kommunikation zu BOS sowie die eigene Führungsfähigkeit kann über den DigFu für BOS im Inland gewährleistet werden. Gerade in Führungsstäben, Gefechtsständen, Einsatzleitstellen kann die Fähigkeit mit anderen eingesetzten Behörden wie Polizei, Feuerwehr, THK, Rettungsdienste zeitnah und innerhalb eines geschützten Funknetzes zu kommunizieren einsatztaktisch von erheblichem Vorteil sein, weil die Koordination von gemeinsamen Maßnahmen in Echtzeit umgesetzt werden kann.

Alle weiteren Maßnahmen, wie Absicherung, Umweltschutzmaßnahmen etc. können zeitgleich oder zeitnah koordiniert werden. Dies hilft Leben zu retten, größere Umweltschäden zu vermeiden und wichtige Maßnahmen zeitgerecht einzuleiten. Gerade im Bereich der zivil-militärischen Zusammenarbeit ZMZ bietet der digitale Funk BOS in der Gefahrenabwehr und in der Kommunikation mit anderen sicherheitsrelevanten Behörden und Organisationen eine erhebliche Erleichterung bei Planungen, Einleiten von Maßnahmen, Koordination von Kräften und Mitteln, sowie die Steuerung logistischer Abläufe in entsprechenden Lagen. Auch bei der Einrichtung von Gefechtsständen oder Leitstellen ist die Koordination der Kommunikationsmöglichkeiten stark vereinfacht.

Der DigFu-BOS bietet eine nahezu bundesweite Netzabdeckung mit nur wenigen Verfügbarkeitslücken (Netzabdeckung 99,2 %), welche im Rahmen des Netzausbaus in den nächsten Jahren geschlossen werden. Damit sind FJgKr jederzeit in der Fläche abrufbar und erreichbar und dies auch in infrastrukturschwachen Gebieten. Dies erhöht die Verfügbarkeit und die Einsatzfähigkeit.

Mit der jetzigen Ausstattung an Hand- und Fahrzeugfunkgeräten hat der AufgBer FJgWesBw eine Anfangsbefähigung DigFu-BOS erreicht. Aktuell wird auf allen Feldjägerdienstkommandos (FJgDstKdo) eine ortsfeste Sprechstelle DigFu-BOS eingerüstet.

Die Feldjägereinsatzzentrale der Bundeswehr (FJgEinsZentrBw) ist bereits über eine solche ortsfeste Sprechstelle für alle Teilnehmer am DigFu-BOS auf der Rufgruppe "Feldjäger" (GSSI 3618002) 24/7 365 erreichbar.

Quellen: A1-950-4523, BOS Funkrichtlinie, BDBOS Infos


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