Professionelle Alarmierung: Mehr Wege für mehr Sicherheit

Carsten Hofmann

Steffen Pletl

Das Wort Alarm stammt aus dem Französischen und heißt „an die Waffe“. Im übertragenen Sinne bedeutet es, dass Feuerwehrmänner, Entstörungsdienste oder Servicetechniker, an die der Alarm gerichtet ist, auf ein Ereignis aufmerksam werden und sofort darauf reagieren sollen. Wenn Menschenleben auf dem Spiel stehen, hohe Sachschäden drohen oder die öffentliche Sicherheit gefährdet ist, zählt jede Sekunde. Absolut zuverlässige Kommunikationsmittel und kurze Alarmierungszeiten sind deshalb ein Muss.

Verlässliche Erreichbarkeit ist deshalb für eine professionelle Alarmierung unabdingbar. Gerade, wenn es sich um kritische Situationen oder um die Rettung von Menschenleben handelt. Oft werden Personen alarmiert, die im Bereitschaftsdienst sind. Die Alarmierung stellt hierbei in der Regel den ersten Kontakt dar. Primär sollen Informationen übermittelt werden, die der Empfänger benötigt, um seinen Einsatz zu starten.

Neben der Nachricht zum sofortigen Einsatz wird häufig auch eine erste Klassifizierung oder der Einsatzort übertragen. Diese ersten Informationen sind besonders wichtig, weil dem Empfänger mitgeteilt wird, dass sein Handeln unmittelbar erforderlich ist und welches die nächsten Schritte sind.

Parallele Nutzung von zwei Kommuni­kations­netzen

Für die Übertragung von kritischen Informationen zum Funk­empfän­ger gibt es einen neuen Alarmierungsdienst (e*Message), der zwei Kommunikationsnetze parallel und redundant nutzt („2wayS by e*Message“). Bei diesen zwei parallel genutzten Kommunikationsnetzen handelt es sich um ein Sicherheitsfunknetz, das mit 800 Senderstandorten eine von anderen Funknetzen unabhängige bundesweite Versorgung gewährleistet sowie um eines der Mobiltelefonnetze. Für den Nutzer geschieht dies völlig unsichtbar. Es gibt keinen Unterschied, über welchen oder wie viele der Übertragungswege die Information übertragen wurde. Der zweite bidirektionale Übertragungsweg ermöglicht außerdem eine aktive Quittung und eine individuelle Rückmeldung des Empfängers.

Für den Empfang von Funkrufen im Amateurfunk modifizierter Skyper.
Für den Empfang von Funkrufen im Amateurfunk modifizierter Skyper.
Quelle: Denis Apel / flyingpixel.de/Wikipedia

Enorme Steigerung der Zuverlässigkeit

Die parallele gleichzeitige Nutzung von zwei völlig unterschiedlichen Netzen zur Übertragung der Alarmierung steigert die Zuverlässigkeit ungefähr um den Faktor 100 - 200. Die weitaus höhere Zuverlässigkeit ist aber entscheidend davon abhängig, dass es sich bei einem der beiden parallel eingesetzten Netze um ein dediziertes Sicherheitsnetz handelt. Zwei öffentliche Mobiltelefonnetze können nicht dieselbe Sicherheit bieten. Denn gerade durch die immer stärkere Verknüpfung und Gleichschaltung der öffentlichen Mobiltelefonnetze ist eine zunehmende Korrelation bei Störungen und Ausfällen dieser Netze zu beobachten. Das bedeutet, dass es nicht besonders sinnvoll ist, eine zweite SIM Karte zu benutzen, weil es recht wahrscheinlich ist, dass der andere Betreiber von einer Störung ebenso betroffen ist. Eine solche Korrelation existiert im Verhältnis Sicherheitsfunknetz/Mobiltelefonnetz nicht, somit wird eine echte Redundanzfunktion ermöglicht.

Anbindung an Leitstellen

Der neue Dienst bietet außerdem eine API (Schnittstelle zur Anwendungsprogrammierung) zur Anbindung an Leitstellen und andere Alarmierungsoberflächen. Über die API können die Alarmierungen ausgelöst und auch die Rückmeldungen und Quittungen ausgelesen werden. Im Dienstpreis sind die Datenübertragungen sowohl im Sicherheitsfunknetz als auch im öffentlichen Funknetz enthalten. Es gibt Meldeempfänger, die neben einem lauten Alarmton auch einen Vibrationsalarm und ein gut lesbares Display bieten sowie über zwei integrierte Funk­empfänger für den redundanten Empfang verfügen.

Verwandte Artikel

Einheitliches Alarmsystem in Herne

Einheitliches Alarmsystem in Herne

Die Stadt Herne liegt inmitten des Ruhrgebietes und zählt mit rund 160.000 Menschen zu den Großstädten im Revier. Die Berufsfeuerwehr Herne besteht aus etwa 150 hauptamtlichen Feuerwehrleuten, die Freiwillige Feuerwehr Herne hat etwa 180 Kräfte....

Personalverwaltung - NEU mit Erfassung der Expositionsdaten

Personalverwaltung - NEU mit Erfassung der Expositionsdaten

Die Personalverwaltung ist ein wichtiges, zentrales Modul im LIS-System. Es dient der Erfassung aller dienstlich relevanten Daten für hauptberufliche aber auch freiwillige / ehrenamtliche Mitarbeiter.

CrisCom Solutions ist Partner der DRK-Service GmbH

CrisCom Solutions ist Partner der DRK-Service GmbH

Bereits im April dieses Jahres wurden die DRK-Verbände über einen Rahmenvertrag informiert, der es den Gliederungen ermöglicht, im Rahmen einer Rabattstaffel vergünstigt bei CrisCom Software und Dienstleistungen, Produkt- sowie Stabsschulungen...

:

Photo

Bundeswehr und IT

CP sprach mit Dietmar Theis, dem IT-Direktor der Bundeswehr. Theis hat die Position im Rahmen der Umstrukturierung des Bundesverteidigungsministeriums 2012 übernommen. Er ist promovierter Physiker…