21.06.2023 •

Erfolgreicher Auftakt: Bundesweite Kartierung über die Gefahren durch Starkregen gestartet

Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) arbeitet gemeinsam mit Fachbehörden aus Bund und Ländern an einer deutschlandweiten Hinweiskarte zu Starkregengefahren. Zu Beginn des Jahres hat das BKG hierfür mehrere Projekte auf den Weg gebracht. Nach einer ersten Kartierung des Landes Nordrhein-Westfalen sollen mit den nunmehr gestarteten Projekten zehn weitere Bundesländer kartiert werden. Ende 2023 sollen sie abgeschlossen werden. Dann liegt für die gesamte Fläche Nord- und Ostdeutschlands sowie Nordrhein-Westfalens eine lückenlose und einheitliche Hinweiskarte vor. Es ist geplant, die restlichen Gebiete von fünf Bundesländern bis Ende 2025 zu kartieren.

Simulationsergebnis (Überflutungstiefen) für ein Starkregen-Ereignis in...
Simulationsergebnis (Überflutungstiefen) für ein Starkregen-Ereignis in Nordrhein-Westfalen
Quelle: BKG

Starkregen-Ereignisse haben durch den Klimawandel signifikant zugenommen. Die bei solch einem Ereignis auftretenden Niederschlagsmengen können in kürzester Zeit so hoch ausfallen, dass es auch abseits von Gewässern zu katastrophalen Überflutungen kommt. Die vom BKG für ganz Deutschland geplante „Hinweiskarte Starkregengefahren“ zeigt realistische Simulationsergebnisse zu möglichen Überflutungsszenarien, insbesondere Überflutungstiefen und Strömungsgeschwindigkeiten. Die Karte wird somit zu einem wichtigen Instrument, um durch Starkregen gefährdete Bereiche zu identifizieren. Kommunen, Planern und Einsatzkräften wird es damit bundesweit ermöglicht, adäquate Maßnahmen abzuleiten, sowohl präventiv als auch im akuten Katastrophenfall.

Als Grundlagendaten dienen viele verschiedene Geodaten des Bundes und der Länder, insbesondere ein sehr hochaufgelöstes digitales Geländemodell sowie Daten zur Flächennutzung, wie beispielsweise der Versiegelung oder der Bebauung. Weiterhin gehen die langjährig gesammelten und ausgewerteten Niederschlagsdaten des Deutschen Wetterdienstes in die Berechnungen des BKG ein. Die enge Kooperation mit den jeweiligen Länderbehörden, der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) und weiteren Bundesbehörden stellt einen großen Schritt hin zu einer bundesweit einheitlichen Abdeckung der Gefahrenlage Starkregen dar. 

Spätestens zu Beginn des Jahres 2024 werden die Ergebnisse als interaktive Webkarten zur Verfügung gestellt. Auch ein Download der Daten ist vorgesehen. Als erste Teilregion einer bundesweiten Hinweiskarte steht Nordrhein-Westfalen seit Oktober 2021 als interaktive Webkarte im frei zugänglichen Geoportal des Bundes und der Länder bereit: https://geoportal.de/Info/tk_04-starkregengefahrenhinweise-nrw. Sobald die Einzelprojekte abgeschlossen sind, werden die Flächen von Berlin, Bremen, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen ebenfalls kartiert sein.

Hintergrundinformationen zum Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG): 

Das BKG ist eine Behörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI). Es fungiert als zentraler Dienstleister des Bundes und Kompetenzzentrum für Geoinformation und geodätische Referenzsysteme. Das BKG befasst sich mit der Beobachtung sowie der Datenhaltung bis hin zur Analyse, Kombination und Bereitstellung von Geodaten. Von der Arbeit des BKG profitieren insbesondere Bundeseinrichtungen, die öffentliche Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft – und fast jeder Bürger in Deutschland. Experten aus den verschiedensten Bereichen wie Verkehr, Katastrophenvorsorge, Innere Sicherheit, Energie und Umwelt verwenden Geodaten, Landkarten, Referenzsysteme und Informationsdienste des BKG für ihre Pläne und Untersuchungen. Das BKG unterhält ein Dienstleistungszentrum in Leipzig sowie geodätische Observatorien im In- und Ausland. Weitere Informationen finden Sie unter www.bkg.bund.de.


Mehr zu den Themen:

Verwandte Artikel

FLUTUNGS- UND DOTIERVERSUCHE IN PÜTZFELD IM AHRTAL: UNI TRIER TESTET WASSERABFLUSS

FLUTUNGS- UND DOTIERVERSUCHE IN PÜTZFELD IM AHRTAL: UNI TRIER TESTET WASSERABFLUSS

Am 26. Juni besuchte das DKKV die Gemeinde Pützfeld in der Verbandsgemeinde Altenahr im Ahrtal. Die Universität Trier führte dort zusammen mit der Hochschule Koblenz einen Flutungs- und Dotierversuch im Rahmen des Forschungsvorhabens FloReST...

Lokale Sturzflut-Gefahr vorhersagen

Lokale Sturzflut-Gefahr vorhersagen

Forschende der Universität Freiburg entwickeln Index, um die Gefahr von Sturzfluten einzuordnen, der lokale Gegebenheiten berücksichtigt.

Starkregen Bernd: Drei Jahre später – THW optimiert Unwettereinsätze

Starkregen Bernd: Drei Jahre später – THW optimiert Unwettereinsätze

Drei Jahre nach dem verheerenden Starkregen „Bernd“ blickt das Technische Hilfswerk (THW) nicht nur auf den größten Einsatz seiner Geschichte zurück, sondern nutzt auch die gewonnenen Erfahrungen, um Unwettereinsätze zu optimieren.

: