14.08.2020 •

Atemschutzmasken in doppelter Funktion

THW/Hoisl

Übelriechende Tierhäute und austretende Verwesungsflüssigkeit aus einem LKW auf der A9 Richtung München meldete die Freisinger Verkehrspolizei. Das Umladen der Tierhäute auf einen Ersatz-LKW erforderte technische Hilfe und Improvisation. Im Rahmen eines Amtshilfegesuchs verfrachteten deshalb rund 30 THW-Kräfte aus Freising die Ladung per Kran und Radlader.

Den Beamtinnen und Beamten der Freisinger Verkehrspolizei fiel bei einer genaueren Kontrolle eines mit Tierhäuten beladenen Sattelzugs eine auslaufende und übelriechende Flüssigkeit auf. Sie kontaktierten deshalb zunächst das zuständige Veterinäramt. Dieses wiederum forderte über das Landratsamt Freising die Amtshilfe des THW an. Am Samstagnachmittag vermittelte der hinzugezogene Fachberater des Ortsverbandes Freising einen Gerätekraftwagen (GKW), einen Tief- und Radlader, einen Ladekran sowie THW-Einsatzkräfte zur Unterstützung.

Einsatzfahrzeug des THW transportiert Fracht.
Die Tierhäute transportierten sie mit einem Schwenk-Radlader und einer an ihm befestigten Leichtgutschaufel. Damit konnten sie die Fracht relativ zügig aufgreifen und verladen.
Quelle: THW/Gerhard Drechsler

Improvisationsgeschick unter Mund-Nasenschutz

Bei sommerlichen Temperaturen und unter extremem Gestank luden die 30 THW-Helferinnen und -Helfer die stinkenden Tierhäute auf einen Ersatz-LKW der Spedition um. Damit der Frachtaustausch möglichst schnell erfolgte, setzten die THW-Kräfte ihren Ladekran mit Baggerschaufel und ihren Schwenk-Radlader gleichzeitig ein. Den vorderen Teil der Ladung baggerten sie mithilfe des Ladekrans aus dem Sattelzug während sie mit dem Radlader und einer an ihm befestigten Leichtgutschaufel die weiter hinten gelagerten Tierhäute abtransportierten. 

Da der Schwenk-Radlader nicht hoch genug war, um die Tierhäute in den neuen LKW zu kippen, nutzten die Ehrenamtlichen den Tieflader als Rampe. Die restlichen Tierhäute schaufelten die THW-Kräfte manuell aus dem Sattelzug. Zum Eigenschutz trugen sie während des Einsatzes ihre persönlichen Schutzanzüge und Mund-Nasenschutz-Masken. Nach fünf Stunden schweißtreibender Arbeit desinfizierten die Helferinnen und Helfer ihre Geräte und Fahrzeuge mit einer Flächendesinfektionslösung gründlich.

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