18.03.2022 •

Digitale Einblicke in das EU-Katastrophenschutzverfahren

150 Personen bei DFV-Onlinefortbildung

„Wenn jedes Land etwas schickt, kriegen wir es hin, dass wir gemeinsam schlagkräftig sind“ – so resümierte Oberbrandrätin Susanne Klatt bei der digitalen Online-Fortbildung des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) das EU-Katastrophenschutzverfahren. Eine Stunde lang informierte die als Expertin auf EU-Ebene gemeldete Berufsfeuerwehrfrau aus Essen die mehr als 150 interessierten Personen, die sich für die digitale Schulung angemeldet hatten.

Inhaltlich ging es zunächst um den generellen Mechanismus – wer kann wann wie welche Hilfe anfordern? Klatt stellte die Funktionsweise und unterschiedliche Komponenten vor und gab Beispiele dafür, welche Einsätze es gibt. Das EU-Katastrophenschutzverfahren wurde seit 2001 mehr als 500-mal zur Reaktion auf Notsituationen eingesetzt – auch aktuell wurde es für die Ukraine aktiviert. Die Referentin erklärte am konkreten Beispiel, dass Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe ineinandergreifen. Das EU-Verfahren kann für Einsätze innerhalb der Europäischen Union und weltweit in Anspruch genommen werden und umfasst Reaktionskapazitäten aus allen EU-Mitgliedstaaten und sechs weiteren teilnehmenden Staaten.

Zahlreiche Fragen des Publikums befassten sich mit generellen und konkreten praktischen Aspekten: Wie läuft die Ausbildung vom Einführungskurs über den Umgang mit diplomatischen Vertretungen, Lageerkundung oder Sicherheit bis zur Teamleitung? Wie ist der Sachstand der Teams aus Deutschland? Susanne Klatt berichtete etwa, dass natürlich vor einem teils mehrwöchigen Einsatz geregelt sein müsse, dass die Verpflichtungen in Deutschland erledigt werden: „Man kann nicht einfach davon ausgehen, dass man über W-Lan verfügt und schnell noch eine Überweisung abschickt.“ Auch die sprachlichen Voraussetzungen waren ein Thema – gibt es automatisch Dolmetscher vor Ort, wenn über die „Standard-Hilfseinsatzsprache“ Englisch keine Verständigung möglich ist?

Die Rückmeldungen waren positiv: „Das war ein interessanter Einblick – einmal nicht nur Feuerwehr und Rettungsdienst als Ausbildungsthema“, „ein schneller und guter Einblick“ oder auch „gute Impulse für weitere Recherchen“ hieß es aus dem Plenum.

Am Donnerstag, 31. März 2022, findet die nächste DFV-Onlinefortbildung statt, für die es noch freie Plätze gibt: Dann berichtet Branddirektor Carsten Schneider (Stellvertretender Leiter Feuerwehr und Rettungsdienst Bonn) von 18 bis 19 Uhr über die Notruf-App „nora“. Die bundeseinheitliche App soll vor allem Menschen mit Hör- und Sprachbehinderungen helfen, einen Notruf abzusetzen. Die Anmeldung ist unter https://www.feuerwehrverband.de/veranstaltung/onlinefortbildung-zur-notruf-app-nora/ möglich.


Mehr zu den Themen:

Verwandte Artikel

Lernen mit XR – SZENARIS neueste Entwicklungen auf der LEARNTEC 2022

Lernen mit XR – SZENARIS neueste Entwicklungen auf der LEARNTEC 2022

Vom 31. Mai bis 02. Juni wird die LEARNTEC 2022 in Karlsruhe ausgerichtet. Damit findet Europas wichtigste Messe für Lernen mit IT nach dem coronabedingten Aussetzen endlich wieder „vor Ort“ statt. SZENARIS wird dort wieder seine neuesten...

Treffen Sie Esri in Halle 16 auf der INTERSCHUTZ 2022

Treffen Sie Esri in Halle 16 auf der INTERSCHUTZ 2022

Auf dem Gemeinschaftsstand „Smart Public Safety Hub“ erwartet Sie ein Leuchtturm der Digitalisierung für die Bereiche Feuerwehr, Polizei, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz.

Digitalpolitisches Programm bis 2025 vorgestellt

Digitalpolitisches Programm bis 2025 vorgestellt

Das Bundesinnenministerium ist mit den Zuständigkeiten für Cybersicherheit, Digitalisierung der Verwaltung und Datenpolitik ein Schlüsselressort für die Modernisierung des Staates.

:

Photo

Stoll Seal System Abdichtungssystem

Die Werkfeuerwehr lnfraserv Höchst wird in diesem Jahr einen neuen GWG-G in Dienst stellen. Hierzu stand im Lastenheft unter anderem der Anspruch: mehr Platz für Ausrüstung und neuem Equipment.