"Grüne Welle" für Blaulicht: Digitaltechnik im Dienst der Retter

PantherMedia / Simone Bühring

Themen wie Digitalisierung und Robotik halten immer mehr auch bei Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst Einzug. Darauf hat Albrecht Broemme, Präsidiumsmitglied der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) hingewiesen. Bei einer Veranstaltung anlässlich der in rund 100 Tagen bevorstehenden Messe INTERSCHUTZ 2020 sagte Broemme am Donnerstag (5. März) in Hamburg: „Wir dürfen den Anschluss nicht verlieren.“ 

Zugleich wies er auf die weitreichenden Möglichkeiten der Vernetzung hin. Als Einzelbeispiele nannte Broemme die Einbindung von Smart Home oder Smart Building Sensorik. Damit sei schon auf der Anfahrt zu einer Einsatzstelle eine Einschätzung von Schadensbild und Schadensverlauf oder Verletzten möglich. Auch sei es keineUtopie, beispielsweise Einsatzfahrzeuge im Straßenverkehr mit Hilfe digitaler Technik über eine „grüne Welle“ zu lenken. "Technischer Wandel, klimatische Veränderungen und auch die gesellschaftlichen Entwicklungen bedeuten für uns ständig neue Herausforderungen", sagte das vfdb-Präsidiumsmitglied. 

"Wenn wir diese Herausforderungen ignorieren, werden unsere Retter immer mehr an ihre Grenzen stoßen." Broemme bekräftigte die Forderung der vfdb nach einem „Digital-Pakt“ für Feuerwehren und Rettungsdienste. „Tablets und Telemedizin, Drohnen und VirtualReality –das alles gibt es bereits. Wir müssen die Technik nur sinnvoll in unsere Systeme integrieren und vernetzen.“ Die Weltleitmesse INTERSCHUTZ in Hannover werde vom 15. bis 20. Juni einem weltweiten Publikum wieder unzählige Beispiele und neueste Entwicklungen präsentieren. 

Gespannt dürfe schon jetzt eine Studie erwartet werden, die die vfdb gemeinsam mit dem Safety Innovation Center e.V. gestartet habe. Darin soll der aktuelle Stand der Digitalisierung in der Gefahrenabwehr ermittelt werden. Die Ergebnisse sollen während der INTERSCHUTZ präsentiert werden. Klima, Gesellschaft,Technik –alles ist im Wandel. "Auch wir, die wir in den Bereichen Schutz, Rettung und Sicherheit unterwegs sind, müssen uns wandeln", mahnte Albrecht Broemme. Das gilt für die künftige Nachwuchsgewinnung ebenso wie für Ausbildung, Ausrüstung und Taktik.

Die vfdb gehört bereits seit 1953, als in Essen die erste Feuerwehr-Fachausstellung unter dem Titel „Der Rote Hahn“ stattfand, zu den prägenden Wegbegleitern der Messe, die 1972 den Namen INTERSCHUTZ bekam. Seit 1980 ist die Deutsche Messe AG der Veranstalter. „Die vfdb als ideeller Träger und die Deutsche Messe AG sind somit seit 40 Jahren unzertrennliche Partner und können dieses Jahr quasi Rubinhochzeit feiern“, betonte Broemme und wies zugleich darauf hin, dass die vfdb während der diesjährigen INTERSCHUTZ (15.-20. Juni) ihr 70jähriges Bestehenfeiert.


Über die vfdb

Die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb) versteht sich als das Expertennetzwerk für Schutz, Rettung und Sicherheit. Sie zählt mehr als 3.000 Mitglieder. Ziel des gemeinnützigen Vereins ist die Förderung der wissenschaftlichen und technischen Weiterentwicklung der Gefahrenabwehr. Das gilt für den Brandschutz ebenso wie für die technische Hilfeleistung, den Umweltschutz, den Rettungsdienst und den Katastrophenschutz. Die vfdb bietet fachliche Unterstützung und ein breites, professionelles Netzwerk. Anwender wiedie Feuerwehren und die Hilfsorganisationen sind mit wissenschaftlichen Institutionen und Leistungserbringern aus der Industrie und dem Dienstleistungssektor vereint.

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