18.08.2023 •

Informations- und Lehrübung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr: auch das BBK war mit dabei

Ende Juni 2023 fand in Feldkirchen bei Straubing (Bayern) die Informationslehrübung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr statt. Dabei wurde die Leistungsfähigkeit entlang der Rettungskette vom Ort des Gefechts bis in die erste klinische Versorgung hinein demonstriert. Das BBK machte mit einem Informationsstand den Gesundheitlichen Bevölkerungsschutz anschaulich.

Behandlung einer verletzten Person während der Übung
Behandlung einer verletzten Person während der Übung
Quelle: Bundeswehr/ Anna Derr

Die regelmäßig stattfindende Informations- und Lehrübung des Sanitätsdienstes (kurz: ILÜ San) der Bundeswehr adressiert maßgeblich die Teilnehmenden des Generalstabslehrgangs, um diesen die umfangreichen Fähigkeiten der medizinischen Versorgungsmöglichkeiten und die Arbeit des Sanitätsdienstes der Bundeswehr näher zu bringen. Darüber hinaus richtet sie sich aber auch an weitere aktive Soldatinnen und Soldaten, Streitkräfteangehörige aus dem Ausland sowie Interessierte aus Politik, Wissen- und Wirtschaft und den Hilfsorganisationen.

Der Ablauf der Lehrübung

Die äußerst aufwendig vorbereitete Übung begann quasi direkt am Ort des Gefechts. Auf dem Truppenübungsplatz nahe der Kaserne wurden die Zuschauenden zunächst in die Lage eingewiesen. Es wurde ihnen erklärt wo die feindlichen Truppen stehen und was ihr vermeintliches Ziel ist. Die Lage veränderte sich und es kam zum Beschuss eines Spähtrupps.

Demonstration der Versorgungskette

Sodann begann die Demonstration der Versorgungskette für die verletzten Soldatinnen und Soldaten. Während des Rückzuges aus dem Gefahrenbereich wurden die Verletzten noch im Panzer durch die unverletzten Kameradinnen und Kameraden erstversorgt. Die Rettungskette wurde gestartet.

Versorgung am Ort des Gefechts und erste klinische Versorgung

Im rückliegenden, sichereren Gebiet ging es die Erstversorgung weiter, noch immer durch ihre Kameradinnen und Kameraden – alle besitzen eine Grundausbildung in taktischer Medizin.

Anschließend folgte die Übergabe an die direkt nach Beschuss angeforderten Sanitätskräfte. Diese haben die Qualifikation des Notfallsanitäters oder der Notfallsanitäterin. Sie übernahmen die Weiterversorgung sowie den anschließenden Transport in die Rolle 1. Hierbei handelte es sich um eine mobile oder in einem ortsfesten, bereits vorhandenen Gebäude eingerichteten, weiterführenden ärztlich besetzten Versorgungseinrichtung mit ersten operativen Schnelleingriffsmöglichkeiten.

Anschließend erfolgte die Weiterverlegung in die Rolle 2, ein mobiles Krankenhaus inklusive Operationssaal und Intensivstation.

Eine BBK-Mitarbeiterin gibt Auskunft am Infostand
Eine BBK-Mitarbeiterin gibt Auskunft am Infostand
Quelle: BBK

Informationsstände und Stationen

Neben der Lehrübung gab es eine Demonstration der Dekontaminationsstrecke, die Besichtigung ziviler Rettungsfahrzeuge – mit dabei auch der Krankentransportwagen des Bundes – eine kleine Messehalle, in der sich auch der Informationsstand des BBK befand.

Stand des BBK informierte über Fähigkeiten des Gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes

Die Referate III.3 „Schutz der Gesundheit“ und III.4 „Sanitätsdienst“ des BBK präsentierten am Infostand unterschiedliche Fähigkeiten des Gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes. Mit der Transportkomponente der Medizinischen Task Force des Bundes lassen sich etwa auch verwundete Soldatinnen und Soldaten transportieren. Mit der Dekontaminationsstrecke können sowohl zivile als auch militärische Patientinnen und Patienten versorgt werden.

Mehr Informationen:

Gesundheitlicher Bevölkerungsschutz

Der Schutz der Gesundheit ist ein hohes Schutzgut (Art. 2 Abs. 2 GG). Unter dem Begriff Gesundheitsschutz werden Maßnahmen geführt, die die Abwehr von Gefahren für das Leben oder die Gesundheit von Menschen beinhalten und die auf einer rechtlichen Grundlage beruhen. Die Gesetzgebungskompetenz liegt gleichermaßen beim Bund und bei den Ländern.

Vorstellung des Handbuchs Krankenhausalarm- und Einsatzplanung

Das Handbuch Krankenhausalarm- und Einsatzplanung gibt wertvolle Hinweise, wie sich Kliniken auf besondere Ereignisse vorbereiten können, um die Krankenhäuser für den Zivilschutz vorzubereiten.

Vorstellung der Sanitätsmaterialbevorratung

Die Sanitätsmaterialbevorratung des Bundes dient dazu, den Vorrat der Krankenhausapotheken und Länder weiter aufzustocken und nimmt dabei insbesondere traumatisch-thermische Verletzungsmuster in die Planungen mit auf.

Vorstellung des Kleeblattmechanismus

Auch die Arbeit des nationalen Kleeblattmechanismus wurde dort vorgestellt. Hierbei sind es mittlerweile weit über 750 erfolgreiche medizinische Evakuierungen nach Deutschland und der größte Beitrag einer Nation im EU-Katastrophenschutzmechanismus.

Der Kleeblattmechanismus ist ein erfolgreiches Instrument zum strategischen Patiententransport und der regionalen Verteilung auf Behandlungseinrichtungen. Dieser ist ein relevantes Mittel zur Lagebewältigung bei gesundheitlichen Krisen mit erheblicher Tragweite sowie ein Erfolgsbeispiel für ressortübergreifende Zusammenarbeit, Bund-Länder-Kooperation und im Besonderen auch der zivil-militärischen Zusammenarbeit in Deutschland.


Bundeswehr und BBK wollen noch intensiver zusammenarbeiten

Auch diese Veranstaltung zeigt, wie wichtig es sowohl für den Sanitätsdienst der Bundeswehr als auch das BBK war, eine Kooperationsvereinbarung zu schließen. Der Sanitätsdienst der Bundeswehr und das BBK hatten dabei im November 2022 beschlossen, basierend auf den guten gemeinsamen Kooperationserfahrungen im Vorfeld, in Zukunft noch intensiver als bisher zu kooperieren, um den Gesundheitlichen Bevölkerungsschutz zu verbessern.

Neben der engen Vernetzung und dem Austausch von Verbindungselementen hat auch die diesjährige ILÜ San anschaulich gezeigt, was diese fruchtbare Zusammenarbeit bedeutet.

Zum Sanitätsdienst der Bundeswehr


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