AFCEA Fachausstellung 3.0 in der neuen ­Ausstellungs­location World Conference Center Bonn

Friedrich W. Benz

Am 1./2. April 2020 beginnt für die AFCEA eine neue Ära. Nachdem die Fachausstellung 30 Jahre lang ihre Heimat in der Stadthalle Bad Godesberg hatte und dort immer weiter gewachsen war, wurde sie von 2017 - 2019 im Maritim Hotel Bonn durchgeführt. Durch den anhaltend großen Andrang der Aussteller war nach nur drei Jahren aber das Maritim Hotel Bonn als Ausstellungsort schon wieder zu klein geworden. Deshalb hatte der Vorstand von AFCEA Bonn e. V. den Entschluss gefasst, künftig im World Conference Center Bonn auszustellen, wo auf absehbare Zeit noch hinreichend Potenzial für die Erweiterung sein dürfte. Doch wie fing alles an? 

Der neue Ausstellungsort World Conference Center Bonn, Außenansicht des...
Der neue Ausstellungsort World Conference Center Bonn, Außenansicht des Hauptgebäude
Quelle: WCCB

Anfänge bei AFCEA Bonn

Im Frühjahr 1983 trafen sich ca. 25 Vertreter aus der Bundeswehr, dem Öffentlichen Dienst, der Forschung und der Industrie im Restaurant Tulpenfeld in Bonn, um ein Internationales Chapter der bereits 1946 in den USA von amerikanischen Fernmeldern gegründeten AFCEA (Armed Forces Communication Electronics Association) aus der Taufe zu heben. Zielsetzung des Vereins war, den Informationsaustausch zwischen Bedarfsträgern und Bedarfsdeckern, zwischen Anwendern und Herstellern im Bereich der Führungsunterstützung (Funkgeräte und andere Fernmeldemittel, Führungs- und Fachinformationssysteme, Gefechtsstände und Gefechtsstandtechnik etc.) zu intensivieren. Dies geschah hauptsächlich durch Vorträge in Fachveranstaltungen, die in der Regel in den Räumen der damaligen FGAN (Forschungsgesellschaft für Angewandte Naturwissenschaften) in Wachtberg-Werthhoven (nun Fraunhofer FKIE) durchgeführt wurden und dort auch bis heute durchgeführt werden.

Nach seiner Gründung suchte der Verein nach Wegen, die finanzielle Grundlage für die Veranstaltungen, die während des Jahres durchgeführt wurden, aufzustocken, denn von den Beiträgen der Mitglieder wurde der größte Teil zur „AFCEA-Mutter“ nach Washington D.C. abgeführt. Der Rest und die geringen Einnahmen aus den Fachveranstaltungen konnten die laufenden Kosten – auch ohne eigenes Büro – nicht decken. Zusätzliche Einnahmen aus einer Ausstellung schien deshalb ein vielversprechender Ansatz.

Diese Funktionsflächen werden für die AFCEA Fachausstellung 2020 genutzt.
Diese Funktionsflächen werden für die AFCEA Fachausstellung 2020
genutzt.
Quelle: Friedrich W. Benz

„Wir müssen mal etwas Hardware zeigen!“

In der nächsten Vorstandssitzung fiel dieser entscheidende Satz vom Vorstandsmitglied Rainer Ramin, damals Referatsleiter im Amt für Datenverarbeitung der Bundeswehr: „Wer den Vorschlag macht, hat auch den Auftrag.“ Und so wurde Herr Ramin zum „Erfinder“, Motor und Leiter der Fachausstellung, die in der Stadthalle Bad Godesberg im großen Saal stattfinden sollte. Die korporativen Mitglieder des Vereins, allesamt IT-Firmen, zeigten sich von Anfang an begeistert und Herr Ramin konnte 14 Firmen (u. a. Nixdorf, Wang und einige Softwarehäuser wie GEI, Ploenzke) überzeugen, dort auszustellen. Als erstes Thema wurde 1986 „Bürokommunikation“ gewählt, um ein möglichst breites Feld – auch für die Aussteller – abdecken zu können. Diese erste wirkliche Großveranstaltung war ein Riesenerfolg. Besonders ein Satz aus der Rede des Staatssekretärs Timmermann, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, war Balsam für den Vorstand.

 Er sagte „Wenn es AFCEA noch nicht gäbe, müsste der Verein erfunden werden.“

Fachausstellung mit steigender Resonanz

Von Jahr zu Jahr nahm das Interesse von Industrie und Amtsseite zu, so dass sowohl die Zahl der Aussteller wie auch die der Besucher beständig anstieg. Was 1986 mit 14 Firmen und einem halbleeren großen Saal der Stadthalle Bad Godesberg begonnen hatte, umfasste 1998 bereits 40 Firmen und stieg auf 70 bei der letzten von Herrn Ramin organisierten Fachausstellung 2007. Trotz Wirtschaftskrise ging auch unter dem neuen Leiter der Fachausstellung, Oberst a.D. Friedrich W. Benz, der Aufwärtstrend unverändert weiter, so dass sogar ein Zelt auf der Terrasse und das Basement als neue Ausstellungsflächen herangezogen wurden. 2016 wurde das Zelt noch einmal um 150 qm auf 550 qm vergrößert und es stellten insgesamt 114 Aussteller aus. Doch damit war die AFCEA Fachausstellung in der Stadthalle an die Kapazitätsgrenze gestoßen, sodass die nächste Ausstellung im Maritim Hotel Bonn durchgeführt wurde. Doch bereits bei der Fachausstellung 2019 war das zwischenzeitlich lieb gewonnene Maritim Hotel Bonn mit 165 Ausstellern für die Ausstellung schon wieder zu klein geworden.

Das Foyer des Hauptgebäudes
Das Foyer des Hauptgebäudes
Quelle: WCCB

Mit dem Umzug der Ausstellung ins World Conference Center Bonn bricht die AFCEA Fachausstellung auch im Format der Veranstaltung zu neuen Ufern auf:

  • Erstmalig werden neben den vier Symposiumsvorträgen die Aussteller ihre Leistungsfähigkeit in kurzen Industrievorträgen (im Speaker Corner) vorstellen können.
  • Die vor drei Jahren zur Verbesserung der Transparenz über die Aussteller eingeführte Kompetenzmatrix wurde in ein digitales Tool umgesetzt, das nun auch mit einer App genutzt werden kann.
  • Mit Postersessions sollen ausgewählte Forschungsprojekte der Universitäten/Hochschulen aus dem Raum Bonn – Aachen – Koblenz sowie aus den Bundeswehruniversitäten vorgestellt und dadurch der Austausch mit der Industrie und den Bedarfsdeckern verbessert werden.

Die AFCEA Fachausstellung als Dialog­plattform der IT-Community Bundeswehr

Was macht nun die AFCEA Fachausstellung für Aussteller und Besucher gleichermaßen attraktiv? Mehr als 160 Firmen, zunehmend auch aus dem europäischen und ferneren Ausland, stellen dort ihre neuesten Produkte in der spezifischen AFCEA-Themenpalette aus und stehen für einen intensiven Dialog mit den mehr als 2500 interessierten Fachbesuchern aus dem Bundesministerium der Verteidigung, aus den Ämtern und anderen Dienststellen der Bundeswehr und Behörden im Raum Bonn - Koblenz - Köln, aus Fachhochschulen und Universitäten sowie der Industrie bereit. Wenngleich es nur eine geringe Fluktuation der Aussteller gibt, kommen jedes Jahr wieder neue Aussteller dazu. 

Die Firmen erreichen durch diese Ausstellung sehr effizient eine Vielzahl von Ansprechpartnern aus einer großen Anzahl von Dienststellen. Konzeptionäre der Bedarfsträger und Projektleiter/-mitarbeiter der Bedarfsdecker schätzen das umfassende Informationsangebot der bei der Ausstellung vertretenen Firmen. Im Gegensatz zu Besuchen bei einzelnen Firmen an deren Heimatstandort in ganz Deutschland, die meist sehr zeitaufwendig und kostenträchtig sind, bietet die AFCEA Fachausstellung die Gelegenheit, in relativ kurzer Zeit die Produkte unterschiedlicher Firmen präsentiert zu bekommen. Ein Besuch bietet für die Vertreter der Amtsseite eine effiziente Weiterbildung mit hoher Informationsdichte bei in der Regel kurzem Anfahrtsweg aus dem Einzugsgebiet Köln - Koblenz.

Ausblick

In der mehr als 30jährigen Geschichte hat die AFCEA Fachausstellung viele Aussteller und neue Entwicklungen in der IT gesehen. Viele Firmen der ersten Stunde gibt es nicht mehr oder sind in anderen Firmen aufgegangen, neue Technologien und sehr leistungsfähige Produkte quer über das AFCEA-Interessenspektrum sind in den letzten drei Dekaden entstanden. Auch bei veränderten Rahmenbedingungen und Bedrohungen, neuen Schwerpunkten und Hypes in der IT-Welt wird die AFCEA Fachausstellung, das Flaggschiff von AFCEA Bonn e. V., weiterhin die interessanten Themen und innovativen Technologien für die IT-Community Bundeswehr aufgreifen und auch in Zukunft bei der jährlichen Ausstellung präsentieren – ab sofort an neuem Ort.

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