Auf Spurensuche

THW/André Jakob

Trümmer, verkohlte Holzbalken und Massen an verformtem Stahl zeichneten das Bild im sächsischen Heidenau nach einem Großbrand auf einer 10.000 Quadratmeter großen Fläche vergangenen Freitag. Die Folge des Brandes waren zahlreiche komplexe Aufgaben für rund 60 THW-Helferinnen und -Helfer, die auf Anforderung der Polizei Dresden in den Einsatz kamen. 

Auf der Suche nach der Brandursache unterstützten THW-Kräfte aus dem gesamten Regionalbereich Dresden die Ermittlungen der Polizeidirektion. Nach einer ausgiebigen Erkundigung der Einsatzstelle – immerhin vier Werks- und Lagerhallen – schafften sie den Zugang für schwere Gerätschaften und Fahrzeuge. 

Der Abschnittsleiter beobachtet die Entnahme von Proben durch die...
Der Abschnittsleiter beobachtet die Entnahme von Proben durch die Brandursachenermittler der Polizei.
Quelle: THW/André Jakob

Dafür fällten sie drei Bäume und entfernten Trümmerteile, die den Arbeitsbereich behinderten. Mit Hilfe eines Radbaggers mit Sortiergreifer zogen THW-Kräfte unter anderem Stahlträger, Trümmerteile und Reste der Inneneinrichtung aus der Einsatzstelle, dann übernahm der Radlader und räumte den Schutt aus dem Weg. 

Für schwer zugängliche Stellen kam der Teleskopbagger zum Einsatz, der sie mit dem Personenkorb an die gewünschte Position brachte. Somit konnten die Ermittler der Polizei an den auserwählten Stellen gezielt nach Spuren der Brandursache suchen.

Durch die in Folge des Großbrandes abgestellte Stromzuleitung war auch ein benachbartes Wohngebäude betroffen. Die Energieversorgung der sechs Wohneinheiten konnte durch die Netzersatzanlage des Ortsverbandes Pirna in die Hauptverteilung des Hauses eingebunden und somit sichergestellt werden.

Für die Sicherheit der Einsatzkräfte bauten die THW-Helferinnen und -Helfer das Einsatzstellensicherungssystem (ESS) auf. Dabei handelt es sich um eine Technik, die Bewegungen in dem einsturzgefährdeten Gebäude erkennt und die  Einsatzkräfte rechtzeitig davor warnt. Zuvor brachten sie die notwendige Technik schwebend von einem Kran mit Personenkanzel an verschiedenen Messpunkten der Ruine an. 

Verwandte Artikel

Frauen im THW – braucht es mehr Förderung?

Frauen im THW – braucht es mehr Förderung?

Das THW wird vor allem durch den Einsatz ehrenamtlich engagierter Menschen getragen. In 668 Ortsverbänden sind mittlerweile über 85.000 Ehrenamtliche für den Zivil- und Katastrophenschutz aktiv – Frauen wie Männer.

Holland in Not: Erster THW-Auslandseinsatz 1953

Holland in Not: Erster THW-Auslandseinsatz 1953

Überschwemmt und schwer gezeichnet von der schwersten Sturmflut des 20. Jahrhunderts stand am 1. Februar 1953 ein Fünftel von Holland unter Wasser.

Das THW-Jahr 2022: Außergewöhnliche Herausforderungen, große Erfolge

Das THW-Jahr 2022: Außergewöhnliche Herausforderungen, große Erfolge

Wachstum und Großeinsätze für das Technische Hilfswerk (THW) im Jahr 2022: Ein Rekordhoch von 86.000 Helferinnen und Helfer, rund 500 neue Fahrzeuge, sechs neue Logistikzentren sowie Einsätze beim G7-Gipfel in Bayern, nach Zyklonen auf...

: