Was beschäftigt die „Helfenden Händen“ im Organisationsbereich CIR?

Über 700 eingesetzte Soldatinnen und Soldaten in derzeitig 67 laufenden Amtshilfeeinsätzen – die Angehörigen des Organisationsbereichs CIR leisten in der Bekämpfung der Pandemie Erstaunliches. Neben ihren Kernaufträgen als IT-Spezialisten, in der Elektronischen Kampfführung oder im Geoinformationswesen sind sie zur Kontaktnachverfolgung, als Unterstützung bei COVID-19-Testungen oder in Altenheimen eingesetzt.

Für alle Fragen rund um Corona, Impfen und zur gültigen Rechtslage gibt es in...
Für alle Fragen rund um Corona, Impfen und zur gültigen Rechtslage gibt es in Augsburg die Corona Hotline. Dort haben die Soldatinnen und Soldaten des Dillingener ITBtl 292 immer ein offenes Ohr für alle Fragen.
Quelle: Bundeswehr/Ebersoldt

Um diese Leistungen zu würdigen, besuchte Vizeadmiral Dr. Thomas Daum, Inspekteur des Organisationsbereichs Cyber- und Informationsraum, virtuell seine in der Amtshilfe eingesetzten Soldatinnen und Soldaten. In der Gesprächsrunde ging es um eigene Erfahrungen, Herausforderungen und das Zusammenwirken mit zivilen Einrichtungen. Vizeadmiral Dr. Daum ist beeindruckt von den Leistungen der eingesetzten Soldatinnen und Soldaten in den Amtshilfeeinsätzen: „Sie dürfen stolz auf sich und Ihre bereits erbrachten Leistungen sein. Mit Ihrem Einsatz schützen Sie die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes! Man zählt auf Sie“, so der Inspekteur. 

„Mir ist bewusst, dass der Einsatz für Sie große physische und auch psychische Belastungen mit sich bringt.“ Die Bandbreite der Aufgaben für die Kameradinnen und Kameraden in der Amtshilfe ist enorm: von der Kontaktnachverfolgung über die Unterstützung von Alten- und Pflegeheimen bis hin zur Mithilfe in Impfzentren. Hinzu kommt, dass seit über einem Jahr das Virus mehr oder minder das Leben aller bestimmt und dies alle Angehörigen auch im privaten Umfeld, zum Beispiel in der Kinderbetreuung, vor Herausforderungen stellt.

IT-Fachwissen auch bei „Helfende Hände“ gefragt

Ein weiterer wichtiger Bestandteil, den die in der Amtshilfe einsetzten Soldatinnen und Soldaten des Organisationsbereichs CIR leisten, ist die administrative Unterstützung in Gesundheitsämtern. Dort unterstützen IT-Experten die Überführung der gemeldeten Fälle in das deutschlandweit eingesetzte Managementprogramm SORMAS (Surveillance Outbreak Response Management and Analysis System).

SORMAS erleichtert die digitale Kontaktnachverfolgung und hilft, die Arbeitsabläufe effektiver zu gestalten. IT-Spezialisten des Informationstechnikbataillons 383 aus Erfurt konnten so im Gesundheitsamt Sonneberg die dortigen Administratoren bei der Einführung, Schulung und Implementierung des Systems unterstützen. „Dies ist ein weiterer Baustein der gemeinsamen Pandemiebekämpfung in unserem Landkreis, für den ich unserer Bundeswehr und den bei uns tätigen Soldaten im Namen unserer Bevölkerung sehr dankbar bin“, erklärte Landrat Hans-Peter Schmitz. Auch in anderen Landkreisen sind viele Menschen froh über die Unterstützung der Bundeswehr.

Kameradinnen und Kameraden aus dem Kommando Strategische Aufklärung...
Kameradinnen und Kameraden aus dem Kommando Strategische Aufklärung unterstützen bei der Durchführung von COVID 19 - Schnelltests im Seniorenzentrum St. Anna in Bad Neuenahr Ahrweiler.
Quelle: Bundeswehr/KSA

Der Kernauftrag wird weiter erfüllt

Das Gespräch mit den Vertretern aller in der Amtshilfe eingesetzten Bataillone war Vizeadmiral Dr. Daum besonders wichtig. Gerne hätte er mit allen Beteiligten persönlich gesprochen und einen Einblick vor Ort gewonnen. Doch aufgrund der ohnehin schon hohen Belastung der Verbände und dem Anspruch der Kontaktvermeidung hatte sich der Inspekteur für die digitale Form der Dienstaufsicht entschieden. 

Die steigenden Impfzahlen seien zwar Grund zur Hoffnung, aber die stagnierenden Fallzahlen lassen nicht vermuten, dass das Einsatzkontingent „Helfende Hände“ kurzfristig reduziert werde. Durch die Amtshilfe ergäben sich teils erhebliche Lücken für den Grundbetrieb, die sich nur mit viel Engagement, Fleiß und Kameradschaft schließen ließen, so Vizeadmiral Dr. Daum. Denn neben der Amtshilfe ruht der Regelbetrieb in der Bundeswehr natürlich nicht. Ebenso müssen Kontingente der Auslandseinsätze und einsatzgleichen Verpflichtungen besetzt und ausgebildet werden. Mit den geltenden COVID-Regelungen ist nun auch eine isolierte Unterbringung vor dem Auslandseinsatz verpflichtend. 

Zusätzlich zur Amtshilfe übernimmt das Bataillon Elektronische Kampfführung 931 aus Daun die Federführung bei einem der fünf dafür genutzten Quarantäne-Hotels. Dort können bis zu 380 Soldatinnen und Soldaten vor ihrem Einsatz betreut werden. Weiterhin müssen Aus- und Weiterbildungen unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen durchgeführt werden.

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