VDE|DKE Vornormen für besseres Risikomanagement von öffentlichen Einrichtungen

Der Schutz bei extremen Gefahrensituationen wie Gewalttaten, Anschlägen oder Amokläufen ist besonders für öffentliche Einrichtungen wie Behörden, Einkaufszentren oder Bahnhöfen ein aktuelles und wichtiges Thema. Um die Sicherheit für die Bevölkerung zu erhöhen, haben die Experten von VDE|DKE jetzt die Vornormen der Reihe DIN VDE V 0827 "Notfall- und Gefahren-Reaktions-Systeme (NGRS)" ergänzt und bieten damit Planern und Verantwortlichen von öffentlichen Einrichtungen einen Leitfaden für ein passgenaues und strukturiertes Risikomanagement bei Gefahrensituationen. 

"Für den Alarmfall müssen alle Abläufe klar geregelt sein. Das heißt, NGRS müssen allgemein leicht bedienbar und im täglichen Betrieb integriert sein. Nur dann können sie in Extremsituationen sicher bedient werden", erklärt VDE|DKE-Geschäftsführer Michael Teigeler. Das internationale Interesse an den Dokumenten ist groß. "Die Anzahl der Anschläge und Gewalttaten nimmt leider weltweit zu. Wir sind stolz darauf, dass wir die ersten in der internationalen Normung sind, die sich dem Thema so schnell und umfassend angenommen haben. Die Dokumente sind deshalb auch in Englisch erhältlich", freut sich der Normungschef Michael Teigeler über den Erfolg seiner ehrenamtlichen Experten. 

NGRS-Melder nach Norm
Beispiel eines NGRS-Melders nach Norm
Quelle: VDE|DKE/Bernd Ammelung

Oberstes Ziel der NGRS: Schutz von Leib und Leben

Die Dokumente bilden die Grundlage für einen präzisen Risikomanagementprozess inklusive individueller Bedarfsanalyse. Sie bieten damit den Verantwortlichen von öffentlichen Einrichtungen eine Orientierungshilfe, um NGRS professionell zu planen und dabei Fehlinvestitionen zu vermeiden. Das Ergebnis sind ausfallsichere Maßnahmen, die die Sicherheit bedeutend erhöhen. 

NGRS sind dabei nicht nur für extreme Gefahrensituationen gedacht, sondern auch für alltägliche Vorfälle wie Unfälle. So beziehen sie beispielsweise den Arbeits- und Brandschutz nach den entsprechenden gesetzlichen Vorschriften mit ein. Die Dokumente berücksichtigen all diese Aspekte.

Früh auf Anschläge im Ausland reagiert

Nach mehreren Anschlägen und Amokläufen im Ausland hatte die vom VDE getragene Normungsorganisation DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE (VDE|DKE) frühzeitig den Arbeitskreis "Gefahren-Reaktions-Systeme" ins Leben gerufen, um die Sicherheit in öffentlichen Einrichtungen in Deutschland zu erhöhen. 

Im Jahr 2016 veröffentlichte VDE|DKE bereits die Teile 1 und 2 der DIN VDE V 0827 "Notfall- und Gefahren-Reaktions-Systeme (NGRS)" als Vornormen, um dem Bedarf nach kurzfristig verfügbaren regulativen Dokumenten zu diesem Thema Rechnung zu tragen. In den letzten drei Jahren haben die Experten zur besseren Anwendbarkeit der Dokumente an Anwendungsbeispielen gearbeitet, die jetzt in einem neuen Teil 3 veröffentlicht werden. Dieser befindet sich zurzeit im Entwurfsstadium und wird demnächst als endgültige Version erscheinen. 

Im nächsten Schritt bringen die Experten von VDE|DKE die Dokumente in die internationale/europäische Normung ein. Je nach Interesse der anderen Länder wird das Ergebnis eine internationale, europäische oder nationale Normenreihe sein. In jedem Fall ist für diese Dokumentenreihe der Status einer Normenreihe anvisiert und die zeitnah erfolgte Veröffentlichung der Vornormen gibt den geneigten Betreibern gefährdeter Einrichtungen jetzt schon eine Orientierungshilfe.


Über VDE|DKE

Die vom VDE getragene DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE erarbeitet Normen und Sicherheitsbestimmungen für die Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik. Sie vertritt die deutschen Interessen im Europäischen Komitee für Elektrotechnische Normung (CENELEC) und in der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC). Rund 5.500 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung erarbeiten das VDE-Vorschriftenwerk in der DKE. Die VDE-Bestimmungen basieren heute größtenteils auf Europäischen Normen, die zu etwa 80 Prozent das Ergebnis der internationalen Normungsarbeit der IEC sind. 

Über den VDE

Der VDE, eine der größten Technologie-Organisationen Europas, steht seit 125 Jahren für Wissen, Fortschritt und Sicherheit. Seine Themenschwerpunkte reichen von der Energiewende über Industrie 4.0, Digitale Technologien, Future Mobility und Smart Living bis hin zur Digitalen Sicherheit. Als einzige Organisation weltweit vereint der VDE dabei Wissenschaft, Standardisierung, Prüfung & Zertifizierung sowie Anwendungsberatung unter einem Dach. Besonderes Herzblut steckt der VDE in die Forschungs- und Nachwuchsförderung sowie in den Verbraucherschutz. Das VDE-Zeichen, das rund 70 Prozent der Bundesbürger kennen, gilt als Synonym für höchste Sicherheitsstandards. 2.000 Mitarbeiter, mehr als 100.000 ehrenamtliche Experten und fast 1.500 Unternehmen gestalten im Netzwerk VDE eine lebenswerte Zukunft: vernetzt, digital, e-lektrisch. Wir gestalten die e-diale Zukunft.

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