Softwareentwicklung: Mit Joint Venture zu neuen Ufern

Zusammenschluss von CrisCom Solutions und Eurocommand

PantherMedia / zothen

Mit einer Pressemitteilung vom 17.07.2020 erklärten die Firmen CrisCom Solutions und Eurocommand, dass sie künftig im Rahmen eines Joint Ventures namens ECC Group ein gemeinsames Produkt entwickeln wollen. Das hat natürlich in den sozialen Medien für zahlreiche Reaktionen und natürlich auch zu Fragen geführt. Aus diesem Grund hat Crisis Prevention mit den Geschäftsführern der beiden Firmen gesprochen. 

​CP: Eurocommand und CrisCom – bislang kannten man die beiden Firmen als Konkurrenten auf dem Markt. Wie kam es dazu, dass Sie jetzt miteinander arbeiten möchten?

Vetter: Nachdem wir Anfang des Jahres aus verschiedensten Gründen eine Zäsur in unserer Entwicklungsabteilung herbeiführen mussten, waren wir nun frei, neue strategische Entscheidungen in unserem Produktmanagement zu treffen. Wir haben erkannt, dass die Technikbasis unserer Software "Commander" doch sehr in die Jahre gekommen war, und haben uns darauf vorbereitet, die gesamte Plattform auf einem aktuellen technischen Stand vollständig neu aufzusetzen. Just in dieser Phase kam Sascha Pomp mit einem sehr interessanten Vorschlag auf uns zu...

Pomp: Auch bei CommandX hatten wir das Ende des Produktlebenszyklus erreicht und die Planungen für eine vollständig neue Plattform sind bei uns schon weit fortgeschritten. Nachdem wir die positiven Entwicklungen bei CrisCom vor allem im Bereich der handelnden Akteure gesehen haben, habe ich Herrn Vetter vorgeschlagen, das Beste aus zwei Welten zu vereinen. Wir als Eurocommand sind sehr erfolgreich mit unserer Führungssoftware, die bislang als Desktop-Version installiert und vor allem bei Feuerwehren, Polizei, Landkreisen und Kommunen eingesetzt wird. CrisCom bringt dagegen Expertise in Sachen browserbasiertes Arbeiten sowie aus dem „weißen Bevölkerungsschutz“, der Welt der Rettungsdienste und Hilfsorganisationen mit ein – daher war es doch naheliegend, diese beiden Kompetenzen zu vereinen und dem Markt ein völlig neues Produkt bieten zu können!

Lächelnder Mann - Björn Vetter
Björn Vetter, CrisCom Solutions GmbH
Quelle: CrisCom Solutions

CP: Was genau soll denn jetzt an dem neuen Produkt so "neu" sein?

Pomp: Nun ja, ich muss um Verständnis bitten, dass wir hier nicht zu sehr aus dem Nähkästchen plaudern. Zur Interschutz 2021 können sich aber unsere Kunden und die Kunden der CrisCom auf ein Nachfolgeprodukt des Commanders und des CommandX freuen!

Vetter: Um es klar zu sagen: Es geht hierbei nicht darum, dass eine Firma die andere einfach schluckt. Es geht tatsächlich darum, die bisherigen Kompetenzen zu vereinen. Derzeit noch in einem Joint Venture zur Softwareentwicklung, aber eher früher als später in einer Firma vereint – dazu laufen derzeit Verhandlungen der Gesellschafter beider Unternehmen. Unser Motto: "Es wächst zusammen, was zusammengehört!" Zwei innovative Softwaresysteme zur Führungsunterstützung werden auf ihre Funktionen geprüft – und diese Funktionen werden auf völlig neuer technischer Basis zu einem neuen Produkt verschmelzen. Darum nehmen wir das "C" aus „Commander“ und das "X" aus "CommandX" und benennen unser gemeinsames Produkt schlicht: "CX". 

Mann mit weißem Shirt - Sascha Pomp, Eurocommand
Sascha Pomp, Eurocommand
Quelle: Eurocommand

CP: Haben Sie keine Sorge, dass Ihre jeweiligen Kunden sich in diesem neuen Konstrukt nicht wiederfinden?

Pomp: Tatsächlich wird alles noch einfacher und intuitiver. Wer heute ein Mailprogramm bedienen kann, wird sich künftig auch sehr schnell und leicht im CX zurechtfinden. Wir arbeiten auch an einer App, wie sie der Markt bislang noch nicht gesehen hat! 

Vetter: Selbstverständlich werden sich die Nutzer beider Systeme am Anfang umgewöhnen müssen. Das hat man ja auch bei jeder Aktualisierung seines Betriebssystems, bei den allseits bekannten Textverarbeitungs- und Tabellenkalkulationsprogrammen usw. Zentrale Funktionen, die unsere Kunden bislang kannten und schätzten, wie z.B. die Hashtag-Shortcuts, werden sich aber auch selbstverständlich im CX wiederfinden.

CP: Sie wollen also die Kernidentitäten der beiden Softwaresysteme behalten. Wie wollen Sie das sicherstellen?

Pomp: Hier haben wir verschiedene Wege angedacht. Zuallererst wird die Leitung des Produktmanagements, also derjenige, der die Softwarefunktionen beschreibt, beim bisherigen Entwicklungsleiter der CrisCom liegen. Die Produktmanager, die für einzelne Module zuständig sind, kommen von Eurocommand und sorgen so dafür, dass die bisherigen Funktionen des CommandX Berücksichtigung finden. Die eigentlichen Softwareentwickler kommen aus beiden Firmen und die Entwicklungsleitung als solche liegt bei mir. So haben wir schon auf dieser Ebene eine sehr gesunde Durchmischung erreicht, die Innovationen garantiert.

Vetter: Softwareentwicklung bzw. auch die Weiterentwicklung passiert bei uns ja nicht im stillen Kämmerlein. Bei CrisCom hatten wir bislang stets den Kundendialog gesucht, um im Rahmen der kontinuierlichen Produktweiterentwicklung Verbesserungsvorschläge der Anwender aufzunehmen. Hierzu dienten auch Anwendertreffen, Kundengespräche auf Messen, Feedback in den Sozialen Medien usw. Dieses Instrumentarium wird um die bei Eurocommand institutionalisierten Arbeitskreise erweitert, in denen Kunden aus den verschiedenen Zielgruppen über Sinn und Unsinn von Vorschlägen, geplanten Erweiterungen usw. mitentscheiden können.

CP: Das klingt für eine derart komplexe Software aber nach einem recht sportlichen Zeitansatz, wenn Sie bis zur Interschutz 2021 fertig sein wollen.

Vetter: Nun, ich habe in der Vergangenheit schon immer wieder betont, dass ich der Kaufmann im Unternehmen bin. Das bleibe ich auch in der neuen Konstellation, ich übernehme insbesondere die Bereiche Marketing und Kommunikation, technische Fragestellung gebe ich an Herrn Pomp weiter...

Pomp: Wir arbeiten ja nicht erst seit letzter Woche an der Planung der neuen Software. Außerdem haben wir ein super Entwicklungsteam: Fast alle haben einen „Blaulichthintergrund“ und können ihre Expertise auch von der praktischen Seite mit einbringen. Natürlich ist das Ziel Interschutz 2021 ambitioniert, aber wir werden das definitiv schaffen!

CP: Was passiert mit Ihren bisherigen Kunden?

Vetter: Die Kunden der CrisCom haben einen Softwarepflegevertrag abgeschlossen und Lizenzen des Commanders gekauft, sie haben also ein Anrecht auf beständige Produktweiterentwicklung. Die Funktionen des Commanders werden sich im neuen Produkt wiederfinden, insofern stellen wir allen Kunden zu denselben Konditionen den CX zur Verfügung. Ich gehe davon aus, nach der anfänglichen Umgewöhnungsphase auf die neue Plattform werden alle den Mehrwert des CX sehr schnell zu schätzen wissen. Bis dahin arbeiten wir natürlich auch daran, dass der Commander weiterhin stabil läuft – er wird im gewohnten Umfang bis zum Release des CX und vermutlich noch mindestens ein halbes Jahr darüber hinaus zur Verfügung stehen. Im Detail kommen wir hier dann natürlich noch auf die Kunden zu.

Pomp: Unsere Kunden wissen, dass es ein neues Produkt geben wird – das wäre auch ohne dieses Joint Venture oder die Fusion gekommen. Jetzt um einige Faktoren erweitert, die von CrisCom mit eingebracht werden. Die Innovationen werden im CX sehr schnell gefunden werden, da bin ich sicher!

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