25.05.2019 •

Teilnahme der Nationalen Kontaktstelle Sendai und des BBK an der Konferenz „Global Platform for Disaster Risk Reduction“

Klimawandel und Bevölkerungsschutz

BBK

Wie können Katastrophenrisiken weiter reduziert werden?

Dieser Frage gingen knapp 5000 internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen der Konferenz „Global Platform for Disaster Risk Reduction“ in Genf vom 13. bis 17. Mai 2019 nach. Die Konferenz wurde von den Vereinten Nationen (VN) organisiert und diente dazu, den Arbeitsstand zur Umsetzung des Sendai Rahmenwerkes für Katastrophenvorsorge zu beleuchten. 

Das Sendai Rahmenwerk selbst wurde in der dritten Weltkonferenz zur Reduzierung von Katastrophenrisiken der VN im März 2015 neben Deutschland von 186 weiteren Ländern angenommen und soll im Zeitraum von 2015 – 2030 greifen. Es zielt darauf ab, Themen wie Klimawandel, nachhaltige Entwicklung, Reduzierung von Katastrophenrisiken, humanitäre Hilfe, Gesundheit und Katastrophenvorsorge stärker als bisher miteinander zu verknüpfen Das Katastrophenrisikomanagement soll dadurch breiter aufgestellt verbessert werden. 

In Deutschland steuert eine interministerielle Arbeitsgruppe die internationalen und nationalen Maßnahmen im Rahmen der Umsetzung des Sendai Rahmenwerkes. In dieser Arbeits-gruppe sitzen das Auswärtige Amt (AA), das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Eine neutrale Nationale Kontaktstelle (NKS) beim BBK ist für die Koordinierung der Umsetzung des Sendai Rahmenwerks in Deutschland zuständig.

Die oben genannten Ministerien und Organisationen waren auch Bestandteil der offiziellen deutschen Delegation bei der diesjährigen Konferenz in Genf. Die Delegation zählte insgesamt rund 40 Teilnehmer. Dazu gehörten auch Vertreterinnen und Vertreter der Nationalen Kontaktstelle, die beim BBK angehängt ist, und des BBK selbst. Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen haben den Auftritt der Delegation komplettiert.

Deutschland hat im nationalen Kontext bereits robuste und funktionierende Systeme im Bevölkerungsschutz, in der Klimaanpassung oder im Gesundheitswesen etabliert, deren Effektivität verbessert werden soll.

Die Umsetzung des Sendai Rahmenwerks in Deutschland wird auf den bestehenden Gegebenheiten aufbauen und auf engere Verbindung und Verknüpfung von Akteuren und Themen aus unterschiedlichen Sektoren fokussieren. Zahlreiche Maßnahmen hierzu laufen bereits mit Beteiligung des BBK, angefangen von der Gründung einer Behördenallianz über die Entwicklung von Standards zur Zusammenarbeit bis hin zur Intensivierung der Nutzung von Geodaten. 

In der Nationalen Kontaktstelle für das Sendai Rahmenwerk in Deutschland wird derzeit an einem Strategieentwurf zur Stärkung der Resilienz gegenüber Katastrophen gearbeitet. Sie wird auf bereits bestehende Vorgaben, Strategien und Maßnahmen aufbauen und Lücken aufzeigen, die im Katastrophenrisikomanagement in Deutschland in den kommenden Jahren geschlossen werden sollten. 

Die Resilienzstrategie wird zunächst im Rahmen der interministeriellen Arbeitsgruppe und im Anschluss mit den Ressorts auf Bundessebene und den Ländern abgestimmt. Die Implementierung der Resilienzstrategie wird ein Baustein in der Umsetzung des Sendai Rahmenwerks in Deutschland sein. Die Konferenz in Genf hat gezeigt, dass weltweit viele Länder diesen Weg einschlagen.

Mehr zu den Themen:

Verwandte Artikel

Warum es ungemütlicher wird

Warum es ungemütlicher wird

Ein Gespräch mit Christoph Unger, Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, über die Herausforderungen im Bevölkerungsschutz und wie wir diese bewältigen können.

Präsident Unger als Sachverständiger vor dem Innenausschuss

Präsident Unger als Sachverständiger vor dem Innenausschuss

Am 13.01. sprach Christoph Unger, Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), als Sachverständiger vor dem Innenausschuss des Deutschen Bundestags zu Anfrage der FDP-Fraktion "Vorsorgestrukturen ausbauen -...

Wissensmanagement im Bevölkerungsschutz

Wissensmanagement im Bevölkerungsschutz

Für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) ist der effektive Umgang mit Informationen und Wissen eine Herausforderung. Angesichts von Zeit- und Personalmangel oder auch hoher Mitarbeiter-Fluktuation in Haupt- und Ehrenamt geht...

:

Photo

Krisenmanagement geht alle an

Ob Großbrände, Überflutungen durch heftige Regenfälle oder IT-Ausfälle durch Hackerangriffe: Beim Thema Krisenmanagement sitzen Bund, Länder, Städte und Gemeinden mit Blaulicht-Organisationen…

Photo

PSA auf der A+A 2019

Persönliche Schutzausrüstung war ein wichtiges Thema auf der A+A 2019. Einen Einblick in die verschiedenen Bestandteile von PSA liefert die Fotostrecke.

Photo

Interschutz 2020 - Johanniter dabei

INTERSCHUTZ 2020 - wo stehen wir aktuell und wo wollen wir hin? Unter der Leitung von Markus Wedemeyer und Oliver S. Bruse hat heute in der Landesgeschäftsstelle in Hannover ein Workshop mit…