27.04.2019 •

Die Folgen von Dürre und Hitze

Unterrichtung des Bundestages über die Ergebnisse der Risikoanalyse 2018

BBK

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Kurze Hosen zu Ostern, sicheres Badewetter, tolle Bedingungen für den Weinbau – die ungewöhnliche Wärme und Trockenheit in Deutschland hat ihre guten Seiten. Doch ab wann wird Dürre zu einem echten Problem? Mögliche Folgen für das ganze Land hat die jährliche bundesweite Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2018 aufgelistet. 

Das unter der Federführung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe erarbeitete Dokument wurde nun von den Bundesministerien abgestimmt und ist als Drucksache des Bundestages (Nr. 19/9521) veröffentlicht. Das Papier  entstand in Zusammenarbeit mit mehreren Fachbehörden des Bundes sowie Expertinnen und Experten aus den Ländern und der Wirtschaft.

Während in der Natur und Landwirtschaft verhältnismäßig schnell sichtbare Folgen von Dürre erkennbar sind, haben bis 2018 nur wenige Menschen eine lange Trockenheit mit steigenden Treibstoffpreisen in Verbindung gebracht. Doch die gesunkenen Flusspegel stellten eine echte Herausforderung für die Binnenschifffahrt und das Transportwesen dar. 

Verkehr, Wirtschaft und Energieversorgung sind nur einige der Bereiche, die von der Dürre betroffen sind. So listet die Analyse weiter Erkenntnisse für die Trinkwasserversorgung, die öffentliche Abwasserbeseitigung, das Gesundheitssystem, die Umwelt und den Ernährungssektor auf. Nicht zuletzt ist die Gefahrenabwehr zu nennen, die sich im Falle einer langen Trockenheit wie auch aktuell mit einer drastisch gestiegenen Waldbrandgefahr auseinandersetzen muss.

Ziel: Schaden von Menschen abzuhalten

„Unsere Risikoanalyse zeigt, was im schlimmsten Fall zu befürchten wäre. Sie nennt erstmals auch Trends, wie sich die Lage in Deutschland in Bezug auf Trockenperioden entwickeln kann. Wir haben Handlungsbedarf und mögliche vorbereitende Maßnahmen aufgelistet. Nun ist es an Unternehmen, Institutionen, Organisationen und den Bürgerinnen und Bürgern selbst, Schlussfolgerungen daraus zu ziehen“, sagt Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. „Unser Ziel ist es immer, dass trotz Krisen und extremer Ereignisse keine Menschen zu Schaden kommen. Da sich ein Dürre-Szenario langsam entwickelt, gibt es hier zum Glück aus Sicht des Bevölkerungsschutzes viele Möglichkeiten, sich vorzubereiten.“

Grundlage für die Szenarien der jährlichen Risikoanalyse ist die Annahme eines denkbaren Extremereignisses (im internationalen Sprachgebrauch als „reasonable worst case“ bezeichnet). Gegenstand der Risikoanalyse 2018 ist ein mehrjähriges Dürreszenario in Deutschland. Die realen Erfahrungen des Jahres 2018 bestätigen, dass eine Dürre ein durchaus realistisches Ereignis für Deutschland ist, das durch den Klimawandel verstärkt wird. Gleichzeitig sollte die Analyse nicht als Prognose missverstanden werden, mahnen die Autoren des Papiers: Ob und wann ein solches Ereignis tatsächlich so oder in vergleichbarer Form eintritt, ist grundsätzlich nicht vorhersagbar.

Was ist die bundesweite Risikoanalyse und wie wird sie erstellt?

Die Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz auf Bundesebene dient der vorsorglichen Beschäftigung mit möglichen bundesrelevanten Gefahren und den zu erwartenden Auswirkungen auf die Bevölkerung, ihre Lebensgrundlagen und die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Deutschland.

 Ihre Ergebnisse sollen als Informations- und Entscheidungsgrundlage dienen und somit eine risiko- und bedarfsorientierte Vorsorge- und Abwehrplanung im Zivil- und Katastrophenschutz ermöglichen.

Für die Durchführung der Risikoanalyse wurden 2011 ein Lenkungsausschuss der Bundesressorts (koordiniert durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat) sowie ein Arbeitskreis von Geschäftsbereichsbehörden (koordiniert durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) eingerichtet. Der Lenkungsausschuss bestimmt die als bundesrelevant erachteten Ereignisse. Für diese erarbeitet der Arbeitskreis Szenarien, anhand derer die Gefahren analysiert werden. 

Folgende Risikoanalysen wurden seit 2012 durchgeführt:

  • Extremes Schmelzhochwasser aus den Mittelgebirgen (2012),
  • Pandemie durch Virus Modi-SARS (2012),
  • Wintersturm (2013),
  • Sturmflut (2014),
  • Freisetzung radioaktiver Stoffe aus einem Kernkraftwerk (2015),
  • Freisetzung chemischer Stoffe (2016),
  • Zusammenfassung bisheriger Risikoanalysen (2017)
  • Dürre (2018).
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