DRK: Angriffe auf Gesundheitspersonal

PantherMedia / Madrabothair

Gesundheitspersonal, das im Rahmen der Corona-Pandemie im Einsatz ist, wurde in den vergangenen Monaten in verschiedenen Ländern vermehrt Opfer von verbaler und körperlicher Gewalt. Zum Welttag der Humanitären Hilfe am 19. August 2020 mahnt das Deutsche Rote Kreuz (DRK), humanitäre Helferinnen und Helfer nicht aufgrund ihrer Arbeit zu stigmatisieren und Angriffe auf sie zu stoppen.

"Diese Menschen riskieren ihre eigene Gesundheit für uns alle, indem sie Covid-19-Patienten behandeln und eine Weiterverbreitung des Virus verhindern. Sie dürfen nicht dafür bestraft werden, dass sie sich in solch einer herausfordernden Situation mit ganzer Kraft für andere Menschen einsetzen", sagt DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt.

Ehrenamtliche im Einsatz zur Unterstützung
Ehrenamtliche im Einsatz gegen Corona
Quelle: DRK/IFRC/France Noguera

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat, zusammen mit anderen Hilfsorganisationen, zwischen dem 1. Februar und dem 3. August 2020 611 Vorfälle in mehr als 40 Ländern Afrikas, Asiens, Amerikas und des Mittleren Ostens dokumentiert, die in direktem Zusammenhang mit Covid-19 standen. Die Dunkelziffer dürfte allerdings weitaus höher sein. Rund zwei Drittel der Fälle richtete sich gegen Gesundheitspersonal und 22 Prozent gegen Patienten, die wegen Covid-19 in Behandlung waren. "Ärzte und Krankenpfleger wurden mit Bleichmittel übergossen, mit Steinen und Metallstangen geschlagen, sogar ein tödlicher Angriff auf einen Rettungswagen im Covid-19-Einsatz ist bekannt. Teilweise wurden Helfer, die in Gemeinden über Maßnahmen zur Vermeidung einer Ansteckung mit dem Coronavirus informieren wollten, verdächtigt, das Virus selbst zu verbreiten, und deswegen bedroht, ausgegrenzt und vertrieben", sagt Hasselfeldt weiter. 

Gründe für die Stigmatisierung und Angriffe sind neben der Angst vor einer Ansteckung auch Wut und Trauer über den Tod von an Covid-19 erkrankten Familienmitgliedern, für den immer wieder Gesundheitspersonal verantwortlich gemacht wird. Auch Stress aufgrund von Ausgangsbeschränkungen und daraus resultierender wirtschaftlicher Probleme sowie Unwissen und falsche Informationen über Covid-19 spielen eine Rolle. 

"Deswegen ist es wichtig, dass in allen Ländern seriös über das Virus informiert wird und Helferinnen und Helfer geschützt werden. Die Angriffe haben Auswirkungen auf die körperliche und mentale Gesundheit der betroffenen Personen und führen dazu, dass sie ihre Arbeit nicht oder nur eingeschränkt durchführen können – und das oft in ohnehin überlasteten Gesundheitssystemen", sagt Hasselfeldt. 

Dies gelte nicht nur in Bezug auf die Corona-Pandemie, sondern auf die Arbeit humanitärer Helferinnen und Helfer allgemein, die immer wieder durch gezielte Angriffe, etwa auf Gesundheitseinrichtungen in Konfliktregionen, verletzt oder getötet werden – ein Verstoß gegen das Humanitäre Völkerrecht.

Verwandte Artikel

Ehrenamt gerade in der Corona-Pandemie wichtiger denn je

Ehrenamt gerade in der Corona-Pandemie wichtiger denn je

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat auf die große Bedeutung ehrenamtlichen Engagements besonders in der Coronakrise hingewiesen.

Im GMLZ laufen die Fäden zusammen

Im GMLZ laufen die Fäden zusammen

Die Corona-Krise in Indien spitzt sich weiter zu und Deutschland möchte weiter helfen. Neben dem Bundesministerium der Gesundheit (BMG) und der Bundeswehr haben die Bundesländer verschiedene Hilfen angeboten.

Hilfeleistung für Indien

Hilfeleistung für Indien

Wieder einmal löst die Coronapandemie eine schwerwiegende Krise aus. Diesmal trifft es Indien. Deutschland hilft und schickt nicht nur 120 Beatmungsgeräte, sondern auch eine dringend benötigte Sauerstofferzeugungsanlage.

:

Photo

Umbenennung der AKNZ

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ist im Frühjahr 2021 mit einem umfangreichen Plan zur Neuausrichtung der Behörde und zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes an…