19.08.2019 •

Verdächtiger Rauch führt zu Großeinsatz der Feuerwehr

ots

PantherMedia / begemot_30

Pinneberg (ots) - Aufgrund eines größeren Gefahrguteinsatzes ist die Helgoländer Inselfeuerwehr und die Gefahrguteinheit vom Festland fast einen Tag lang im Einsatz gewesen. Gelber Rauch stieg aus einem Hafenbecken - der Stoff stammt vermutlich von einem Kampfmittel. Verletzt wurde nach aktuellem Kenntnisstand niemand.

Am frühen Samstagnachmittag meldete ein Anrufer der Kooperativen Regionalleitstelle West in Elmshorn aufsteigenden gelblichen Rauch im Helgoländer Südhafen. Die Feuerwehr Helgoland ist daraufhin um 14:23 Uhr alarmiert worden. Unter Atemschutz wurde die Einsatzstelle erkundet: Aus dem Wasser stieg gelblicher Rauch auf.

Der Bereich wurde großräumig abgesperrt, der Kampfmittelräumdienst wurde zur telefonischen Fachberatung kontaktiert. Dieser schilderte, dass man bisher bei Kampfmittelräumungen auf der Hochseeinsel keine ähnlich reagierenden Stoffe gefunden habe und man daher den Stoff nicht ohne Weiteres identifizieren kann.

Daraufhin wurde etwas mehr als eine Stunde nach dem Einsatzbeginn die Gefahrguteinheit des Kreisfeuerwehrverbandes Pinneberg, der ABC-Dienst, angefordert. Zunächst haben chemische Fachberater und Einheitsführer des ABC-Dienstes sich ausgetauscht und einige Zeit später dann die Einsatzgruppe Messen ihrer Einheit alarmiert. Diese wurde am Abend durch ein Boot der Wasserschutzpolizei von Büsum nach Helgoland überführt.

An der Einsatzstelle waren zu diesem Zeitpunkt bereits eine Dekontaminationsstrecke aufgebaut worden, Einsatzkräfte unter Chemikalienschutzanzügen im Einsatz und auch die Übernachtungsmöglichkeiten der Einsatzkräfte vom Festland hergestellt worden. Zum späten Abend traf der ABC-Dienst auf der Insel ein und führte Messungen durch, außerdem wurden Proben aus dem Wasser entnommen. Zunächst schlugen die Messungen der Gefahrguteinheit auch an und vermuteten Kampfstoffe. Im Labor auf dem Mehrzweckschiff "Neuwerk" des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes konnten die ebenfalls mit angerückten Chemiker diesen Verdacht jedoch nicht bestätigen.

Man vermutet aber weiter, dass es sich um Kampfmittel handelt, diese aber aufgrund des Wassers im Hafenbecken so stark verdünnt sind, dass diese nicht eindeutig identifiziert werden können. Am Morgen des Folgetages wurde der Einsatz zunächst für die Einheiten der Feuerwehr beendet. Der Bereich blieb abgesperrt, für die Umgebung besteht aktuell keine Gefahr. Bestehende Bauarbeiten im Südhafen wurde gestoppt.

Verwandte Artikel

Einsatzkräfte der Analytischen Task Force üben den Ernstfall

Einsatzkräfte der Analytischen Task Force üben den Ernstfall

Gefahrenlagen haben sich in den letzten Jahren verändert. Durch den Fund eines Chemie-Behälters in Königswinter-Bellinghausen oder auch den Austritt des chemischen Stoffs Thioharnstoffdioxid ist wieder einmal mehr deutlich geworden, dass die...

3 Fragen an...Automess GmbH

3 Fragen an...Automess GmbH

Der Countdown zur Florian 2019 läuft. Für einen kleinen Vorgeschmack auf die Aussteller die auf der Messe vertreten sein werden, wird heute die Firma Automess GmbH im Rahmen von drei Fragen kurz vorgestellt.

ABC-Übung am Elisabeth-Krankenhaus Rheydt abgeschlossen - nur wenige Paralleleinsätze

ABC-Übung am Elisabeth-Krankenhaus Rheydt abgeschlossen - nur wenige Paralleleinsätze

Die Feuerwehr Mönchengladbach führte eine ABC-Übung gemeinsam mit der Notfallambulanz des Elisabeth-Krankenhauses Rheydt durch. Ingesamt wurden 15 Verletztendarsteller mit Hilfe eines Verletzten-Dekontaminationsplatzes zur Versorgung von 25...

: