18.07.2019 •

Staatsministerin für Kultur und Medien besucht Barbarastollen

BBK

BBK / Tut­ten­nuj

Professorin Monika Grütters: „Diesen Ort wollte ich schon länger besuchen“

Mit der Besichtigung des Barbarastollens am 15. Juli hat sich ein länger gehegter Wunsch der Staatsministerin und Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien erfüllt. Der Barbarastollen in der Nähe des Schwarzwaldörtchens Oberried ist der Zentrale Bergungsort der Bundesrepublik Deutschland (ZBO). Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) lagert dort im Auftrag der Bundesregierung über eine Milliarde Mikrofilmkopien wichtiger Dokumente sicher.

ZBO wird Staatsministerin Grütters gezeigt
Staats­mi­nis­te­rin Grüt­ters wird das Tor zum Zen­tra­len Ber­gungs­ort im Bar­ba­ras­tol­len ge­öff­net
Quelle: BBK / Tut­ten­nuj

BBK-Präsident Christoph Unger empfing die Staatsministerin dort und erläuterte ihr Details zum Arbeitsauftrag des BBK zum Schutz von Kulturgütern nach der Haager Konvention. Wichtig war Unger dabei die Unterscheidung zwischen Bundes- und Landesaufgaben. Der Bund darf auf dem Gebiet nur in Bezug auf die Sicherheit von Kulturgütern im Spannungs- und Verteidigungsfall tätig werden. 

Angefangen bei Napoleon bis zum sogenannten Islamischen Staat in Syrien und im Irak, die die Zerstörung von Kulturgütern als strategische Kriegsführung eingesetzt haben, gibt es viele Beispiele, die zeigen wie demoralisierend für ganze Nationen und die Weltgemeinschaft der Verlust von wichtigen Kulturschätzen sein kann. Vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag sind bereits Befehlshaber für die Zerstörung von wichtigen Kulturschätzen als Kriegsverbrecher verurteilt worden. Das zeige, dass sich weltweit ein Bewusstsein durchsetze, welche Rolle Kulturgüter für die Identität von Menschen spielen, hob Grütters beim Gespräch am Barbarastollen hervor.

Einig waren sich die Staatsministerin und BBK-Präsident in der Frage, dass man unbedingt in Friedenszeiten vorsorgen muss, um Kulturgut zu schützen. Solche Notfallpläne und Vorbereitungen helfen auch bei Unfällen, Bränden und beispielsweise Naturkatastrophen. Bevölkerungsschützer sprechen hier von einem dualen Nutzen. Voraussetzung dafür ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Bundesländern, die die Hoheit sowohl in Kulturfragen als auch im Katastrophenschutz haben.

Bearbeitungswege eines Mikrofilmes werden erläutert
BBK-Mit­ar­bei­ter Dr. Bern­hard Preuss er­läu­tert Grüt­ters die Be­ar­bei­tungs­we­ge ei­nes Mi­kro­fil­mes
Quelle: BBK / Tut­ten­nuj

Gemeinsam mit den Archiven der Bundesländer arbeitet das BBK auch an der Mikroverfilmung von bedeutenden Archivalien, die im Barbarastollen eingelagert sind. Der Beauftragte des BBK für den Kulturgutschutz, Dr. Bernhard Preuss, erläuterte Grütters den Weg eines Mikrofilmes von der Verfilmungsstelle im Archiv über eine spezielle Klimakammer bis hin zur luftdicht abgeschlossenen Edelstahltonne, die für mindestens 500 Jahre im Stollen die Filme schützen soll. Grütters war tief beeindruckt: „Ich muss zugeben, das lässt mich nicht kalt. Dieser Ort hat schon eine besondere Aura“, sagte die Staatsministerin. 

Sie möchte nun Themen des BBK wie die Identifizierung von unbeweglichem Kulturgut unterstützen – eine weitere Aufgabe, die nach der Haager Konvention beim Bund und damit dem BBK liegt. Denkbar ist zudem, dass die Staatsministerin Kontakt zu Ansprechpersonen in den zuständigen Länderministerien herstellt, beispielsweise für die Frage, wie im Falle von Kriegen und Katastrophen auch bewegliches Kulturgut gesichert und gerettet werden kann.

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