Nachbericht Symposium "Neue Technologien"

Esri Deutschland GmbH

Polizeien in Deutschland befinden sich mitten in der Digitalisierung. Die einzelnen Organisationsbereiche innerhalb der Polizei sind auf der Suche nach neuen Technologien, die die Arbeit im Alltag sowie in Ausnahmesituationen erleichtern sollen. Das ist ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Doch reicht das Ausbauen von solchen „Leuchtturmlösungen“ aus, um auch noch in fünf bis zehn Jahren auf neue Herausforderungen reagieren zu können?

Die EM 2024

Das übergreifende Thema des diesjährigen Symposiums des Führungskräfteforums ‚Neue Technologien der Polizei‘ in Würzburg war der EM 2024 gewidmet, die an zehn Standorten in Deutschland stattfinden wird. Ein Zukunftsthema, das „erst“ in fünf Jahren stattfinden wird.

Einzelne Vertreter verschiedener Polizeien haben sich Gedanken gemacht, wie die EM 2024 für die Polizei aussehen könnte. Dabei sollen Erkenntnisse aus der Vergangenheit helfen, die Zukunft sicherer zu gestalten.

Infrastruktur

Bereits heute wissen wir, was sich infrastrukturell in Deutschland tun wird. Der Frankfurter Flughafen bekommt ein neues Terminal; die Zufahrt zur Frankfurter Commerzbank-Arena wird umgebaut. Diese Veränderungen können frühzeitig in Karten der Polizei integriert werden, um Eskortierungen für wichtige Staatsgäste zu planen und mögliche Gefahren im Vorfeld zu eliminieren. Das BKG hat hierzu beispielsweise einen Vortrag zur Nutzung von Kartenmaterial für Bundesbehörden gehalten.

Stadionansicht in 3D
3D Stadionansicht
Quelle: Esri Deutschland GmbH

3D

Bei den Demonstrationszügen auf Großveranstaltungen kommt es immer wieder zu Ausschreitungen. Das Nutzen aktueller 3D-Modelle in Interessengebieten mittels Virtual-Reality-Brillen hilft, sich optimal auf die Lage vorzubereiten – auch ohne Ortskenntnisse. Während des Symposiums wurden unterschiedliche Forschungsergebnisse von Fraunhofer und DLR präsentiert sowie aktuelle Industrielösungen vorgestellt.

Live-Lage/Dashboard/Vernetzung einzelner BOS

In einer BAO ist es unabdingbar, vernetzt die Lage im Überblick zu haben. Live zu wissen, wo sich die eigenen Kräfte oder auch Kräfte anderer BOS befinden, ist das A und O, um „Herr der Lage“ zu bleiben und ad-hoc auf unerwartete Ereignisse zu reagieren. Gerade die Vernetzung mit Feuerwehren und Rettungsdiensten spart wertvolle Zeit und stellt sicher, dass die Organisationen vor Ort zusammenarbeiten. Das bietet nicht nur den BOS-Vertretern Vorteile. Auch die Bevölkerung profitiert, wenn die benötigten Kräfte zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. 

Einblicke durch die vernetzten Informationen

Ermittlungen

Es ist keine Seltenheit, dass Polizeilagen, die mit einer BAO bearbeitet werden, zu nachträglichen polizeilichen Ermittlungen führen. Standardmäßig können die Ermittler beispielsweise aus dem LKA Dokumente und Karten erstellen, um die Straftaten zu rekonstruieren. Beim Symposium haben u.a. die Firmen Esri Deutschland, Here Technologies und Eurocommand Lösungen gezeigt, die die Arbeit der Ermittler erleichtert. 

So ist es möglich, dass innerhalb einer Organisation zwischen den einzelnen Abteilungen ortsbezogene Informationen geteilt werden, um Erkenntnisse und Positionen aus der BAO in die Ermittlungen zu integrieren. Gekoppelte Lösungen, wie sie MSAB vorgestellt hat, können extrahierte Daten aus IT-Forensik von Mobiltelefonen in die Karte bringen und so aufzeigen, wie und wo mutmaßliche Täter involviert waren.

Ausblick

Es ist gut, dass sich Polizeien mit neuen Technologien beschäftigen. Heute sind viele Lösungen Silolösungen, die einzelnen Abteilungen helfen können. Eine EM 2024 zeigt jedoch, dass das nicht ausreicht. Bereits vor dem Eintreten einer Lage können Daten von Infrastrukturbetreibern und Kommunen für die Einsatzplanung genutzt werden. 

Vernetzte Informationen mit anderen BOS-Vertretern beim Einsatz sind essentiell, um die Sicherheit von Bürgerinnen und Bürgern zu gewährleisten. Bei Ermittlungen müssen verschiedene Systeme gekoppelt werden können, um konsolidiert Informationen abzurufen und daraus neue Erkenntnisse zu gewinnen. Die EM 2024 ist schon in fünf Jahren. Sind Sie für alles gewappnet? 


Das nächste Symposium findet vom 04. – 06.- Mai 2020 in Würzburg statt. Zeitgemäße Lagedarstellung mit Geoinformation und Kräftemanagement werden ebenso zum Programm gehören, als auch aktuelle Forschungsergebnisse. 

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