Straßen- und U-Bahnen: Bessere Vorbereitung auf Notfälle

Straßenbahnen und U-Bahnen gehören nach wie vor zu den sichersten Verkehrsmitteln. Dennoch hat in den Städten die Zahl der Unfälle mit Schienenfahrzeugen in den vergangenen Jahren zugenommen. Einsatzkräfte von Feuerwehren und Rettungsdiensten stehen dabei wegen der technischen Besonderheiten oft vor besonderen Herausforderungen. Mit einem Merkblatt will jetzt eine Arbeitsgruppe der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) dazu beitragen, Menschenrettung und Technische Hilfeleistung bei solchen Fahrzeugen künftig noch besser unter den eingesetzten Kräften abzustimmen und die Zusammenarbeit an allen Schnittstellen zu verbessern.

„Das Merkblatt 06-14 ‚Technische Hilfeleistung bei Unfällen mit Straßen- und U-Bahnen‘ schließt die letzte große Lücke bei der Experteninformation für Einsatzkräfte beim Einsatz an Fahrzeugen“, sagt der Leiter des zuständigen Referats 6 der vfdb, Karsten Göwecke. „Bereits Mitte der 2010er-Jahre sind die Einsatzmerkblätter für Eisenbahnfahrzeuge etabliert worden, und ab 2011 wurde durch die vfdb-Richtlinie 06-01 erstmals ein Rettungsdatenblatt für Pkw zum Standard in Deutschland.“ Göwecke weist darauf hin, dass Rettungsdatenblätter auf Basis der ISO 17840 längst zu einer internationalen Basis als wichtiges Hilfsmittel bei der Technischen Rettung geworden sind. „Das neue vfdb-Merkblatt stellt jetzt klar, dass zukünftig auch bei Rettungseinsätzen an Straßen- und U-Bahnen die Nutzung eines Rettungsdatenblattes nach ISO 17840 zur professionellen Einsatzvorbereitung und -abwicklung gehört.“

In dem Merkblatt wird Verkehrsbetrieben empfohlen, für alle Bahntypen Rettungsdatenblätter bereits im Beschaffungsprozess zu erstellen, um alle notwendigen Einsatzinformationen zu dem jeweiligen Bautyp für die Einsatzkräfte direkt und komprimiert sichtbar zu machen. Für Bestandsfahrzeuge sollten die Unternehmen entsprechende Datenblätter nachträglich anzufertigen. Feuerwehren, so heißt es weiter, sollten bereits in der Frühphase von Neubeschaffungen an Bahnen eingebunden werden. Dabei sollten dann beispielsweise Konzepte zum Anheben der schweren Wagen frühzeitig abgestimmt werden, damit sie möglichst mit den Mitteln der Feuerwehr umsetzbar sind.

Als vorbildlich hebt Karsten Göwecke die Zusammenarbeit der Arbeitsgruppe hervor.

 „Nach unserem Kenntnisstand gab es bis zur Gründung unseres Gremiums im Jahr 2023 kein vergleichbares Forum, bei dem sich Feuerwehren, Aufsichtsbehörden, Verbände der Verkehrsbetriebe sowie die Industrie gemeinschaftlich zu Fragen der Technischen Hilfeleistung an Straßen- und U-Bahnen – insbesondere für Unglücksfälle – ausgetauscht haben.“

Das Merkblatt „MB 06-14 TH Straßenbahn und U-Bahn“ kann kostenfrei auf der Webseite der vfdb heruntergeladen werden.


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