04.08.2021 •

FW-WRN: Mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer durch Abbiegeassistenzsysteme in Großfahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr Werne

Freiwillige Feuerwehr Werne

Seit Jahren steigt die Zahl der Todesfälle von Radfahrern und Fußgängern, die von einem Lastwagen beim Rechtsabbiegen übersehen und getötet werden. Unfallursache ist hierbei zumeist: Toter Winkel!

Als toter Winkel wird der trotz Rückspiegeln nicht einsehbare Bereich seitlich des Fahrzeugs bzw. vor und dahinter bezeichnet. Aktuell sind bei modernen Lastkraftwagen insgesamt sechs Spiegel vorgeschrieben, um den toten Winkel zu reduzieren.

Der tote Winkel ist grundsätzlich jedem Kraftfahrer bekannt. Auch im Rahmen der jährlichen Unterweisung der Maschinisten bei der Feuerwehr wird immer wieder auf diese immanente Gefahr für Fußgänger und Radfahrer hingewiesen.

Das Bundesamt für Güterverkehr fördert mit dem Programm "Abbiegeassistenzsysteme (AAS)" den Einbau von Abbiegeassistenten für Bestandsfahrzeuge. Diese Förderung betrifft Nutzfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen, die unter anderem auch für gemeinnützige Tätigkeit angeschafft und betrieben werden. Dies trifft auf die Großfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Werne zu.

Die Freiwillige Feuerwehr Werne wurde auf das Förderprogramm des Bundes aufmerksam und es wurde durch die Verwaltung für acht Feuerwehrgroßfahrzeuge im Werner Stadtgebiet ein Förderantrag beim Bundesamt für Güterverkehr gestellt. Die Stadt Werne hat die Zusage über in Summe 12.000 Euro (8 Fahrzeuge zu je 1.500EUR) erhalten. Als Randbedingungen ist die Förderung begrenzt auf jährlich 10 Maßnahmen je Unternehmen oder in diesem Fall der Kommune. Die Förderung beinhaltet eine Übernahme von 80% der Einzelkosten und ist gedeckelt auf maximal 1500EUR je System. Nach der bestätigten Förderzusage durch den Bund muss die Maßnahme innerhalb von 5 Monaten umgesetzt sein. Dies konnte mit einem lokalen Partner, der Firma Wüllhorst aus Selm, erfolgreich realisiert werden.

Das verbaute System besteht aus drei aufeinander abgestimmten Komponenten. (1) Eine an der rechten Fahrzeugseite verbaute Radareinheit, die zuverlässig schwächere Verkehrsteilnehmer detektiert. (2) Ein im Inneren an der rechten A-Säule montierter Bildschirm. Dieser zeigt über die ebenfalls verbaute Kamera den nicht einsehbaren Bereich neben dem Fahrzeug. Der Bildschirm befindet sich direkt im Blickfeld des Fahrers oder der Fahrerin. (3) Dem Steuergerät, das unmittelbar die Gefahrensituationen erkennt und dies dem Fahrer oder der Fahrerin über eine LED visuell sowie akustisch signalisiert. Das System ist nicht permanent aktiv, sondern schaltet sich über die Fahrtrichtungsanzeiger bei einem Abbiegevorgang oder einer Person im Gefahrenbereich automatisch ein.

Abbiegemanöver der großen Einsatzfahrzeugen fordern im Innenstadtbereich z.B. auf einer Einsatzfahrt sowie im normalen Verkehrsgeschehen vom Maschinisten die volle Aufmerksamkeit. Die Abbiegeassistenten wurden installiert, um die Maschinisten bei der Fahrt der Feuerwehrfahrzeuge zu unterstützen und zuverlässig Fußgänger, Radfahrer und andere ungeschützte Verkehrsteilnehmer im Umfeld des Fahrzeugs zu schützen.


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