22.12.2020 •

Flüchtlingslager auf Lesbos: DRK verbessert Wasser- und Hygieneversorgung in Kara Tepe

Vor drei Monaten wurde das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos durch ein Feuer nahezu komplett zerstört. Am neuen Standort in Kara Tepe verbessert das Deutsche Rote Kreuz (DRK) die Wasser- und Hygieneversorgung für rund 7.300 Menschen. Neben der Bereitstellung von Trinkwasser hat das DRK rund 100 provisorische Duschen installiert. „Dadurch können alle Geflüchteten jeden zweiten Tag warm duschen, was eine große Verbesserung in der noch immer sehr schwierigen Situation ist – auch im Hinblick auf den beginnenden Winter. Die bessere Wasser- und Hygieneversorgung soll auch den Ausbruch von Durchfallerkrankungen wie Cholera sowie eine Verbreitung des Coronavirus verhindern. Im Rahmen unserer Möglichkeiten tun wir alles, um in dieser humanitären Notlage das Leid der Schutzsuchenden zu lindern und zu einer würdevollen Unterbringung beizutragen,“ sagt DRK-Generalsekretär Christian Reuter.

Flüchtlingslager Moria
Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos.
Quelle: DRK

Derzeit sind acht DRK-Delegierte in Kara Tepe im Einsatz: Sie haben unter anderem neun Wassertanks und acht Wasserentnahmestellen aufgebaut. Zusätzliche Waschgelegenheiten mit Warmwasser werden momentan errichtet. Außerdem werden Leitungen verlegt, um das Zu- und Abwasser an das örtliche Netz anzuschließen, und es werden Hygieneartikel wie Seife, Waschmittel und Zahnbürsten verteilt. Freiwillige schulen die Menschen in Kara Tepe im Umgang mit den sanitären Anlagen und vermitteln wichtige Hygieneregeln, darunter auch Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus.

Die vom DRK bereitgestellten Familienzelte wurden den sinkenden Temperaturen angepasst: „Sie verfügen über eine winterfeste Ausstattung mit einer robusten Struktur und isolierten Wänden, um Kälte und Regenfall abzuleiten. Paletten von unten schützen zudem vor möglichem stagnierendem Regenwasser und Bodenkälte,“ sagt Reuter.

Der Nothilfeeinsatz auf Lesbos und in anderen Regionen Griechenlands wird ermöglicht durch eine großzügige Spende des Volkswagen Konzerns und der Siemens AG in Höhe von fünf Millionen Euro. Das DRK agiert in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC), dem Griechischen Roten Kreuz sowie weiteren nicht-staatlichen Akteuren vor Ort.

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