Intelligent retten – mit SmartHome und smarter Software

Eine App, die Leben retten kann: Das Forschungsprojekt IRiS bei der Feuerwehr Paderborn

VOMATEC Innovations GmbH

Eine App, die Leben retten kann: Das Forschungsprojekt IRiS bei der Feuerwehr Paderborn

Ein Rauchmelder schlägt Alarm. Zehn Minuten später meldet sich ein Mann bei der Feuerwehr, der zufällig den Melder im Vorbeigehen hört. Von der Wache Paderborn aus machen sich ein Dutzend Einsatzkräfte mit Einsatzleitwagen, Löschfahrzeug (HLF), Drehleiter und Rettungswagen auf den Weg. Als sie wenige Minuten später am Ort eintreffen, ist bereits das ganze Haus verraucht. Ob sich noch Personen im Haus befinden, die eventuell verletzt sind, wissen sie nicht.

Mit verschiedenen Werkzeugen beginnen sie damit, die Haustür aufzuhebeln. Fünf Minuten später kriechen zwei Einsatzkräfte durch den dicken Rauch und suchen nach Personen, die sich irgendwo im Haus befinden könnten. Minuten später ziehen sie einen Mann durch die Eingangstür ins Freie. Wäre das keine Übung gewesen, hätte der Mann eine schwere Rauchvergiftung und wäre bewusstlos.

Minuten, die über Leben und Tod entscheiden können.

Die Übung wird wiederholt. Dieses Mal wird intelligente Technik eingesetzt, die das Softwareunternehmen VOMATEC Innovations GmbH in Kooperation mit der Universität Paderborn und der Symcom GmbH im Forschungsprojekt IRiS (Intelligente Rettung im SmartHome) erforscht. Das Haus ist ein SmartHome, also mit Sensoren, Meldern und moderner Technik ausgestattet. Die Feuerwehr ist über eine spezielle VOMATEC-Software an diese Technik angebunden. Der Melder schlägt Alarm, und automatisch werden die Informationen direkt an die Leitstelle übertragen. Dort kann entschieden werden, wie die Informationen für die Einsatzdisposition und -bearbeitung herangezogen werden.

Paderborn Feuerwehr Übung
Übung Paderborn
Quelle: VOMATEC Innovations GmbH

Zwei Minuten nach Ankunft zieht die Feuerwehr den Verletzten ins Freie

Als die Einsatzkräfte vor Ort eintreffen, tippt Einsatzleiterin Anne-Maria Wegner auf ihr Tablet. „Eine verletzte Person befindet sich mit hoher Wahrscheinlichkeit im Wohn- und Essbereich“, sagt sie. „Am schnellsten kommt ihr über die Terrasse dorthin.“ Ein Wisch über den Bildschirm, ein Fingertipp, und sofort öffnet sich die hintere Terrassentür. Zwei Minuten nach ihrer Ankunft holen die Einsatzkräfte den Mann aus dem Haus. „Ich sehe auf dem Tablet nicht nur, welche Rauchmelder ausgelöst haben, sondern auch, ob sich Personen im Haus befinden“, so Wegner.

„Die Einsatzkräfte erhalten ein umfassendes Bild der Lage mit detaillierten Informationen und spezifischen Warnungen“, sagt Dr. Stephan Heuer, Forschungsleiter bei VOMATEC. „In einem ersten Schritt reichen dazu bereits Bewegungs- und Rauchmelder.“ Das VOMATEC-Team ist im Projekt IRiS für die Erforschung einer geeigneten App und die Aufbereitung der Daten für die Leitstelle verantwortlich. „Bereits auf der Fahrt zum Einsatzort kann der Einsatzleiter die Truppe viel besser vorbereiten“, so Heuer.

Drei Jahre lang erforscht das Team die smarte Lösung, die die Menschenrettung verbessern und zudem die Sicherheit der eigenen Trupps erhöhen soll. Künftig soll auch beleuchtet werden, wie durch IRiS die Sicherheit älterer Menschen in den eigenen vier Wänden erhöht werden kann. Gefördert wird das Forschungsprojekt IRiS vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit 2012-2017“.

Mehr Informationen zum Forschungsprojekt unter twitter.com/irisprojekt sowie im IRiS Flyer 

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