30.03.2022 •

BBK ist ein Knotenpunkt staatlicher deutscher Hilfe für die Ukraine

Lagezentrum koordiniert Hilfsangebote und Patientenverlegungen

BBK

Seit dem 24. Februar 2022 ist nichts mehr wie es war. Von einem Tag auf den anderen sind viele Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen – die Geflüchteten, aber auch diejenigen, die im Land ausharren. Zeitgleich zur überwältigenden Hilfe aus der Zivilgesellschaft läuft die staatlich organisierte Unterstützung auf Hochtouren.

Internationale Hilfeersuchen

„Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist ein zentraler Knotenpunkt für die staatliche deutsche Hilfe für die Ukraine. Internationale Hilfeersuchen werden hier entgegengenommen, koordiniert und abgestimmt. Das betrifft vor allem hochspezialisiertes Equipment – wie etwa Beatmungsgeräte, Sanitätsmaterial oder Schutzausrüstung, welches dann in die Krisengebiete gebracht wird.

Ab sofort übernimmt das Lagezentrum im BBK auch die Koordinierung von Erkrankten und Verletzten, die über staatliche Hilfeleistungsersuchen in Deutschland aufgenommen werden. Dies gilt sowohl für den Transport als auch gemeinsam mit den Ländern für die Verteilung in Deutschland.  Hier greifen Bund und Länder auf die etablierten Strukturen des Kleeblattkonzeptes zurück, das sich in der Pandemie sehr bewährt hat“, sagt BBK-Präsident Armin Schuster.

Erste Hilfspakete enthalten medizinische Hilfsgüter und Alltagsutensilien

Das BBK ist in Deutschland die erste Kontaktstelle für internationale Hilfeersuchen im Katastrophenschutzmechanismus der EU. Darüber wird eine effektive Hilfeleistung in Abstimmung mit den anderen EU-Mitgliedsstaaten gewährleistet.

Deutschland konzentriert sich derzeit auf die dringlichsten Dinge, die von ukrainischer Seite und von den direkten Nachbarländern wie Polen, Moldau, Rumänien, der Slowakei oder Tschechien angefragt werden. Das BBK setzt im 24/7-Betrieb alle verfügbaren Ressourcen dafür ein, dass die dringend erforderliche staatliche und professionelle Hilfe schnell und effektiv in die betroffenen Gebiete gelangt.

Seit Kriegsbeginn sind bereits diverse Hilfeleistungsersuchen aus der Ukraine und verschiedenen Anrainerstaaten im BBK eingegangen und verarbeitet worden. Erste Hilfspakete aus Deutschland sind mittlerweile in den betroffenen Gebieten angekommen.

Sie beinhalten sowohl medizinische, als auch Hilfsgüter aus dem Bereich Unterbringung und Versorgung. Das Material wird von Bund und Ländern sowie weiteren Partnern nach Abfrage durch das Lagezentrum im BBK bereitgestellt. So wurden unter anderem Stromgeneratoren und Zivilschutzausstattung sowie medizinische Verbrauchsgüter in ein Verteilerzentrum nach Polen geliefert. Von dort erfolgt der Weitertransport in die betroffenen Gebiete.

Weitere Hilfstransporte folgen. Es besteht nach wie vor dringender Bedarf an Medikamenten und Sanitätsmaterial. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf notfall- und intensivmedizinischen Gütern sowie im Bereich Unterbringung auf Großzelten für den Bau von Flüchtlingslagern.

Bund und Länder greifen für ukrainische Patienten auf Corona-Kleeblattkonzept zurück

Neben der Organisation von Hilfstransporten in die betroffenen Regionen koordiniert das BBK auch die Verlegung von ukrainischen Patientinnen und Patienten in deutsche Krankenhäuser. Dafür nutzen Bund und Länder die Strukturen des sogenannten Kleeblattkonzeptes, das während der Corona-Lage etabliert wurde.

Während das Lagezentrum in der Pandemie bisher ausschließlich für die Koordination bundesweiter Verlegungen zuständig war, fungiert es in der aktuellen Lage als eigenständiges Kleeblatt. Es bringt Patientinnen und Patienten, die im Rahmen eines internationalen Hilfeleistungsersuchens aus dem Ausland von Deutschland aufgenommen werden, in die Abstimmung ein.

Dabei spielt es keine Rolle, ob die zu verlegenden Personen verletzt, verwundet oder schwer erkrankt sind. Es wird auch nicht zwischen Zivilisten und Angehörigen von Streitkräften unterschieden. Für internationale Transporte stimmt sich das BBK unter anderem mit der Bundeswehr und verschiedenen Luftrettungsunternehmen ab, um Sonderfahrzeuge und Luftrettungsmittel für die Verlegungen bereitstellen zu können.

Die Verteilung der aufzunehmenden Patientinnen und Patienten erfolgt in einem operativen Gremium des Kleeblattmechanismus mit Partnern aus Bundesressorts und den Ländern.


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