Ideenreiche Startups für und aus der Blaulicht-Szene

Auf der Interschutz stellen sich junge Startups auf einem Gemeinschaftsstand vor
INTERSCHUTZ

Mit großem Ideenreichtum entwickeln Unternehmen immer wieder neue, interessante Dienstleistungen und Produkte im Bereich der Gefahrenabwehr. Auf der INTERSCHUTZ stellen sich junge Startups vom 20. bis 25. Juni auf einem großen Gemeinschaftsstand (Halle 16/F48) vor.

Hannover. Mit großem Ideenreichtum entwickeln Unternehmen immer wieder neue, interessante Dienstleistungen und Produkte im Bereich der Gefahrenabwehr. Auf der INTERSCHUTZ stellen sich junge Startups vom 20. bis 25. Juni auf einem großen Gemeinschaftsstand (Halle 16/F48) vor.

Vorbereitung per E-Learning

Ob im alltäglichen Einsatz oder bei Katastrophen: Die Arbeit bei Feuerwehren und im Rettungsdienst ist mental anspruchsvoll. Die Helferinnen und Helfer müssen einiges aushalten. In den unterschiedlichsten Lebensbereichen erleben sie Konfliktsituationen, die sie oft an den Rand ihrer Kräfte bringen. Erstmalig bietet ein junges Startup jetzt ein professionelles E-Learning Programm an, um auf emotional belastende Einsätze vorzubereiten. Brand Punkt ist eines von gut 20 Unternehmen, die auf dem Gemeinschaftsstand Junge Innovative Unternehmen ihre Dienstleistungen und Produkte vorstellen.

Das Unternehmen ist zugleich ein Beispiel für die Kreativität und den Ideenreichtum der vielen Firmengründer. Einer von ihnen: Hermann Zengeler. Er war unter anderem 25 Jahre lang Chef einer Feuerwehr, bevor er seine sichere Stelle im öffentlichen Dienst aufgab. Zusammen mit seiner Partnerin Carina Ott gründete er Brand Eins. Zwei tragische Todesfälle von Feuerwehrkameraden hatten ihn vor dreieinhalb Jahren zu dem Schritt bewegt. Sein Ziel: Menschen mental-emotional auf den Einsatzdienst vorbereiten.

"Ich wollte es nicht länger begreifen, dass man Menschen mit dem Thema allein lässt"

sagt er. Zwar gebe es Betreuung und psychologische Unterstützung nach belastenden Einsätzen. Doch an Prävention, die Vorbereitung auf belastende Situationen und Bilder, werde nicht gedacht.

Mit Fireproof360° präsentiert Brand Punkt ein E-Learning Programm, das auf Einsatzkräfte auf belastende Situationen vorbereiten, deren Motivation stabilisieren und sie für den mental anspruchsvollen Dienst stark machen soll. Analysedaten unterstützen dabei die Leiter der Wehren, zielgerichtete Maßnahmen einzuleiten, um die Einsatzbereitschaft ihrer Mitglieder hoch zu halten bzw. Motivations-Tiefs frühzeitig zu erkennen und gegensteuern zu können. Auf der INTERSCHUTZ können Besucher die E-Learning-Methode testen.

"Interschutz hat eine wahnsinnige Strahlkraft"

Auch die Firma Firedrill ist auf dem Gemeinschaftsstand der jungen innovativen Unternehmen vertreten. Firedrill bringt das Thema Feuerprävention ins digitale Zeitalter. 

"Wir freuen uns wahnsinnig, uns präsentieren zu können, denn die INTERSCHUTZ hat eine wahnsinnige Strahlkraft"

sagt Jens Thiemann, einer der beiden Geschäftsführer. Erst gut zwei Jahre ist sein Startup alt. Inzwischen haben bereits zahlreiche Firmen seine App genutzt, die Beschäftigte dazu befähigt auf Ihren Smartphones eigenständig die regelmäßig in Firmen vorgeschriebene Sicherheitsübung zu absolvieren.

"Zugleich entwickeln sie dadurch Routine und sind so besser auf den Ernstfall vorbereitet – ohne auf die zufällige Teilnahme an den selten stattfindenden Gruppenübungen angewiesen zu sein"

erläutert Jens Thiemann. Geübt wird dabei ausschließlich in der realen Umgebung am Arbeitsplatz per Augmented Reality. Die Übung zeigt den Hauptfluchtweg vom Startraum bis zur Sammelstelle an und muss komplett abgelaufen werden. Ergänzend blendet die Anwendung hilfreiche Zusatzinformationen entlang der Route ein, zum Beispiel den Standort von Feuerlöschern und Brandmeldern.

"Firedrill ist die neue und flexible Lösung für die praktische Evakuierungsübung in einer sich verändernden Arbeitswelt – auch oder gerade wegen der Corona-Pandemie", betont der Geschäftsführer. "Dank der Mixed Reality Technologie wird die Übung dabei nicht einfach wie ein Video konsumiert, sondern aktiv vor Ort erlebt."

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