Waldbrandgefahr wird immer größer

vfdb-Experte fordert stärkere Zusammenarbeit von Forstwirtschaft, Naturschutz und Feuerwehren

PantherMedia / zocchi2

Wegen der anhaltenden Trockenheit hat die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) erneut vor der zunehmenden Waldbrandgefahr gewarnt. Vor allem im Westen, in der Mitte und in Teilen Nord- und Ostdeutschlands gebe es starke Niederschlagsdefizite, sagte der vfdb-Waldbrandexperte, Branddirektor Dr. Ulrich Cimolino. 

"Auch die bisherigen Prognosen geben keinen Anlass zur Entwarnung", so Cimolino weiter. "Nennenswerte Niederschläge sind nach Erkenntnissen der Meteorologen höchstens vereinzelt zu erwarten. Stattdessen muss in den kommenden Wochen mit zunehmender Sonneneinstrahlung gerechnet werden. Die Gefahr wird immer größer."

Immer gefährlicher werde die Lage dadurch, dass die Vegetation nach den Sturm- und Trockenschäden nun auf weiten Flächen auch durch Borkenkäferbefall vorgeschädigt sei. Mittlerweile greife der Borkenkäfer immer mehr auch bisher noch gesunde Bestände an. Cimolino sprach sich eindringlich für mehr vorbeugenden Waldbrandschutz aus. Dazu gehöre die Wegeunterhaltung ebenso wie die Wiederherstellung verfallener Wege, die Vorbereitung und Unterhaltung von Schneisen sowie Entnahmestellen für Löschwasser. Zugleich bekräftigte der Experte seine Forderung, den Bewuchs von Nadelmonokulturen hin zu mehr Mischwäldern zu steuern: "Allerdings müssen wir auch akzeptieren, wenn das an einigen Stellen nicht oder nur sehr langfristig geht."

Erneut regte Cimolino zudem eine noch engere Zusammenarbeit von Forstwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz sowie Feuerwehren an. Insgesamt gebe es auf allen Ebenen zum Thema Vegetationsbrandbekämpfung erheblichen Forschungsbedarf. Er begrüßte die Initiative der Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft sowie Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, insgesamt 22 Forschungs- und Modellvorhaben zum Thema Waldbrände bundesweit in einem Volumen von insgesamt rund 11,3 Millionen Euro zu fördern.

Unterdessen sprach sich vfdb-Generalsekretär Dr. Dirk Oberhagemann in einer Anhörung des niedersächsischen Landtages dafür aus, wegen der länderübergreifenden Problemlage bundesweit anwendbare Konzepte gegen Wald- und Moorbrände zu erarbeiten. Der vorbeugende Waldbrandschutz liegt in Deutschland in der Zuständigkeit der Bundesländer und ist in den Landeswaldgesetzen formuliert. Auch sollten nach den Worten Oberhagemanns europäische Erfahrungen berücksichtigt werden, wie z.B. die georeferenzierte Lufterkundung, um eine Handlungsfähigkeit zu verbessern.

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