Johanniter begrüßen Anschubfinanzierung für weitere Module "Betreuung 5.000"

Wichtiges Signal für den Bevölkerungsschutz: In seiner Bereinigungssitzung hat sich der Haushaltsausschuss des Bundestages vergangene Woche auf die Vergabe weiterer Mittel für die "Mobilen Betreuungsmodule 5.000" geeinigt. 

Das Projekt, an dem die Johanniter beteiligt sind, ermöglicht im Krisenfall die Unterbringung tausender Menschen und stärkt somit nachhaltig den Bevölkerungsschutz in den kommenden Jahren. Der Krieg in der Ukraine hat ebenso wie die Corona-Pandemie und die Hochwasserkatastrophe den Reformbedarf im Bereich Bevölkerungsschutz in Deutschland erneut in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Zu der Einigung des Haushaltsausschusses erklärt Jörg Lüssem, Mitglied des Bundesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe:

"Den Beschluss des Haushaltsausschusses zur Anschubfinanzierung von weiteren Betreuungsmodulen begrüßen wir ausdrücklich. Dies ist angesichts der aktuellen Lage ein wichtiges Zeichen der Politik. Gemeinsam mit den anderen Hilfsorganisationen stehen wir bereit, mit der Umsetzung der geplanten Betreuungsmodule unmittelbar zu beginnen. Allerdings ist es mit Blick auf kommende Krisen notwendig, das Projekt weiter auszubauen und nachhaltig zu finanzieren. Daher fordern wir, im nächsten Jahr die Vollfinanzierung mindestens der ersten fünf Module zu sichern und weitere Module auf den Weg zu bringen."

Johanniter begrüßen Anschubfinanzierung für weitere Module Betreuung 5.000
Quelle: Johanniter/Sebastian Walper

Teile des ersten bereits finanzierten Pilotmoduls "Betreuung 5.000" sind in dem vom Hochwasser betroffenem Ahrtal und in Berlin auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel zur Unterbringung ukrainischer Geflüchteter im Einsatz.

"Das Pilotprojekt hat gezeigt, wie wichtig die Vorhaltung von einsatzbereitem Material und qualifiziertem Personal für die Unterbringung und Betreuung betroffener Personen ist: Innerhalb eines Jahres wurden die Ressourcen bereits mehrfach benötigt", erklärt Anne Ernst, Geschäftsbereichsleiterin Krisenmanagement und Nothilfe bei den Johannitern. "Wir leben in einer Zeit, in der Großschadenslagen und Krisen immer häufiger auftreten – auch vor dem Hintergrund des Klimawandels und der zu erwartenden Auswirkungen. Eine autarke und angemessene Versorgung vieler Menschen, die gerade Schlimmes erleben oder erlebt haben, wird immer wichtiger. Vor allem die Betreuung von Kindern, Frauen, älteren Personen und Geflüchteten liegt uns am Herzen."

Über das Projekt Mobile Betreuungsmodule 5.000 (MBM 5.000)

Im Projekt Mobiles Betreuungsmodule 5.000 – kurz MBM 5.000 – werden temporäre Unterkunfts-und Betreuungseinrichtungen aufgebaut, in denen bei Bedarf bis zu 5.000 Menschen kurzfristig, gleichzeitig und weitgehend autark für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr untergebracht und betreut werden können. Um im Ernstfall schnell einsatzbereit zu sein, wird benötigtes Material beschafft und zentral vorgehalten. Die mobilen Betreuungsmodule stellen die Grundversorgung der Menschen sicher und können je nach Einsatzanforderung entweder als eigenständige Einrichtung für bis zu 5.000 Personen fungieren oder aber bestehende Einrichtungen in Teilbereichen unterstützen, z.B. bei der Stromversorgung.

Insgesamt sollen bis zu zehn solcher Betreuungsmodule, flächendeckend über das ganze Bundesgebiet, bevorratet werden. Zusammen bilden sie die Betreuungsreserve des Bundes für den Zivilschutz.

Über die Johanniter-Unfall-Hilfe

Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist mit rund 25.000 Beschäftigten, mehr als 43.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und 1,2 Millionen Fördermitgliedern eine der größten Hilfsorganisationen in Deutschland. Mit ihrer Auslandshilfe ist sie in den 16 Ländern weltweit tätig. Seit Kriegsbeginn engagieren sich die Johanniter in der Ukraine, den Anrainerstaaten und in Deutschland, um das Not der Menschen zu lindern.


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