Puerto Rico im Ausnahmezustand

Esri Technologie im Kriseneinsatz

Esri Redlands

Aurelio Castro

Im September 2017 fegte Hurrikan Maria über Puerto Rico hinweg und hinterließ eine Schneise der Verwüstung: Die 3,4 Millionen Einwohner waren ohne Stromversorgung, die Infrastruktur der Insel war zerstört, Straßen und Brücken waren nicht passierbar und Kommunikationsnetze brachen völlig zusammen. Angesichts dieser chaotischen Zustände nach einer der verheerendsten Naturkatastrophen in der Geschichte der USA wurde schnell klar, dass gut vernetzte Hilfsmaßnahmen und das entsprechende Handwerkszeug nötig sein würden, um Puerto Rico wirklich zu helfen.

Notfalleinsatzzentrum nach Hurrikan Maria, Puerto Rico.
Notfalleinsatzzentrum nach Hurrikan Maria, Puerto Rico.
Quelle: Aurelio Castro

Die Herausforderung

Niemand in Puerto Rico hatte diese enorme Zerstörungsgewalt von Hurrikan Maria vorausgesehen. Um die ersten Maßnahmen in Gang zu bringen, begannen die verschiedenen Rettungskräfte, tausende Karten auszudrucken. Es wurde jedoch sehr schnell deutlich, dass dies unweigerlich zu Doppelarbeit führen würde. Ein weiteres Problem – welches in der Natur solcher Katastrophen liegt – war die sich ständig ändernde Situation auf der Insel. Um effektiv auf Katastrophen zu reagieren und die erforderlichen Maßnahmen zu koordinieren, benötigten die Hilfskräfte und Organisationen genaue und aktuelle Informationen. Entscheidungen, die auf einer Papierkarte dokumentiert waren, wurden nicht aktualisiert und auch nicht an die Einsatzkräfte weitergegeben, die mit den unzähligen weiteren Papierkarten ihre Einsätze planten.           

Das Erfassen von Informationen und die Koordination der verschiedenen Ressourcen wurde schnell zum Problem. Die Daten waren unstrukturiert und schnell veraltet. Dadurch wurden Informationen weitergegeben, die aufgrund der Dynamik eines solchen Katastrophenfalls nicht korrekt waren. Um schnell und effektiv handeln zu können, waren eine enge Zusammenarbeit und gemeinsame Nutzung von Daten essenziell. Ein moderner, technologischer Ansatz war gefragt. Mit den Lösungen von Esri waren die Einsatzteams untereinander ständig in Verbindung und konnten anderen Rettungskräften zuverlässige Informationen zur Verfügung stellen, so dass alle Beteiligten in Echtzeit stets einen guten Überblick über die Situation hatten. Dies umfasste Informationen zu Straßen, Krankenhäusern, Tankstellen, Supermärkten und Straftaten der gesamten Insel.

Die Lösung

Als Teil einer umfassenden Lösung für die Katastrophenhilfe bietet Esri Funktionalitäten, mit denen Einsatzkräfte in Echtzeit ein Lagebewusstsein erhalten. Dabei sind Daten wie z. B. Wetterbedingungen, Verkehr oder freie Kapazitäten in Krankenhäusern immer verfügbar und werden ständig aktualisiert. Wichtige Informationen können in Echtzeit über Apps abgerufen werden und ermöglichen so fundierte Entscheidungen, die Menschenleben retten und weitere Schäden verhindern können.

Die Lösung von Esri versorgt Einsatzkräfte außerdem mit stets aktualisierten, einsatzkritischen Daten von allen Standorten. Egal, wo ein Team gerade im Einsatz ist: Ob im Führungsstab bei der Überwachung der Lage und der Planung des nächsten Einsatzes, bei der Lagebesprechung in Echtzeit oder im Außen­einsatz zur Koordinierung der Kräfte – diese hochaktuellen Daten sind unmittelbar dort verfügbar, wo sie am meisten gebraucht werden. Esri bietet sofort einsetzbare Informationen in Echtzeit von Partnern aus Behörden und der Privatwirtschaft, damit Sie fundierte Entscheidungen treffen können. Dazu gehören vor allem einsatzkritische Daten, die Ihnen im Zusammenhang mit Ihren eigenen operativen Daten ein Bild davon vermitteln, wann und wo Einsatzkräfte und Ressourcen gebraucht werden.

Sind Kommunikation und Stromversorgung unterbrochen, können Daten während des Außeneinsatzes offline erhoben werden und lassen sich synchronisieren, sobald die Kommunikationsnetze wieder in Betrieb gehen. Läuft die Kommunikation wieder normal, werden die erhobenen Informationen sofort in Live-Dashboards angezeigt und geben Ihrem Team einen Überblick in Echtzeit darüber, welche Daten für Einsätze wie beispielsweise Schadensanalysen zur Verfügung stehen.

Auswirkungen verstehen und entstandene Schäden analysieren:

Die potenziellen Auswirkungen einer möglichen Naturkatastrophe zu verstehen ist ein unerlässlicher Schritt, um im Ernstfall möglichst genau zu wissen, wann und wo die begrenzt zur Verfügung stehenden Ressourcen und Helfer eingesetzt werden müssen. Auch die Bestandsaufnahme der Schäden nach einer Naturkatastrophe ist ein entscheidender Schritt für die nachfolgenden Wiederaufbaumaßnahmen. Wenn Netzwerke ausfallen, ist es jedoch mühsam und bisweilen chaotisch, vor Ort eine Bestandsaufnahme zu machen und Informationen für Schadensanalysen zu erheben.

Nach Hurrikan Maria nahmen viele Organisationen koordiniert die Arbeit auf, um das Stromnetz wiederherzustellen, Straßen und Brücken zu reparieren, medizinische und weitere Nothilfe für Einwohner zu leisten und die Schäden zu begutachten. Mit der Unterstützung durch das Disaster Response Team (DRT) von Esri (esri.com/en-us/disaster-response/overview) war es den Behörden möglich, Teams schneller an den jeweiligen Einsatzorten einzusetzen und alle eingehenden Informationen mit einer integrierten Lösung von Esri zur Schadensbewertung besser zusammenzuführen.

Die Organisationen im Einsatz wurden kontinuierlich mit Daten in nahezu Echtzeit versorgt, so dass die Teams stets im Bilde waren über die Auswirkungen des Hurrikans an den jeweiligen Standorten sowie über sich ändernde Bedingungen vor Ort. Zusätzlich zu den operativen Daten, die fortlaufend erhoben wurden, bot die Lösung von Esri den Organisationen einen tieferen Einblick in die Lage: Mit Analysen zur Bevölkerung und Infrastruktur entfaltete sich den Organisationen ein besseres Verständnis darüber, wie der Öffentlichkeit am besten geholfen werden konnte. Die Einsatzteams wurden folgerichtig mit mobilen Geräten ausgestattet, mit denen es auch in nicht verbundenen Umgebungen in ländlichen Gebieten möglich war, Menschen in Not zu finden und ihren Bedarf aufzunehmen sowie Störfälle zu dokumentieren.

Die Lösung von Esri liefert umsetzungsfähige Informationen, die nach einem Katastrophenfall essenziell sind: eine schnelle Analyse der Auswirkungen auf die Menschen, demografische Aspekte, Schadensbegutachtung vor Ort, gezielte Verteilung der Teams und verlässliche Daten.

Die von Esri angebotene Lösung zur Schadensbewertung bietet dem Team vor Ort Möglichkeiten zur Datenerfassung inklusive Fotos. Über standardisierte Formulare können mit dem Mobilgerät in verbundenen und nicht verbundenen Umgebungen Schadensdetails aufgenommen werden. Diese Daten lassen sich in Echtzeit mit dem Notfalleinsatzzentrum teilen. Auch unterstützt wird die sichere Übertragung der Daten an Partnerorganisationen, die schnell bei Notfällen vor Ort sind und maßgeblich an den Wiederaufbaumaßnahmen beteiligt sind. Dadurch kann die Notfalleinsatzzentrale sowohl die eigentlichen Einsätze optimieren als auch die Maßnahmen zur Schadensaufnahme besser koordinieren und überwachen, während ständig neue Daten ankommen.

Die Öffentlichkeit mit notwendigen Informationen versorgen:

Naturkatastrophen sind für alle Beteiligten traumatisch und bringen Chaos mit sich. Daher ist es unerlässlich, dass die für den Kata­strophenfall zuständigen Organisationen die Öffentlichkeit rasch erreichen und kontinuierlich mit Informationen versorgen. Regierungsbehörden müssen hier transparent und zeitnah reagieren. Nach Hurrikan Maria unterstützten Krisenmanagementteams die Kommunen vor Ort dabei, ihre Datenerfassungsmethoden zu digitalisieren, mit dem Ziel, den Fortschritt der Aufräumarbeiten (umgestürzte Bäume, Geröll etc.) aufzuzeichnen und die wichtigen Informationen – ob beispielweise eine Straße oder Brücke passierbar ist oder nicht – gleichzeitig an die Einwohner weiterzugeben.

Doch eine Lösung, die den Kommunikationsfluss zur Öffentlichkeit aufrechterhält, ist nur dann effektiv, wenn sie auch dem plötzlichen Mehrbedarf an Informationen gerecht werden kann, der in Krisenfällen durch Einwohner und Medien entsteht. Die Karten von Esri sind so konzipiert, dass sie der Öffentlichkeit in Echtzeit ein realitätsnahes Bild der Ereignisse vermitteln. Die Esri Cloud-Technologie sorgt dafür, dass die Karten auch bei erhöhtem Bedarf nach Online-Informationen zuverlässig verfügbar sind.


Sprechen Sie direkt mit einem Experten von Esri über unsere Lösungen für den Katastrophenschutz und das Krisenmanagement – online unter go.esri.com/Interschutz2020-EM

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