04.02.2022 •

DRK nimmt zweite Kläranlage im Ahrtal in Betrieb

In Hönningen im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz ist heute die zweite temporäre Kläranlage des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) offiziell in Betrieb gegangen. Sie sichert die Abwasseraufbereitung von bis zu 1.200 Bewohnerinnen und Bewohnern und ist rund 50 Prozent größer als die Schwesteranlage in Mayschoß.

„Die Kläranlage wurde innerhalb von nur acht Tagen aufgebaut und zeugt von einer großartigen Zusammenarbeit vieler verschiedener Akteure“, sagt DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt.

Vor rund sechs Monaten hatte das verheerende Hochwasser weite Teile der Infrastruktur in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zerstört und dabei auch zahlreiche Klärwerke stark beschädigt. Die DRK-Anlage hat sechs Tanks mit je 100.000 Litern Fassungsvermögen. Der Aufbau erfolgte in enger Kooperation zwischen Gemeinde, lokalen Gewerken und dem DRK.

Die Inbetriebnahme erfolgte heute unter anderem im Beisein von Randolf Stich, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Innenministerium:

 „Das Deutsche Rote Kreuz ist ein unersetzlicher Partner bei der Bewältigung der Flutfolgen im Ahrtal. Bereits in den ersten Stunden waren die Helferinnen und Helfer des DRK vor Ort, um Menschen aus größter Not zu befreien, Hilfe zu leisten und Leben zu retten. Heute, mehr als sechs Monate nach der Katastrophe, ist das DRK noch immer vor Ort“, so Stich. „Diese umfassende Unterstützung ist auch ein Symbol der Hoffnung für die Betroffenen, die noch lange mit dem Wiederaufbau ihrer Heimat beschäftigt sein werden. Dafür danke ich dem Deutschen Roten Kreuz im Namen des Landes.“

Neben der Rückkehr hin zu mehr Normalität verbindet ein weiteres gemeinsames Ziel die Akteure: 

„Der Umweltschutz ist bei Aufbau und Betrieb der Klärwerke einer der größten Erfolge: Ohne diese Anlagen würde weiterhin ungeklärtes Wasser in die Ahr fließen“, sagt DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt.

Nach derzeitigen Schätzungen werden biologische Schadstoffe zu 95 Prozent aus dem Wasser entfernt.

Der Einsatz ist für drei bis fünf Jahre vorgesehen. Die Kosten für Material und Betrieb belaufen sich auf rund 300.000 Euro pro Anlage. Die Klärwerke wurden ursprünglich in Koordination mit der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften für den Einsatz im Ausland konzipiert und weiterentwickelt und im Ahrtal nun erstmals in Deutschland eingesetzt. Das DRK ist die einzige Nationalgesellschaft der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, die diese Technologie zur Verfügung hat.


Mehr zu den Themen:

Verwandte Artikel

Bericht zur Hochwasserkatastrophe 2021  im Bundeskabinett vorgestellt

Bericht zur Hochwasserkatastrophe 2021 im Bundeskabinett vorgestellt

Der heute im Bundeskabinett vorgestellte Bericht zieht knapp neun Monate nach der Hochwasserkatastrophe eine Bilanz der Ereignisse in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen.

Der Wasser-Risiko-Check – ein Online-Beratungstool für die Überflutungsvorsorge

Der Wasser-Risiko-Check – ein Online-Beratungstool für die Überflutungsvorsorge

Dass extreme Wetterereignisse kein Phänomen einer ­fernen Zukunft mehr sind, ist spätestens seit dem Starkregen- und Hochwasser­ereignis im Sommer 2021 in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bekannt.

#NovelleKSG: Wasserrettungszentrum – Was heißt das?

#NovelleKSG: Wasserrettungszentrum – Was heißt das?

In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu extremen Hochwasserkatastrophen an Flüssen und Seen.

:

Photo

Mehr Kapazität für das THW

Das Technische Hilfswerk (THW) hatte in den vergangenen Monaten den größten Inlandseinsatz in seiner Geschichte zu bewältigen.

Photo

In 15 Minuten zum PCR-Ergebnis

Die Johanniter in München haben am 6. Januar 2022 ihr Corona-Testangebot um Nucleinsäure-Schnelltests erweitert, die mit PCR-Tests vergleichbar sind, jedoch schon nach 15 bis 20 Minuten ein…